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Wie Touristen die Felsenwelt eroberten

Wie Touristen die Felsenwelt eroberten

Erst kamen die gebildeten Kreise des Adels und Bürgertums zu Fuß. Später ließ sich die Oberschicht auf Tragesesseln die Schönheit der Felsenwelt zeigen.

Pirna.

Mit Dampfschiff und Eisenbahn suchten ab Mitte des 19. Jahrhunderts die breiten Massen Erholung in der Sächsischen Schweiz. "Bereits im Jahr 1865 wurde in der Dampfschifffahrt die Millionen-Grenze bei der Zahl der beförderten Passagiere geknackt", berichtet René Misterek, Leiter des Stadtmuseums Pirna. In der aktuellen Sonderausstellung beleuchtet der Musentempel ab Sonnabend unter dem Titel "Die Eroberung der Sächsischen Schweiz" 200 Jahre Fremdenverkehr im Elbsandsteingebirge.

Erst durch Dampfross und Dampfschiff wurde Pirna zum Tor der Sächsischen Schweiz. Als um 1800 die Bildungsschicht sich in die bizarren Felsmassive aufmachte, gingen sie noch andere Wege. "Der alte Fremdenweg begann in Pillnitz", informiert Misterek, der die Schau konzipierte. Von dort ging es zu Fuß weiter zum und durch den Liebethaler Grund nach Lohmen, durch den Uttewalder Grund ins Basteigebiet. "Von dort gelangten die Reisenden über den Hockstein nach Hohnstein, anschließend durch den Tiefen Grund nach Schandau. Die nächsten Ziele waren der Kuhstall, die beiden Winterberge und das Prebischtor", führt Misterek weiter aus. Mit der Gondel ging es dann wieder zurück nach Dresden. Die Bildungsbürger um 1800 waren von den Ideen des französischen Aufklärungsphilosophen Jean-Jacque Rousseau und dessen Forderung einer Rückkehr des Menschen zur Natur berührt. Entlang des traditionellen Fremdenwegs fanden auch viele Landschaftsmaler ihre Motive.

Lebten die Bewohner der Sächsischen Schweiz zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch von Land- und Forstwirtschaft sowie der Arbeit in den Sandsteinbrüchen, entwickelte sich mit den Jahren der Tourismus zu einer Einnahmequelle. Im Jahr 1827 wurde die erste Sesselträgerstation in Lichtenhain eröffnet. In einer Sänfte wurden die betuchten Reisenden von Schweizführern zum Kuhstall und sogar bis auf den Winterberg und zum Prebischtor getragen. In der Ausstellung ist ein originalgetreuer Nachbau des einzigen erhaltenen Tragesessels zu sehen, der sich heute im Museum Bad Schandau befindet.

Die Besucher können sich anhand von Originalplänen um 1880 ein eigenes Bild von einer Drahtseilbahn von Rathen hoch zur Bastei machen sowie sich über die damals heftige Kontroverse zwischen den Belangen des Natur- und Umweltschutzes und denen des Tourismus informieren. Anhand von Gemälden, Fotografien, Reiseutensilien und Souvenirs spannt das Stadtmuseum Pirna den Bogen der Geschichte des Tourismus bis zur Zeit der FDGB-Ferienheime.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2014

Silvio Kuhnert

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