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Zebrastreifen Marke Eigenbau: Altkötzschenbrodaer malen sich Fußgängerüberweg

Zebrastreifen Marke Eigenbau: Altkötzschenbrodaer malen sich Fußgängerüberweg

Kaum waren sie weg, sind sie auch schon wieder da: Unbekannte haben die weißen Streifen, die den Zebrastreifen in Altkötzschenbroda markieren, am Wochenende wieder auf die Fahrbahn gemalt.

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Der Zebrastreifen soll aus Altkötzschenbroda verschwinden. Anwohner sind dagegen und haben die weißen Markierungen einfach wieder auf die Straße gemalt.

Quelle: U. Hofmann

Die Markierungen hatte ein Firma zuvor abgefräst, weil der Fußgängerüberweg abgebaut werden soll, wie einige Anwohner im Ordnungsamt in Erfahrung gebracht haben. Sie gingen eigentlich davon aus, dass der schon etwas in die Jahre gekommene Zebrastreifen rechtzeitig zum Schulbeginn erneuert werden solle und wollten zügiges Arbeiten anmahnen. Dass nun der Fußgängerüberweg verschwindet, will ihnen gar nicht schmecken. "Eine solche Entscheidung können nur Bürokraten treffen, die die Verkehrssituation des Angers nicht kennen", macht sich Tabea Yackley-Thiessen Luft. Sie ist Vertreterin der Bürgerinitiative Altkötzschenbroda, die sich ursprünglich zur Abwehr der nach der Sanierung des Ortsteils fälligen Ausgleichsbeträge gebildet hatte. Die schlagkräftige Gruppe hatte damals mit ihren Aktionen für Schlagzeilen und Kopfzerbrechen in Stadtrat und Verwaltung gesorgt.

Yackley-Thiessens Worten nach haben besorgte Eltern zum Farbeimer gegriffen. "Als Bürgerinitiative halten wir diese Aktion für vertretbar, um die Sicherheit der Schulkinder zu gewährleisten", ergänzt sie. Da die alten Schilder noch stehen, funktioniert der Zebrastreifen wie eh und je. Prompt halten die Autofahrer, sobald ein Fußgänger am Straßenrand steht. Dass sei insbesondere für die Kinder wichtig, die im Kinderhaus auf dem Anger die Kita besuchen oder am Anger wohnen und in die Schulen der Gegend gehen, die Grundschule und die Oberschule Kötzschenbroda etwa oder die Evangelische Grundschule.

Unklar ist, wie es nun weitergeht. Weder Ingolf Zill, im Rathaus verantwortlich für Verkehrsangelegenheiten, noch Ordnungsbürgermeister Christian Werner (CDU) waren gestern erreichbar, weil ein technischer Defekt weite Teile der Stadtverwaltung lahmlegte. OB Bert Wendsche (parteilos) hat die Sache zwar nicht auf dem Tisch liegen, weiß aber: "Es gibt zu diesem Fußgängerüberweg unterschiedliche Positionen in der Verwaltung." Dass überhaupt über den Zebrastreifen nachgedacht wird, liegt an einer neuen Richtlinie. Die verlangt, dass Fußgängerüberwege beleuchtet werden und über abgesenkte Bordsteine verfügen müssen. Nach und nach hat Radebeul sämtliche Zebrastreifen modernisiert, auch um eventuell auftauchenden Haftungsfragen zu entgehen. Nur der auf dem Anger und der an der Hermann-Ilgen-Straße entsprechen noch dem alten Standard. Während der an der Ilgen-Straße im Zuge einer Straßensanierung überarbeitet werden soll, ist man sich im Rathaus unsicher, ob sich der Umbau in Altkötzschenbroda lohnt. Schließlich sei die Straße dort so kurvig, dass die Querung schlecht zu sehen sei, heißt es. Außerdem "gehen Fußgänger selten auf dem Fußgängerüberweg, sondern überall auf dem Anger über die Straße", wie OB Wendsche sagt.

Ein Gedankengang, den man in Altkötzschenbroda schlicht "grob fahrlässig" nennt. Deswegen sammelt die Bürgerinitiative seit gestern auch Unterschriften gegen den definitiven Abbau. Man habe auch schon Kontakt zu Stadtratsfraktionen geknüpft, sagt Sprecherin Yackley-Thiessen. Ohne Widerstand werden die Zebrastreifen aus Altkötzschenbroda nicht verschwinden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.09.2014

Hofmann, Uwe

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