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"Wir grenzen niemanden aus!" - Ein Zaun am Natursee in Pirna-Copitz erhitzt die Gemüter

"Wir grenzen niemanden aus!" - Ein Zaun am Natursee in Pirna-Copitz erhitzt die Gemüter

Ein Zaun am Natursee in Copitz erhitzt derzeit die Gemüter. Er kappt den Rundweg. Die Pirnaer fühlen sich ausgegrenzt und ausgeschlossen, weil sie nun nicht mehr den Natursee komplett nutzen können, sondern ihn mit den Gästen des Campingplatzes teilen sollen.

Pirna.

Im DNN-Interview sagt Herbert Marquard, Geschäftsführer der Stadtwerke Pirna, warum der Zaun gebaut wurde, was auf dem Areal geplant ist und wie der Rundweg einen neuen Verlauf bekommen soll. Statt am Campingplatz vorbei wird der Weg über eine Steganlage führen.

Herr Marquard, die Stadtwerke Pirna haben den Zaun am Waldcampingplatz bis zum Natursee hinuntergezogen. Der Rundweg wurde gekappt. Wollen die Stadtwerke die Pirnaer von einem Teil des Areals aussperren?

Herbert Marquard: Es ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen, wenn man sagt, wir wollten die Pirnaer ausgrenzen bzw. eine Zweiklassengesellschaft schaffen. Seit längerer Zeit kommt es auf dem Areal immer wieder zu starkem Vandalismus. Schon heute ist das Naherholungszentrum umzäunt. Ab 21 Uhr werden die Tore geschlossen. Danach wird das Gelände durch einen privaten Wachdienst kontrolliert. Auch um den Campingplatz verläuft ein Zaun. Was wir jetzt unternommen haben, ist der Bau eines Zaunes rechts und links vom Campingplatz, damit die Campingfreunde auch einen direkten Zugang zum See haben. Der Rundweg ist derzeit nicht mehr komplett nutzbar. Das ist ein Ärgernis, für das es aber auch eine Lösung gibt.

Sie sagten, der Rundweg ist "derzeit nicht mehr nutzbar". Das heißt, es handelt sich nur um einen vorübergehenden Zustand. Wie sieht die Lösung aus?

Wir wollen den Rundweg über eine Steganlage über den See wieder anbinden. Unsere Pläne haben eine Aufwertung des gesamten Geländes zum Ziel - zum einen des Campingplatzes und andererseits des Naherholungszentrums. Über einen Steg zu wandeln, der über den See führt, wird sicher viel schöner und angenehmer sein, als wenn man an den Wohnwagen vorbeiläuft.

Wann wird der Rundweg gebaut?

Am kommenden Montag gibt es einen Termin im Rathaus. Da werden alle Formalitäten für eine rasche Baugenehmigung besprochen. Unser Ziel ist, bereits im Frühjahr mit dem Bau des Steges zu beginnen. Die Baupläne liegen bereits seit 30. April 2014 vor; die einzige Hürde ist die noch fehlende Baugenehmigung, um mit der Umsetzung des Vorhabens beginnen zu können.

Wenn der Steg steht, wird ein Besuch des Naherholungszentrums dann Eintritt kosten?

Auch künftig werden die Pirnaer das Naherholungszentrum kostenlos nutzen können. Nur weil wir einen Steg bauen, werden wir künftig keinen Eintritt zu dem Areal verlangen. Diese Sorge ist völlig unbegründet.

Warum ist ein Zaun überhaupt notwendig?

Am vergangenen Wochenende kam es wieder zu Vandalismus. Es wurde ins neue Waschhaus eingebrochen. Unbekannte versuchten auch, Wohnwagen aufzubrechen. Und dies nicht zum ersten Mal. Es gab bereits in der Vergangenheit Einbrüche in Zelte und Campingwagen. Als Eigentümer sind wir verpflichtet, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Vandalismus ist nicht nur auf dem Campingplatz ein Problem. Die im letzten Jahr auf dem Naherholungszentrum aufgestellten Toiletten wurden zerstört und mussten nach kurzer Zeit erneuert werden. Es gibt kaum noch Sitzbänke, die nicht beschädigt sind. Jeden Tag müssen Glasscherben und Müll entfernt werden. Wir würden uns wünschen, wenn man mehr Wertschätzung dem Geschaffenen entgegenbringt. Damit die Pirnaer das Gelände kostenlos nutzen können, geben die Stadtwerke jedes Jahr rund 80 000 Euro aus.

Warum wurden die Zäune nicht einfach so belassen, wie sie bislang standen?

Die Campingfreunde waren bis jetzt eingezäunt. Auch sie wollen gern einen direkten Zugang zum See haben. Darüber hinaus bauen wir derzeit eine Gaststätte. Von der Terrasse aus soll man nicht auf einen Zaun, sondern unmittelbar auf den See blicken können. An der Gaststätte wird es ein Tor zum Naherholungszentrum geben, damit die Besucher sich auch etwas zur Stärkung kaufen und ebenfalls von der Terrasse aus den Blick über den Natursee genießen können.

Wie sieht die Aufwertung des Campingplatzes konkret aus?

Die Stadtwerke Pirna investieren rund 1,2 Millionen Euro. Wir sind dabei, 53 neue Plätze zu schaffen. Damit wächst die Kapazität auf rund 200 Stellplätze an. Ein neues Waschhaus wird errichtet. Zudem bauen wir eine Gaststätte, die Campingklause. Bis diese in Betrieb geht, werden wir ab Ostern mittels eines Imbisswagens die Besucher des Naherholungszentrums und die Gäste des Campingplatzes mit Speisen und Getränken versorgen. Mit den zusätzlichen Plätzen und Angeboten wollen wir die Zahl der Besucher erhöhen. Bislang hatte der Campingplatz für die Stadtwerke mehr Ausgaben verursacht, als er Einnahmen gebracht hat. Die Investitionen haben die wirtschaftliche Betreibung des Campingplatzes zum Ziel. Mehr Gäste erfreut auch die Gastronomen und Händler der Innenstadt. Zudem schaffen wir sechs neue Arbeitsplätze.

Interview: Silvio Kuhnert

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.02.2015

Silvio Kuhnert

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