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Winzergenossenschaft Meissen startet mit Getöse die Weinlese

Winzergenossenschaft Meissen startet mit Getöse die Weinlese

Meißen/Radebeul/Sörnewitz. Die Weinlese im Elbland kommt nur langsam in Schwung. Während das kühle Frühjahr und der nasse Sommerstart die frühen Sorten ausbremsten, reifen die traditionellen Rebsorten trotz des derzeit wechselhaften Wetters zur üblichen Zeit.

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Felix Hößelbarth von der Hoflößnitz prüft täglich den Riesling. Die kompakten Trauben neigen bei Regen zur Fäulnis.

Quelle: Lars Müller

Da überdurchschnittlich viele Blüten verrieselten, also abfielen, und zudem Mehltau den Reben zu schaffen machte, fallen die Erträge geringer aus als in Durchschnittsjahren, erklärten übereinstimmend die Winzer aus dem Raum Radebeul und Meißen.

Mit viel Getöse hat die Winzergenossenschaft Meissen gestern offiziell die Weinlese der traditionellen Rebsorte Müller-Thurgau auf dem "Kronenberg" im Spaargebirge gestartet. Einem alten Brauch folgend fielen Böllerschüsse, zudem gab es geistlichen Segen von Pfarrer Uwe Haubold für die bevorstehende Lese. Etliche Winzer holen jedoch schon seit einigen Tagen die ersten Trauben für den Ausbau von Qualitätsweinen in ihre Keller. Solaris für Federweißer wird sogar bereits seit gut zwei Wochen gelesen.

Ein Tag vor der Winzergenossenschaft startete die Lese im Radebeuler Staatsweingut Schloss Wackerbarth schon am Dienstag. Etwa 5000 Liter Solaris sollen in den nächsten Tagen zusammenkommen. Die Ernte begann nach Angaben des Staatsweinguts drei Wochen später als in den vergangenen Jahren. Die starken Regenfälle zur Blütezeit der Rebe im Juni verringerten die Anzahl der Beeren pro Traube, sodass die stellvertretende Kellermeisterin Christiane Spieler derzeit von rund 30 Prozent weniger Ertrag ausgeht. Wann die nächsten Rebsorten gelesen werden können, wollte aber auf Wackerbarth noch niemand prognostizieren.

Bereits am vergangenen Wochenende hat Frédéric Fourré aus Radebeul seinen "Gutedel" geerntet. Er schätze eine ausgeprägte Säure dieser Rebsorte und beginne deshalb relativ früh mit der Lese, sagte der aus Paris stammende Winzer. "Mit der Qualität bin ich zufrieden, mit der Menge aber nicht." Ab diesem Jahr baut Fourré seine Weine erstmals im Keller des Weinguts Schloss Proschwitz in Zadel aus. Die nächsten Trauben will der Franzose frühestens in anderthalb Wochen lesen. Voraussichtlich ist der Müller-Thurgau dann soweit.

Mindestens zwei Wochen wird auch das Weingut Walter Schuh aus Sörnewitz bis zur nächsten Lese warten. Am Dienstag hatte der Familiebetrieb bei Sonnenschein seinen kompletten Goldriesling aus der Steillage im Meißner Spaargebirge geholt und den Phönix für Federweißer. Der Ertrag liege etwa 20 Prozent hinter dem des Vorjahres, erklärte Juniorchef Matthias Schuh, der trotzdem sichtlich erleichtert mit dem Traktor einen Anhänger voller Trauben vor die Kellerei auf den Hof im Dorf rangierte. Die Qualität stimme, sagte er. Als nächste Sorten erreichen wahrscheinlich die roten Trauben des Regent und des Dunkelfelders die Oechslegrade, die den Ansprüchen der Schuhs zum Ausbau hochwertiger Weine genügen.

Gelassen wartet derweil der Weinbauleiter des Radebeuler Stadtweinguts Hoflößnitz, Felix Hößelbarth, auf den richtigen Erntezeitpunkt. In drei bis fünf Tagen sei der Müller-Thurgau so weit, wenn das Wetter mitspielt, sagte er. Den Lesebeginn will Hößelbarth unter anderem von der weiteren Fäulnisentwicklung abhängig machen. Um diese zu verzögern, hatten die Erntehelfer zunächst viel Laub entfernt. Dadurch bekommen die Trauben mehr Sonne und mehr Wind, um nach Regen schneller trocknen zu können.

Insbesondere die Pilzkrankheit "Gescheinsbotrytis" habe nach dem nassen Frühjahr einigen Rebsorten bereits zu Beginn der Blüte stark zugesetzt, sagte Hößelbarth. Bei Traminer und Grauburgunder könnte der Ertrag deshalb bis zu 60 Prozent niedriger ausfallen als in Durchschnittsjahren.

Lesestart war auf der Hoflößnitz bereits am 6. September. An diesem Tag haben Hößelbarth und seine Mitarbeiter Solaris geerntet, auch diese Trauben werden in dem Biogut zu sortenreinem Wein ausgebaut. Der Weinbauleiter betonte, dass die Reife der traditionellen Sorten bisher kaum verzögert sei. Die witterungsbedingten Ertrageinbußen lägen auch in dem Rahmen, den Landwirtschaftsbetriebe allgemein in ihren Wirtschaftsplänen einkalkulieren würden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2013

Lars Müller

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