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Zug oder Straßenbahn – Verkehrsunternehmen prüfen Verbindung nach Ottendorf-Okrilla und Königsbrück

Zug oder Straßenbahn – Verkehrsunternehmen prüfen Verbindung nach Ottendorf-Okrilla und Königsbrück

Fahren künftig Straßenbahnen nach Ottendorf-Okrilla? Oder wie bisher Züge? Welche Variante langfristig die günstigere wäre, prüfen die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB), der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der Landkreis Bautzen derzeit in einer gemeinsamen Untersuchung.

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Ottendorf-Okrilla bietet mit rund 6000 Arbeitsplätzen - hier das Briefverteilungszentrum der Post im Jahr 2010 - Potential für mehr ÖPNV-Fahrgäste.

Quelle: dpa

Ziel ist es, das jetzige Angebot zu verbessern und das nördliche Umland besser an Dresden anzubinden.

Wie der VVO mitteilte, werden bei den Kosten-Nutzen-Analysen (KNA) eine Eisenbahn- und eine Straßenbahn-Verbindung verglichen. Die Zugvariante würde bedeuten, dass Ottendorf schneller als jetzt und im 30-Minuten- statt im Stunden-Takt erreichbar wäre. Bei der Straßenbahn-Variante müsste zunächst eine Trasse bis Ottendorf-Okrilla gebaut werden. Die Bahnen würden dann im 30-Minuten-Takt, zur Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten fahren. Nach Königsbrück würden Busse verkehren. Beide Möglichkeiten versprechen laut VVO-Sprecher Christian Schlemper mit rund 1700 zusätzlichen Passagieren pro Tag eine knappe Verdreifachung der Fahrgastzahlen.

Straßenbahn mit niedrigen Betriebskosten nach hohen Investitionen

Die Verkehrsunternehmen gehen davon aus, dass der Straßenbahnverkehr langfristig deutlich niedrigere Betriebskosten nach sich zieht. Die Straßenbahn würde nämlich ab Weixdorf als Verlängerung der Linie 7 fahren, während die Züge jeweils bis zum Hauptbahnhof oder dem Bahnhof Neustadt fahren würden und der VVO dafür entsprechende Trassenentgelte und Betriebskostenzuschüsse zahlen müsste. Allerdings kosten der Bau der Oberleitung für die Straßenbahn und die Anpassung der Gleise von 1435 Millimeter Spurweite auf 1450 Millimeter ersten Schätzungen zufolge rund 40 Millionen Euro. Für den Streckenausbau der Eisenbahn wären nur etwa sieben Millionen Euro erforderlich.

Finanzdebatte erst nach Entscheidung für Straßenbahn oder Zug

„Wir hoffen, dass wir spätestens zu Jahresbeginn 2016 ein Ergebnis haben“, sagte VVO-Sprecher Schlemper gegenüber DNN-Online. „Wir schreiben jetzt sozusagen erst mal den Wunschzettel.“ Erst dann würden Finanzierungsfragen und Fördermöglichkeiten diskutiert. Da Eisenbahnbauprojekte eher vom Bund und Straßenbahnneubauten eher vom Land gefördert würden, müsse zunächst die Entscheidung für ein Verkehrsmittel getroffen sein, so Schlemper. Zudem stehe derzeit in den Sternen, wie in Zukunft die sogenannten Regionalisierungsmittel verteilt werden, die jedes Bundesland für den Zugverkehr vom Bund erhält.

Hintergrund: Ottendorf-Okrilla derzeit sehr schlecht angebunden

Hintergrund der Untersuchungen: Zur Zeit nutzen täglich nur rund 1.000 Fahrgäste die Verbindung zwischen Dresden und Ottendorf, zwischen Ottendorf und Königsbrück sind es nur etwa 400 – zu wenig, um die Strecke langfristig zu erhalten. Wenn die Nachfrage nicht gesteigert werden kann, droht der Strecke ein ähnliches Schicksal wie der Verbindung zwischen Meißen und Nossen: die Stilllegung. Dabei ist Potenzial vorhanden. Laut VVO-Sprecher Schlemper haben Umfragen unter Pendlern ergeben, dass viele auf die „Öffis“ umsteigen würden, wenn es ein attraktives Angebot gäbe. Derzeit fahren jedoch die Regionalzüge der Städtebahn Sachsen montags bis freitags im Stundentakt, d.h. pro Tag verkehren 17 Fahrtenpaare. Zum Vergleich: Zwischen Dresden und Bannewitz sind es werktags über 50 Fahrten, nach Kesselsdorf immerhin noch etwa 25. So zählt Ottendorf-Okrilla mit seinen rund 10.000 Einwohnern und dem großen Gewerbegebiete, in dem unter anderem DHL mit seinem Paketzentrum sitzt, seit etlichen Jahren zu den am schlechtesten an Dresden angebundenen Umlandgemeinden. Nun suchen die Verkehrsunternehmen Wege, mehr Fahrgäste zu gewinnen.

In den vergangenen Monaten haben die VVO- und DVB-Verkehrsplaner bereits fünf Varianten für den Eisenbahnverkehr und vier Varianten für den Bau einer Straßenbahn untersucht. Geprüft wurden unterschiedliche Start- und Zielpunkte, die geplanten Takte und die notwendigen Investitionen. Die beiden Varianten, die nun gegeneinander abgewogen werden, gingen als effizienteste Lösungen aus dieser Erstuntersuchung hervor.

VVO-Sprecher: Zugangebot kann derzeit nicht verbessert werden

Möglichkeiten, das Zugangebot bereits jetzt zu verbessern, sieht der VVO nicht. Nachts und an den Wochenende mehr Fahrten anzubieten, rechne sich nicht, weil zu wenige Fahrgäste in den Zügen säßen, so Schlemper. Deshalb startet auch weiterhin der letzte Zug gen Ottendorf kurz nach 22 Uhr – zu zeitig, um beispielsweise nach einem Kinobesuch in Dresden mit der Eisenbahn nach Hause zu fahren. Auch tagsüber könnten die Züge nicht häufiger verkehren, weil die Strecke größtenteils eingleisig ist. „Sonst müsste immer ein Zug vom Gleis springen“, schildert Schlemper das Problem. Deshalb untersucht nun das mit den Kosten-Nutzen-Analysen beauftragte Verkehrsingenieurbüro auch, wie man die Nadelöhre auf der Zugstrecke überwinden kann.

ttr

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