Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
ZAOE erzielt Millionen-Überschuss, senkt die Müllgebühren aber nur leicht

Alles für die (grüne) Tonne ZAOE erzielt Millionen-Überschuss, senkt die Müllgebühren aber nur leicht

Die Abfallgebühren in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sinken ab 2017 leicht. Das geht aus der Fünf-Jahres-Kalkulation des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) für die Jahre 2017 bis 2021 hervor, die der Entsorgungsverband am Mittwoch vorgestellt hat.

ZAOE-Chef Raimund Otteni, Silke Rehn und OB Olaf Raschke (parteilos).

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Die Abfallgebühren in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sinken ab 2017 leicht. Das geht aus der Fünf-Jahres-Kalkulation des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) für die Jahre 2017 bis 2021 hervor, die der Entsorgungsverband am Mittwoch vorgestellt hat. Demnach zahlten private Haushalte eine jährliche Festgebühr von 14,64 Euro und damit 1,44 Euro weniger als bisher. Auch für Gewerbebetriebe sinken die Festpreise, so für die 240-Liter-Tonne von 64,54 Euro auf 56,53 Euro. Die Entleerungsgebühren für die Mülltonnen bleiben dagegen unverändert.

Auf diese Weise will ZAOE-Chef Raimund Otteni in den letzten Jahren erwirtschaftete Überschüsse zurückgeben, ohne den Anreiz zur Müllvermeidung zu drosseln. Richtig Geld sparen kann auch künftig nur der, der seinen Müll ordentlich trennt und möglichst wenig in die Restabfalltonne gibt. Auf zehn Millionen beziffert Otteni das in den letzten fünf Jahren erwirtschaftete Plus. Etwa zwei Millionen Euro davon gehen auf günstige Entsorgungsverträge zurück, die man abschließen konnte. Das Plus schmälern in der neuen Kalkulation aber die darin enthaltenen „Kosten für Wagnisse“. Dafür hat der ZAOE die Kosten für Naturkatastrophen seit dem Augusthochwasser 2002 addiert und einen Jahresdurchschnitt gebildet. Der liegt demnach bei rund 310 000 Euro im Jahr. Zum Vergleich: 2013 waren für die Entsorgung von rund 200 000 Tonnen Hochwassermüll rund 2,6 Millionen Euro fällig.

Den größten Teil des Überschusses frisst eine „Service-Offensive“ auf, mit der vor allem die kostenlose Entsorgung der Bio-Tonne bis Ende 2021 gemeint ist. Auf diese Weise will der ZAOE die grüne Tonne im gesamten Verbandsgebiet etablieren, ohne einen Haushaltszwang durchzusetzen. Man wolle erreichen, das im gesamten Verbandsgebiet etwa die Hälfte der Haushalte eine grüne Tonne haben, um etwaige Maßregelungen des Freistaats, der das Entsorgungssystem für Küchenabfälle vorschreibt, zu umgehen. Bisher kann aber nur das Gebiet des früheren Weißeritzkreises eine Anschlussquote über 50 Prozent vorweisen, in Radebeul liegt sie immerhin über 40 Prozent, in Pirna unter 20 Prozent.

Geringe Mietgebühren fallen für die Biotonne zwar an (60 Liter: 2,72 Euro; 240 Liter: 8,40 Euro), dennoch meint Otteni, durch die kostenlose Entsorgung eine bittere Pille verkaufen zu können: Die alljährliche Grünschnittsammlung wird ab 2017 gestrichen. Damit habe man immer viel Ärger gehabt, weil sich die Sammeltermine schlecht kalkulieren lassen, weil Kleingärtner genauso unberechtigt daran teilnehmen wie besonders in den Grenzbereichen Dresdner und Brandenburger. Daraus hätten oft genug Streitereien resultiert, die bis zu Handgreiflichkeiten reichten. Stattdessen sollen alle, die viel Laub im Herbst oder Rasenschnitt im Sommer haben, dafür die grüne Tonne nutzen. Dafür wird der einwöchige Abholrhythmus der grünen Tonne bis weit in den Herbst und das Frühjahr hinein verlängert, wie Otteni sagt. Kleingärtner können eine grüne Tonne aber nur bekommen, wenn sie auch einen Restmüllbehälter angemeldet haben.

Die für dieses Jahr ausgegebenen Termine für die Grünschnittabholung gelten noch, im nächsten Jahr muss dann die Tonne genutzt oder im Wertstoffhof abgegeben werden. Dafür werden in der Regel 3 Euro je Kubikmeter fällig. Von rund 14 260 Tonnen Grünschnitt im Jahr 2015 wurde ohnehin schon rund 9400 Tonnen kostenpflichtig abgegeben, weshalb Otteni von keinem harten Einschnitt ausgeht. Die kostenlose Weihnachtsbaumsammlung bleibt bestehen.

Ziel des ZAOE ist es außerdem, das Wertstoffhofnetz auszubauen. Diese Pläne kommen allerdings immer wieder ins Stocken, mal weil man wie in Coswig/Radebeul-West auf die Planung der Staatsstraße 84n warten muss oder wie in Pirna, wo sich plötzlich die Möglichkeit ergeben hat, 50 000 Euro Fördermittel zu kassieren, wenn die Stadt und nicht wie bisher geplant eine Gesellschaft das fragliche Grundstück verkauft. Weitere Wertstoffhöfe sind in Königstein, Radeburg und Gröditz geplant. Bis sie stehen, wird es weiterhin Abholtermine für Grünschnitt geben, die aber kostenpflichtig sind.

Ein großes Risiko ist in der Kalkulation enthalten. 70 000 Tonnen Müll kann der ZAOE entsorgen lassen, 69 648 waren es zuletzt. Eigentlich sollte die Summe leicht sinken, weil auch die Einwohner im Verbandsgebiet schwinden. So hat auch der ZAOE kalkuliert. Sollte die Abfallmenge aber die Kapazität übersteigen, müssten neue Entsorgungsverträge ausgehandelt werden. Dann könnten auch die Gebühren wieder steigen, warnt Otteni. Bisher zahlten Bewohner des Verbandsgebiets rund 50 Euro für die Abfallentsorgung im Jahr, was im sächsischen Vergleich unteres Mittelfeld bedeute.

Von Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr