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Zwei Varianten, zwei Lager: Radebeuler Stadtrat diskutiert über Ausbau der Meißner Straße

Zwei Varianten, zwei Lager: Radebeuler Stadtrat diskutiert über Ausbau der Meißner Straße

Das nächste Teilstück der Meißner Straße soll saniert werden: zwischen Eduard-Bilz-Straße und Schillerstraße. Wie dort gebaut werden soll, ist heiß umstritten.

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Die Meißner Straße soll in einem ihrer wichtigsten Abschnitte in Radebeul-Ost saniert werden (im Bild: die Kreuzung mit der Hauptstraße). Derzeit reden sich die Stadträte über die Frage vierspurig oder zweispurig die Köpfe heiß.

Quelle: Martin Förster

Jetzt will die Stadt der Öffentlichkeit zwei Varianten präsentieren. Wesentlicher Unterschied: Eine ist vierspurig, die andere zweispurig.

Bis jetzt ist zu dem 765 Meter langen Teilstück der Meißner Straße nur eines klar: Es muss saniert werden. Insbesondere die Straßenbahngleise sind derart verschlissen, dass die Bahnen der Linie 4 dort nur mit verlangsamter Geschwindigkeit entlang fahren können. Diese Langsamstrecken zu beseitigen, ist Teil der aktuellen Betriebsvereinbarung mit den Dresdner Verkehrsbetrieben. Gleichzeitig will die Stadt ein paar andere Probleme beheben, etwa die Haltestelle an der Hauptstraße näher an Fußgängerampel und den Eingang in Radebeuls Einkaufsmeile verlegen, sichere Fahrstreifen für Radfahrer einrichten und die Fußwege erneuern.

Knackpunkt ist jedoch noch, ob die Meißner Straße in dem Abschnitt vierspurig oder zweispurig ausgebaut werden soll. Bei der ersten Variante würden die Autos eine verbreiterte Fahrspur erhalten, daneben die Straßenbahn eine eigene. Bei der zweiten Variante teilen sich Straßenbahn und Autos eine Fahrbahn. Die Stadtverwaltung favorisiert diesen Vorschlag, bekommt aber kräftig Gegenwind von den Stadträten.

Vorteile der schmaleren Variante sind, dass kaum in die Grundstücke der Straßenanrainer eingegriffen werden muss und auch kaum Bäume gefällt werden müssen. Hinzu kommt, dass laut einer Simulation des beauftragten Planungsbüros EIBS der Verkehr sogar leicht schneller fließen würde als beim vierspurigen Ausbau. Das hat seine Ursache in einer Engstelle an der Kreuzung der Meißner Straße mit der Eduard-Bilz-Straße. Dort müssten die Autofahrer auf die Straßenbahngleise ausweichen, weil ein nahe der Straße stehendes Haus dem vierspurigen Ausbau im Weg steht. Dafür wäre eine Ampel nötig, die den Verkehr ausbremsen würde. Die zweispurige Variante sieht an dieser Stelle dagegen nur eine Fußgängerampel vor, die im Bedarfsfall auf rot springt.

Die Mehrzahl der Stadträte schenkt dieser Argumentation wenig Glauben. "Wir machen es noch enger und dann geht es schneller?", fragt CDU-Stadtrat Wolfgang Jacobi zweifelnd. "Was haben wir denn davon, wenn wir die Stadt mit einer vierspurigen Variante total versauen", hält Grünen-Stadträtin Gabriele Schirmer ungewohnt drastisch dagegen. Sie verweist zudem auf Verkehrsuntersuchungen, denen zufolge weniger Autos über die Meißner Straße fahren. Waren es 2002 rund 18 800 Fahrzeuge am Tag, so wurden im Vorjahr 15 800 bis 17 800 Autos täglich in dem Abschnitt gezählt. Für 2025 werden gar nur 15 100 bis 16 300 Autos pro Tag prognostiziert.

Was aus Schirmers Sicht zu Vorsicht vor einem überdimensionierten Ausbau rät, stachelt andere erst zu heftiger Kritik an. So meint etwa Roland Schreckenbach (Freie Wähler), dass mit einem schmalen Ausbau der Verkehr auf die Kötzschenbrodaer Straße gedrückt wird. Ähnlich äußert sich CDU-Stadtrat Tilo Kempe, der vor seinem Architekturbüro in der Winzerstraße immer mehr Autos beobachtet, die der Meißner Straße ausweichen. "Die Illusion, dass man den Autofahrer ausbremsen kann, bis er auf die Straßenbahn umsteigt, hat sich nicht als wahr erwiesen", sagt er. Harte Fronten also und wenig Ausgleich. "Wir führen eine versteckte Diskussion für und gegen die Straßenbahn", merkt FDP-Stadtrat Johannes Domasch dazu kritisch an. Dabei bleibt nicht viel Zeit für derlei Grundsatzdiskussionen.

Im Herbst soll der Baubeschluss gefasst werden, anschließend gehen die Unterlagen zur Landesdirektion (LD). Dort hat die schlankere Variante nach derzeitigem Stand bessere Chancen, weil für jeden Eingriff in Grundstücke der Straßenanrainer eine Verbesserung des Verkehrs nachgewiesen werden muss. Die Stadt rechnet damit, dass die LD ein Jahr für die Bewilligung braucht. Sie will dann 2016 gemeinsam mit dem schon beschlossenen Abschnitt Dr.-Külz-Straße bis Rennerbergstraße bauen, um die Straßenbahnstrecke nur einmal voll zu sperren. Das bedeutet auch, dass in diesem und im nächsten Jahr nicht an der Meißner Straße gebaut wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2014

Uwe Hofmann

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