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Weiterer Felsblock in Wehlen absturzgefährdet: Spezialkräfte müssenden Hang sichern

Weiterer Felsblock in Wehlen absturzgefährdet: Spezialkräfte müssenden Hang sichern

Nach dem Felssturz vor einer Woche nehmen nun Spezialkräfte in Stadt Wehlen ihre Arbeit auf. An der Abbruchstelle müssen zunächst weitere absturzgefährdete Felspartien gesichert werden, bevor unterhalb liegende Steine aus dem Hang beräumt werden können.

Wie die Nationalparkverwaltung mitteilte, hat sie dafür eine Spezialfirma beauftragt, die in dieser Woche mit den Sicherungsarbeiten beginnt.

Am vergangenen Montag wurde in den Morgenstunden ein Felssturz entdeckt. Mehrere Felsbrocken unterschiedlicher Größe waren an der Hofewiese Richtung Elbe gedonnert. "Aus einer natürlichen Felsbildung waren rund elf Kubikmeter Gesteinsmaterial ausgebrochen. Teile davon haben ein rund 200 Meter hangabwärts gelegenes Haus erreicht und beschädigt", informierte Hanspeter Mayr, Sprecher der Nationalparkverwaltung. Bei dem betroffenen Gebäude handelt es sich um die "Villa Marie" (DNN berichteten). Es wurde 1888 gebaut und 1993 saniert. 2005 diente es für den Liebesfilm "Wink des Himmels" unter anderem mit Helmut Zierl und Elisabeth Lanz als Kulisse. Das Haus wurde von mehreren Steinen getroffen. Ein Brocken zertrümmerte eine Tür auf der Rückseite. Menschen wurden nicht verletzt. Die Villa ist derzeit nur gelegentlich an den Wochenenden bewohnt. Der sogenannte Haldenweg, oberhalb der "Villa Marie", wurde gesperrt.

Nach dem Steinschlag hat ein Fachmann aus dem Referat Ingenieurgeologie des Landesamtes für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Untersuchung an der Absturzstelle aufgenommen. "Er stufte den Felssturz als reines Naturereignis in einem natürlichen Steilhang mit Felsklippen ein. Wie bei einer Störung der Statik in einem Haus hat sich durch Verwitterung und Erosion unter der Felspartie eine Störung der Standfestigkeit ergeben, die zum Absturz führte", teilte Mayr mit. Anfangs wurde vermutet, dass das Wurzelwerk eines Baumes den Felsen gesprengt habe. "Zwar steht über dem Ausbruchsbereich eine Kiefer, doch waren deren Wurzeln nicht die alleinige Ursache für den Felssturz", so Mayr.

Dr. Dietrich Butter, Leiter der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz, zeigte sich erleichtert, dass bei dem Felssturz keine Personen zu Schaden kamen. "Felsstürze zählen jedoch zu den typischen Gefahren im gesamten Elbsandsteingebirge, mit denen Besucher und Anwohner rechnen müssen. Sie können weder vorhergesagt noch flächendeckend verhindert werden", erklärte der Nationalparkchef.

Erst Anfang September kam es zu einem größeren Felsabgang im Kirnitzschtal. Dabei rollte ein rund 68 Tonnen schwerer Felsbrocken auf die Talstraße. Die Sicherungsarbeiten am Hang stellten sich aufgrund lockerer Felspartien als schwieriger dar, als ursprünglich gedacht. Bis Mitte Oktober blieb die Kirnitzschtalstraße im Bereich der Absturzstelle komplett gesperrt.

Für die Wissenschaft gehören Felsstürze zu den "Georisiken", wie Hochwasser, Orkane oder Erdbeben. Ein hundertprozentiger Schutz dagegen ist nicht möglich. Prinzipiell ist jede Gesteinsart betroffen - auch harter Granit verwittert und wird damit ein potenzieller Fall für Steinschlag oder Felssturz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.12.2014

Silvio Kuhnert

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