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Zehntausende stürmten die Weinfeste in Radebeul und Meißen

Feiern mit Bacchus Zehntausende stürmten die Weinfeste in Radebeul und Meißen

Zehntausende Gäste haben sich seit vergangenem Freitag bei herrlichem Spätsommerwetter bei den Weinfesten in Radebeul und Meißen getummelt.  Allein in Radebeul waren es rund 50. 000 Besucher.

Die sächsischen Winzer haben bei zwei Weinfesten im Elbtal wieder so richtig groß eingeladen und Zehntausende feierten mit.

Quelle: Paul Felix Michaelis

Radebeul/Meißen. Die sächsischen Winzer haben bei zwei Weinfesten im Elbtal wieder so richtig groß eingeladen und Zehntausende feierten mit. Mehr als 50 000 Gäste besuchten allein das Herbst- und Weinfest am Wochenende in Radebeul. Zeitgleich strömten tausende  Besucher durch die Altmarktgassen Meißens.

Spanische Nächte in Radebeul

Die Witterung sommerlich, die Stimmung ausgelassen, das Programm üppig – dass das diesjährige Herbst- und Weinfest von Radebeul, das gemeinsam mit dem Internationalen Wandertheaterfestival auf dem Dorfanger Altkötzschenbroda und auf den darunter liegenden Elbwiesen gefeiert wird, ein Erfolg werden würde, war schon am Freitag abzusehen. Auch am Wochenende tummelten sich Besucherscharen in den beiden Weinbuden, vor den Bühnen und bei den Verkaufsbuden dazwischen. Am Eingang bildeten sich aufgrund der Taschenkontrollen teils sehr lange Schlangen. Mit mehr als 50 000 Besuchern können die Festivalmacher aus dem städtischen Kulturamt in etwa so viele Gäste wie in den Vorjahren verbuchen. Wer kam, der blieb auch lange: Gefeiert wurde etwa am Sonnabend an der Bühne am Kuffenhaus trotz der zu der Zeit stark gesunkenen Temperaturen bis in die frühen Morgenstunden. Spanische Nächte im Nizza Sachsens.

Die sächsischen Winzer haben wieder so richtig groß eingeladen. Mehr als 50 000 Gäste besuchten allein das Herbst- und Weinfest in Radebeul.

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Spanisch ist auch der Ausgang des Wandertheaterfestivals. Beim „Grande Finale“ am Sonntag bekam die Truppe „PuntMoc“ den Publikumspreis überreicht. Das sind drei Brüder aus Barcelona, die für ihre Show „GagSonTrix“ keine Worte brauchen. Bei dieser athletischen Form der Pantomime begleitet das Publikum einen Mann vom Kampf gegen den nervigen Wecker über seine Morgentoilette und eine Autofahrt über verregnete Straße ins Konzerthaus. Requisiten brauchen die Boada-Brüder dabei nicht – von der Toilette über den Scheibenwischer bis zum Schlagzeug stellen sie alles selbst dar. Das ist teils derb komisch, in jedem Fall aber beeindruckende Kunst, gerade wenn man bedenkt, das Musik die einzelnen Nummern verbindet, im Stück aber kaum zu hören ist – sie klingt nur in den Köpfen der Besucher.

Wer die vier Auftritte der drei Brüder nicht gesehen hat, dem bietet sich im nächsten Jahr eine neue Gelegenheit. Beim Wandertheaterfestival ist es Brauch, dass der Vorjahressieger wieder mit dabei ist. Der Italiener Ennio Marchetto, 2015 Gewinner der Publikumsgunst, erlebte aus diesem Grund im knackevollen Hoftheater schon so etwas wie ein Heimspiel.

Ansonsten gab es im Festprogramm von durchgeknallt bis tiefschürfend so ziemlich alles. Clowneske Musik brachten „The Bombastics“ auf die Bühne. Bei ihrer Show ist von strumpfbandgefährdendem Ausdruckstanz bis zum großen Drama – der Untergang der Titanic wird zu einschlägiger Filmmelodie unter Zuhilfenahme von Zollstöcken nachgespielt – so ziemlich alles dabei. Witzig auch das Finale der spanischen Compagnie „Elegants“, die nach einer zirkusmäßigen Nummernrevue mit Jonglage und Balanceakten drei stolze Iberer mit Badekappen und -anzügen bei einer Art Synchronschwimmen am Trapez zeigen. Die Microband aus Italien rauschte in „Classica for Dummies“ in flottem Tempo durch das weite Feld der klassischen Musik. Auf zerlegbaren Instrumenten und Werkzeugen spielten sie die schönsten Melodien aller Zeiten und richteten dabei absolutes Chaos an.

Das ernstere Fach bediente das schon mehrfach eingeladene N.N.-Theater aus Köln mit seiner Interpretation von „Heidi“. Die Landesbühnen als lokale Theatertruppe waren mit „Das Geheimnis der blauen Schwerter“ mit einem lokalen Stoff dabei. Besonders gefreut hätten sich die Mitglieder des Ensembles aber auf den „Theatersport“ im Hoftheater, einer Interpretations-Show, die auf dem Weinfest immer besser funktioniere als im Theater, weil das Publikum dort viel williger sei, das seine beizutragen, so Intendant Manuel Schöbel. Als diesjähriger Schirmherr des Festes flanierte er im Frack und mit Zylinder übers Gelände.

Ansonsten wurde geschlemmt, geschwatzt und spaziert – zum Beispiel über die von der chilenischen Künstlerin Muriel Cornejo mit Cocons ausgestattete Streuobstwiese, die gerade bei Dunkelheit einen außerweltlichen Eindruck machte. Unweit davon hatte „Flunker-Produktionen“ ein Lobbüro eingerichtet, bei dem sich jeder Bittsteller einen Brief mit einer persönlichen Lobpreisung abholen konnte. Schade, dass es das so nur beim Herbst- und Weinfest gibt.

Nicht nur Bacchus zeigte sich vom Meißner Weinfest begeistert

Federweißer zum Frühstück? Die erste Flasche Weißwein noch vor dem Mittag? Von Freitag bis Sonntag war das alles kein Problem. Die S-Bahn der Linie 1 war morgens bereits voller gut gelaunter Dresdner auf den Weg nach Meißen. Das sonnige Wetter, der kostenlose Eintritt und sicherlich auch die entspannten Sicherheitsvorkehrungen lockten auch dieses Jahr wieder Zehntausende Besucher in die Domstadt an der Elbe.

Nicht nur Bacchus zeigte sich vom Meißner Weinfest begeistert. Zehntausende Besucher strömten am Wochenende in die Domstadt an der Elbe.

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 Nicht zuletzt die trockenen Weine des  nordöstlichsten Weinanbaugebiet Europas und der traditionelle Weinfestumzug sorgten auch am dritten feuchtfröhlichen Festtag für eine gut besuchte Meißner Altstadt. Der altgriechische Weingott Bacchus grüßte gleich in mehreren Inkarnationen sein Volk von den Festwagen aus und spornt sie zum Genuss des Sorgenbrechers an, während seine Helfer den zahlreichen Schaulustigen entlang des Festumzuges fleißig nachschenken. Der echte Meißner hat sich sein Weinglas in weiser Voraussicht von zu Hause mitgebracht – die Profis tragen einen kleinen Tonbecher mit einer Kordel um den Hals.

Doch drehte sich der Umzug vom Speedwaystadion in die Innenstadt nicht nur um den Wein. Zahlreiche Vereine und Firmen stellten sich singend, tanzend und musizierend vor.

Besonders akrobatisch wurde es bei den Turnern des TSV Meißen. Die Großen schwangen sich am Barren eindrucksvoll in den strahlend blauen Himmel – die Kleinen schlugen Purzelbäume auf der Sportbank.  Die Meißner hatten nicht nur Glück mit den Wetter. Auch vom politischen Klima ließen sie sich nicht die Lust aufs Feiern verderben. Es gab weder Sicherheitsschleusen, noch Rucksackkontrollen. Die Freude an Musik, Speis und Trank stand im Vordergrund. Laut Angaben der Dresdner Polizeidirektion, kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen.

Uwe Hofmann / Paul Felix Michaelis

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