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Wildwest im Elbsandstein: Pistolenduell mit Polizisten

Wildwest im Elbsandstein: Pistolenduell mit Polizisten

"Ich war noch nie in Deutschland. Man hat mir gesagt, es soll dort sehr schön sein. Da habe ich gedacht, fahr doch mal hin", erzählte Miroslaw H. gestern vor dem Dresdner Landgericht.

Eigentlich ein lobenswerter Vorsatz. Nur war der Tscheche bei seinem Deutschlandausflug mit einem gestohlenen Wagen und einer Waffe unterwegs, die er auch einsetzte. Beides hatte er kurz zuvor in Tschechien gestohlen. Abhauen oder verstecken wollte er sich deshalb aber nicht, beteuerte der 35-Jährige. Er wollte nur wegen der schönen Landschaft in Deutschland vorbeischauen. Jetzt steht er wegen schweren Raubes und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Dresden vor Gericht.

Am 24. Juli 2010 war er über den Grenzübergang Rosenthal-Bielatal nach Deutschland eingereist und im Grenzgebiet herumgefahren. Gegen 20 Uhr, so die Staatsanwaltschaft, soll er zwei Zivilbeamte, die ihn kontrollieren wollten, mit der Pistole bedroht haben. Auch einer der Beamten hatte seine Waffe gezogen. Die beiden standen sich gegenüber wie bei einem Duell im Wilden Westen. Eigentlich gibt es solche Szenen nur auf der Felsenbühne und dort wird mit Platzpatronen geschossen. Miroslaw H. will nicht mal die gehabt haben. Er habe die Pistole zwar ausprobiert, nur sei ihm, als er sie aus dem Autos genommen habe, das Magazin rausgefallen, behauptete er.

Der Beamte konnte dies nicht wissen und legte seine Waffe nieder. Er wollte seinen Kollegen nicht in Gefahr bringen, der neben dem Täter stand. Miroslaw H. gab den beiden zu verstehen, sich zu entfernen, entlud die Pistole und schob sie unter das Auto. Dann nahm er den Autoschlüssel der Beamten an sich, dazu ein Handy und eine Brieftasche mit Geld, Ausweisen und EC-Karte und fuhr zurück nach Tschechien. Den Autoschlüssel warf er ins Gras, die Geldbörse später unter eine Brücke. Das Portemonnaie wurde später ohne Bargeld gefunden.

Der Angeklagte gab die Vorwürfe zu, monierte aber, seine Gegenüber hätten sich nicht als Polizisten zu erkennen gegeben. "Sie waren in Zivil. Ich wusste nicht, wer sie sind und habe dann aus Angst die Waffe gezogen." Einer der Beamten widersprach Miroslaw H.. Der Prozess wird heute fortgesetzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.11.2012

ml

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