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Winzertreffen: Gebietsweinprämierung soll attraktiver werden

Auswärtige und unabhängige Prüfer bisher zu teuer Winzertreffen: Gebietsweinprämierung soll attraktiver werden

Der Weinbauverband Sachsen will die Gebietsweinprämierung attraktiver machen. Dazu hat der Verband unter Ausschluss der Öffentlichkeit für Dienstagnachmittag die sächsischen Winzer zu einem Erfahrungsaustausch aufs Staatsweingut Schloss Wackerbarth eingeladen.

Der Weinbauverband Sachsen will die Gebietsweinprämierung attraktiver machen.
 

Quelle: dpa

Meissen/Radebeul. Der Weinbauverband Sachsen will die Gebietsweinprämierung attraktiver machen. Dazu hat der Verband unter Ausschluss der Öffentlichkeit für Dienstagnachmittag die sächsischen Winzer zu einem Erfahrungsaustausch aufs Staatsweingut Schloss Wackerbarth eingeladen. Es gehe unter anderem um die Besetzung der Prüfkommission und um Kosten für die Anstellung der Weine, sagte Verbandschef Christoph Reiner den DNN.

Zudem werde auch thematisiert, ob auf der regionalen Gebietsweinprämierung streng wie bisher nach bundeseinheitlichem Prüfschema bewertet werden muss. Denkbar wäre auch, regionale Besonderheiten, wie Klima und Terroir (Boden), zu berücksichtigen. Dann würde allerdings eine bundesweite Vergleichbarkeit der Medaillen aufgegeben.

2016 stellten nur 12 von 69 Winzern und Weinbauern Erzeugnisse vor

In diesem Jahr hatten bei der sächsischen Gebietsweinprämierung zwölf Weinerzeuger Sekte und Weine vorgestellt. Im Anbaugebiet allerdings produzieren nach Angaben des Landeslandwirtschaftsamtes 69 Winzer und Weinbauern unter eigenem Etikett. Die Gebietsweinprämierung ist für viele Unternehmen kaum attraktiv. Auf Anfrage erklärten Winzer, eine sächsische Medaille sei in der Branche als Werbung wenig aussagekräftig. Deshalb beteiligen sich etliche Winzer lieber an bundesweiten oder internationalen Weinwettbewerben und erlangen so auch überregionale Aufmerksamkeit.

Kritisiert wird immer wieder, dass zu viele einheimische Kellermeister – noch dazu aus großen dominierenden Weingütern – in Sachsen ihre eigenen Weine und die der kleineren Konkurrenz bewerten. „Aus Sicht des Verbandes besteht allerdings kein Grund, die Objektivität der vergangenen Prüfrunden auch nur im geringsten anzuzweifeln“, so Reiner.

 Mancher Winzer sieht das ganz anders und erklärt, dass sein Wein bei der Qualitätsweinprüfung nur kurze Zeit vor der Gebietsweinprämierung von teilweise den selben Prüfern völlig anders bewertet wurde. Reiner versucht das so zu erklären: „Ein Wein ist kein statisches Produkt. Wein entwickelt sich, ist bildlich gesprochen auch nach der Abfüllung lebendig und wandelbar.“ Die Winzer lassen das nicht gelten, wenn zwischen beiden Prüfungen nur wenige Tage oder Wochen liegen.

Der Verbandschef verweist noch auf die hohen Kosten für auswärtige und damit zweifelsfrei unabhängige Prüfer. Deren Anreise und Übernachtung müsse aus den Anstellgebühren der Weine finanziert werden. Dazu müssten aber mehr Weingüter mitmachen und mehr Weine und Sekte vorstellen.

Der Weinbauverband wolle in einer späteren Runde auch die Meinungen von Gastronomen, Weinhändlern und Pressevertretern einholen, kündigte Reiner an. Der Angestellte im Weingut Schloss Proschwitz ist fest davon überzeugt: „Eine Medaille der sächsischen Gebietsweinprämierung ist in jedem Fall aussagekräftig und verspricht Weingenuss auf höchstem Niveau.“

Von Lars Müller

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