Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Wie die Spinne im Netz: Pharmafirma Biocrea agiert auf der Weltbühne

Wie die Spinne im Netz: Pharmafirma Biocrea agiert auf der Weltbühne

auf sie komme es bei seiner Arbeit vor allem an, sagt Tom Kronbach: "Der Direktflug mit der Air France nach London und das Kommunikationsprogramm Skype, das uns täglich verbindet.

Zwei wichtige Werkzeuge. " In der britischen Metropole sitzt mit den Wissenschaftlern Martin Gunthorpe und Simon Ward die eine Hälfte der Geschäftsführung von Biocrea, im Pharmapark Radebeul mit Christiane und Tom Kronbach die andere. Dort greifen die Pharmaforscher auch auf eigene Labore zurück. 15 Mitarbeiter hat die 2010 gegründete Firma inzwischen. Es waren mal deutlich mehr. "Es ist derzeit nicht geplant, dass sich daran etwas ändert", sagt Biocrea-Gründer Kronbach. Seine Firma hat nach Jahren rasanter Entwicklung offenbar ihre Struktur in der weltweit vernetzten Pharmawelt gefunden.

"Wir sitzen wie die Spinne im Netz", sagt Kronbach dazu. Das Unternehmen baut auf Beziehungen zu Dienstleistern, deren Arbeit in den letzten Jahren immer besser geworden sei, wie Kronbach sagt. Partnerlabore sitzen beispielsweise in Indien oder der Schweiz. Sie werden allerdings nur mit Aufgaben betraut, für die die eigenen Kapazitäten nicht genügen. Das eigentliche Herzstück des Unternehmens schlägt weiter in Radebeul: Biocrea findet neue Wirksubstanzen, aus denen in jahrelangen Prozessen neue Medikamente entstehen können.

Das war schon Kronbachs Spezialgebiet, als er die Forschungsabteilung des Arzneimittelwerks Dresden (AWD) leitete. Mit ihr machte er sich nach dem AWD-Aus als Elbion selbstständig, das 2008 mit dem Finnischen Konzern Biotie zusammenging. Die Liaison hielt aus strategischen Gründen nur zwei Jahre, wobei die Finnen bis heute im Besitz des Pharmaparks geblieben sind. Die verbliebenen Radebeuler gründeten sich als Biocrea neu. Geblieben ist ihre Expertise, vor allem gegen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) Wirkstoffe zu finden. Insbesondere zwei Substanzen bietet Kronbach dabei Pharmafirmen weltweit an, angestrebt wird die Entwicklung über klinische Tests hin zum Medikament. Eine wirkt gegen die Huntington-Krankheit, eine sehr seltene, erbliche Gehirnerkrankung, und die andere, im Moment aussichtsreicher, hilft gegen Depressionen. Zwei Medikamente gehen bislang auf die Radebeuler zurück: Retigabin und die Hunde-Arznei Pexion.

Nur wenn Kronbach fündig wird, kommt neues Geld in die Kassen, mit dem Biocrea weiter forschen kann. Zwei bis drei Jahre arbeiten die Radebeuler an einem Wirkstoff, ehe sie ihn der Fachöffentlichkeit vorstellen und dieser Kreislauf wieder beginnt. Dabei will Kronbach alles daran setzen, Wirkstoffe so lange wie möglich allein im Hause Biocrea zu behalten. Je länger, desto teurer werden sie. Möglich, dass ein Preis der US-Amerikanischen Epilepsy-Foundation für Biocreas Forschungen dafür die Türen geöffnet hat. Das National Health Institut (NHI) aus den USA, ein öffentlicher Geldgeber also, aber auch eine Reihe von Stiftungen haben sich daraufhin gemeldet. Kommt eine Förderung zustande, schließt sich für Kronbach ein Kreis. Mit dem NHI hat er schon bei AWD in den 90er Jahren zusammengearbeitet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2014

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

21.08.2017 - 12:52 Uhr

Der 26-Jährige, der auf den Fußballer schoss und dessen Tante tötete, muss ins Gefängnis.

mehr