Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 1 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+
Winzer Martin Schwarz füllt rote Rarität ab

Winzer Martin Schwarz füllt rote Rarität ab

Meißen/Radebeul. Was ist die Steigerung von Rarität? Wenn die sächsischen Winzer ihren ganz gewöhnlichen Wein schon als Rarität vermarkten, hat einer von ihnen jetzt eine ganz besondere Rarität abgefüllt.

Martin Schwarz, langjähriger Kellermeister auf Schloss Proschwitz und inzwischen beruflich mit Weinbäuerin Anja Fritz in der Manufaktur am Mariaberg vereint, hat seinen ersten "Nebbiolo" in Flaschen. 100 Flaschen zu 0,75 Liter und zehn Magnumflaschen zu 1,5 Liter hat der Liebhaber großer Weine abgefüllt. In der limitierten Premieren-Edition sind alle Flaschen nummeriert. Die rote Rebsorte ist in Sachsen derzeit nur im Versuchsanbau zugelassen. Am Friedstein in Radebeul hat Schwarz vor fünf Jahren 100 Rebstöcke aus dem Piemont gepflanzt, wo aus Nebbiolo-Trauben legendäre Barolo- und Barbaresco-Weine kreiert werden. "Man muss Nebbiolo in den besten Lagen pflanzen", weiß der Winzer.

2012 hat er das erste Mal geerntet, 60 Liter Most kamen zusammen. 2013 lief mengenmäßig schlechter, da floss nur die Hälfte aus der Kelter. Den Rotwein hat er - mangels eines Holzfasses in passender Größe - nach der jeweils dreiwöchigen Maischegärung im offenen Holzfass in einem Plastikbehälter ausgebaut. Beide Jahrgänge hat der Winzer zu einer Cuvée vereint. "Der 2012er ist sehr reif und konzentriert, der 2013er schlanker, aber mit typischen Tanninen - das passt sehr gut zusammen und hat den Wein am Ende ausgewogen gemacht", findet Schwarz. Cassis, Kirsche und einen Hauch Orangenschale macht er im Duft aus. Das sei typisch für Nebbiolo, sagt er. Der Wein erinnere an gute Burgunder. Sein Gewächs lag lange auf der Hefe und wurde nicht filtriert, nur abgestochen. So könne es passieren, dass sich auch in der Flasche bei längerem Lagern noch Sedimente am Boden absetzen.

Wer sich die edlen Tropfen gönnen will, muss tief in die Tasche greifen. Der Wein sei für Liebhaber und Kenner, sagen Schwarz und seine Lebensgefährtin Grit Geißler, die sich mit Hingabe um die Rebstöcke im Weinberg kümmern. "Die Trauben sind wirklich gestreichelt", erklärt die studierte Lehrerin. Zweimal im Jahr wird der Ertrag reduziert, nur so sei hohe Qualität zu erreichen. Der Aufwand habe seinen Preis: 50 Euro kostet die kleine, 110 Euro die große Flasche. Verkauft wird die Rarität in der Weinmanufaktur in Meißen, in der am vierten Advent eine Vinothek eröffnen soll. Wer sich den ersten Nebbiolo aus Sachsen leistet, sollte ihn in den ersten Wochen trinken oder noch zwei bis drei Jahre liegen lassen. Schwarz geht davon aus, dass sich der zurzeit recht offene Wein nach dem Füllen wieder verschließen wird und weiter reift.

Mit der 2014er Lese des Nebbiolo ist Martin Schwarz zufrieden: Geerntet wurden relative gesunde und gut ausgereifte Trauben. Hier habe sich bezahlt gemacht, dass die Beeren dickschalig und robust sind. 90 Liter hat Schwarz jetzt wieder im Keller. Für den künftigen Ausbau möchte er sich ein 100-Liter-Holzfass besorgen. Schließlich ist der Winzer dafür bekannt, eigentlich alle seine Weine ins Holz zu legen. Perspektivisch könnte er sich vorstellen, weitere 200 Nebbiolo-Rebstöcke am Friedstein zu setzen.

Nebbiolo ist eine uralte Rebsorte, die vermutlich schon in der Antike angebaut wurde, zumindest aber im 13. und 14. Jahrhundert in überlieferten Schriften erwähnt wurde. Der Rotwein ist wenig dunkel, erinnert von der Farbe her ein wenig an Burgunder.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.12.2014

Lars Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

30.04.2017 - 13:27 Uhr

Souveräner Heimerfolg der Veilchen gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf.

mehr