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Zeitreise ins Barock für wenige Minuten - Pirnaer Bürger stellen Canaletto-Bild nach

Zeitreise ins Barock für wenige Minuten - Pirnaer Bürger stellen Canaletto-Bild nach

Diener und Kavalier: Der Verein „Die Retter der Stadt Pirna - Theophilius Jacobäer“ dreht am Samstag auf der Festung Königstein die Zeit um 258 Jahre zurück.

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Der Maler Bernardo Bellotto genannt Canaletto

Das Gemälde "Magdalenenburg, Brunnenhaus und Johannissaal auf der Festung Königstein" von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto aus dem Jahr 1758.

Quelle: dpa

Pirna/Königstein. Zwischen Magdalenenburg und Brunnenhaus sollen sich wieder Waschfrauen und Mägde, Höflinge und Adelsdamen tummeln - statt sommerlich locker gekleideter Touristen des 21. Jahrhunderts. Knapp 40 Frauen, Männer und Kinder aus Pirna und Umgebung werden zu Figuren auf einem Gemälde des italienischen Künstlers Bernardo Bellotto (1722-1780) und lassen die von ihm dargestellte Szenerie lebendig werden - für wenige Minuten und ein Foto.

Damit wird erstmals eine historische Ansicht des Felsplateaus im Elbsandsteingebirge inszeniert, die der als Canaletto weltberühmt gewordene Maler zwischen 1756 und 1758 für Sachsens Kurfürst Friedrich August II. (1696-1763) schuf. Sie spiegelt den zivilen Alltag auf dem damals vom Militär genutzten Areal wider. Die Festung rechnet nach eigenen Angaben mit bis zu 2000 Schaulustigen. Die haben sogar den direkten Vergleich zum Original: Canalettos Werk, eine Leihgabe der Manchester City Galleries, ist derzeit in einer Sonderschau auf der Festung zu sehen. Wie vom Künstler einst in Öl porträtiert, werden eine Magd Wäsche aufhängen, eine vom Kavalier beschirmte Dame lustwandeln, Adlige und Hofbeamte sowie Soldatenfrauen Schwätzchen halten oder Lieferanten Mehl und Wein bringen.

Die einstige Kulisse hat sich allerdings inzwischen etwas verändert, wie Museumskurator Andrej Pawluschkow sagte. Der Platz sei bepflanzt und die Kasernen gebe es nicht mehr. „Canaletto zeichnete die Skizzen im Frühjahr 1756 aus einem Fenster dieser Gebäude.“ Was er sah und später arrangierte, wird nun nachgestellt. Dafür schlüpft jeder zweite „Retter“ in eine fremde Rolle, wie Konrad Schleicher von dem rund 80 Mitglieder zählenden Verein sagt. Die berufliche Vielfalt unter den Statisten ist ebenso breit wie ihre Altersspanne: Neben Lehrerinnen und Sozialpädagoginnen sind etwa Rettungssanitäter, Journalisten oder auch Rentner zu finden. „Der Jüngste ist ein Kleinkind, der Älteste 80.“ Wer welche Figur verkörpert, ist noch geheim, sagt Schleicher. Momentan wird nach dem richtigen Outfit gefahndet.

Der Verein führt alljährlich in memoriam seines Namensgebers ein Historienspektakel auf. „Aus dieser Zeit ist unser Fundus aber gering“, schildert Schleicher. Der 2010 gegründete Verein erinnert seit Jahren jeweils im Sommer an die Rettung der Stadt vor Zerstörung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg. Der Stadtapotheker Theophilius Jacobäer rang damals der Kurprinzessin in Dresden einen Bittbrief an den General ab, der Erfolg hatte. Das Geschehen war in den 1920er Jahren zu einem Theaterstück verarbeitet worden.

Auch mit Canalettos Pinselstrich hat der Retter-Verein Erfahrung, inszenierte er doch bereits dessen Ansichten von Pirna - neben Dresdner Impressionen eines der Motive des Italieners. „Es ist aber ein gewaltiger Sprung nach vorn“, sagt Schleicher. Zum ersten Mal können sich die „Retter“ am Original orientieren. Dort finden sich auch ein Hund und ein Äffchen, was derzeit für Kopfzerbrechen sorgt, wie Schleicher berichtet. Soll doch auf dem Foto der Neuzeit alles so sein wie im Barock. „Zur Not würde es auch ein Plüschtier tun.“

dpa

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