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Zahl der Heimkinder im Landkreis steigt

Zahl der Heimkinder im Landkreis steigt

Die Ausgaben in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe steigen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weiter. Der Kreistag musste am Montag das Budget um rund 3,2 Millionen Euro aufstocken.

Die Verwaltung hatte gehofft, mit über 31,4 Millionen Euro in diesem Jahr auskommen zu können. Aber allein bei den Kosten für Heimerziehung besteht ein Mehrbedarf von fast 2,8 Millionen Euro.

Eltern seien zunehmend mit Kindern und Kindern mit Eltern überfordert, sagte Vize-Landrat Peter Darmstadt (CDU), der als Beigeordneter für Gesundheit und Soziales im Kreis zuständig ist. Leistete der Landkreis im Jahr 2010 in 646 Fällen ambulante und stationäre Erziehungshilfe, waren es am Stichtag 31. Juli 2014 bereits 991. Allein die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die in einem Heim oder einer sonstigen betreuten Wohnform untergebracht sind, stieg von 2010 bis Mitte dieses Jahres um 94 auf 243 an. Die steigenden Fallzahlen und die damit verbundenen Mehrausgaben seien kein auf den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge begrenztes, sondern ein sachsen- und deutschlandweites Phänomen, so Darmstadt.

Drei wesentliche Ursachen hat die Kreisverwaltung für diese Entwicklung ausgemacht. Zum einen sind es Suchterkrankungen wie die steigende Abhängigkeit von der gefährlichen Modedroge Crystal. "Eltern sind aufgrund des Konsums nicht mehr in der Lage, ihre Kinder zu betreuen", berichtet Darmstadt. Dies macht bereits die Hälfte der Neufälle aus. "Von insgesamt 47 Unterbringungen im ersten Halbjahr 2014 traf dies in 21 Fällen zu", informiert der Vize-Landrat.

Andererseits lassen Zuzüge vor allem aus Dresden die Ausgaben der Erziehungshilfe steigen. So sind 2013 über 40 Familien in den Kreis gezogen, deren Kinder nicht zu Hause, sondern in einem Heim leben. Allein von einem Ehepaar befinden sich zum Beispiel die fünf Kinder in einer Heimeinrichtung, was für dieses Jahr rückwirkend und durch laufende Kosten Ausgaben von rund 442700 Euro für den Kreis mit sich bringt.

Die zunehmenden Mehrkosten in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe lassen sich aber nicht allein auf Drogenkonsum oder sozial Schwache reduzieren. "Wir haben auch ein Problem mit Wohlstandsverelendung", betont Darmstadt. Kinder und Jugendliche würden beispielsweise von den Eltern mit Konsumgütern überschüttet, es fehle jedoch an persönlicher Zuwendung. "Erziehung kommt von Beziehung", so der zweite Mann an der Landkreisspitze.

Insgesamt ist im laufenden Haushaltsjahr im Kreisetat ein Defizit von 4,5 Millionen Euro angefallen. Bis zu 2,4 Millionen Euro kann Kreiskämmerer Michael Jumel derzeit ausgleichen. Um das verbleibende Loch zu stopfen, werden in allen Bereichen freiwillige Leistungen genau unter die Lupe genommen. Das gleiche gilt für Einnahmen und Ausgaben. So stehen beispielsweise die Entgelte und Gebühren auf dem Prüfstand. Bei einer weiteren Verschlechterung der finanziellen Situation komme auch eine Haushaltssperre in Frage. "Das ist aber das letzte Mittel", sagt Jumel.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.10.2014

Silvio Kuhnert

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