Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Weinskandal: Schon 2012 wurde Dimethoat in einer Probe entdeckt

Skandal mit Ansage? Weinskandal: Schon 2012 wurde Dimethoat in einer Probe entdeckt

War der sächsische Weinskandal eine Panne mit Ansage? Schon 2012 sind in einem untersuchten Wein erhöhte Rückstände von Dimethoat gefunden worden. Das geht aus der Antwort einer Kleinen Anfrage der Landtags-Grünen an das Verbraucherschutzministerium zurück.

War der sächsische Weinskandal eine Panne mit Ansage? Schon 2012 sind in einem untersuchten Wein erhöhte Rückstände von Dimethoat gefunden worden.

Quelle: Lars Müller

Meissen. War der sächsische Weinskandal eine Panne mit Ansage? Schon 2012 sind in einem untersuchten Wein erhöhte Rückstände von Dimethoat gefunden worden. Das geht aus der Antwort einer Kleinen Anfrage der Landtags-Grünen an das Verbraucherschutzministerium zurück. Demnach wurden zwischen 2000 und 2015 insgesamt 34 sächsische Weine von der Lebensmittelüberwachung (Lüva) auf Rückstände von Pestiziden untersucht. Überschreitung der Grenzwerte habe es dabei nur 2012 und eben 2015 gegeben. Dabei war auch 2012 bereits der Wirkstoff Dimethoat das Problem, der nach Anwendung aus den Pflanzen heraus gegen stechende und saugende Insekten wirkt und auch im aus dem Gartenbau bekannten Mittel Bi-58 gegen Blattläuse enhalten ist.

Im Jahr 2012 sahen sich die Behörden mit Verweis auf Messunsicherheit jedoch offenbar nicht in der Lage, konsequent durchzugreifen. Mit der Lebensmittelüberwachung und dem Produzenten sei der Fall damals ausgewertet worden. Es sei eine Verwarnung ohne Verwarngeld ausgesprochen worden. Laut Landesumweltamt (LfULG) handelte es sich um Müller-Thurgau des Jahrgangs 2011. Laut dem Gutachten der Landesuntersuchungsanstalt enthielt die untersuchte Weinprobe einen Dimethoatrückstand von 0,029 ± 0,015 Milligramm/Kilogramm bezogen auf Keltertrauben. Das LfULG habe daraufhin Kontrollen in der Weinkellerei sowie bei zwei Traubenlieferanten durchgeführt. Dabei wurden keine Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht festgestellt, ein Verursacher der Dimethoateinträge konnte ein Jahr nach Verarbeitung der Trauben nicht mehr ermittelt werden.

Im Jahr 2015 hat sich der Fall eindeutiger dargestellt, so dass der Goldriesling-Jungwein schließlich gesperrt worden war. Das war zugleich der Beginn des Weinskandals, der bis heute nicht aufgeklärt ist. Die Liste der gefunden Pestizid-Rückstände seit 2000 liest sich fast wie das Inhaltsverzeichnis eines Giftschranks. So wurde 2001 beispielsweise auch schon einmal Iprodion nachgewiesen. Dieses Fungizid hat in diesem Jahr neben Dimethoat ebenfalls zur Sperrung von Weine geführt. Insgesamt wurden Rückstände von rund 20 Stoffen nachgewiesen, allerdings überwiegend im zulässigen Bereich. Bei der Bewertung der Rückstandsgehalte müssen die Behörden sich immer an den Keltertrauben orientieren. Nur für diese gelten in Europa die gesetzlichen Höchstmengen. Bei Mosten und fertigen Weinen müssen deshalb An- und Abreicherungen während des Gärprozesse beachtet werden.

2015 war der Wirkstoff direkt auf noch nicht verarbeiteten Trauben entdeckt worden und damit eindeutig. Die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Meißen hatten bei der Landesdirektion Sachsen nachgefragt, ob sie als Verwaltung wie 2012 agieren könne. Die Landesdirektion hat der Lüva Meißen dann im Mai 2016 dargelegt, dass aus dem Fall im Jahr 2012 keine Verwaltungspraxis für die aktuellen Beanstandungen abgeleitet werden könne. Die Fälle seien nicht vergleichbar. Bekannt wurde der Fall von 2012 unlängst durch eine von Landrat Arndt Steinbach (CDU) unterschriebene Mitteilungsvorlage an den Kreistag Meißen, der ein Bericht der Linken zum Weinskandal angehängt war. Dort wird lapidar von „Vorgängen aus 2011/12“ berichtet. Die Landesdirektion Sachsen hat auf Nachfrage den Zusammenhang zur besagten Anfrage der Grünen im Landtag bestätigt. Der damals aufgefallene Produzent sei nicht in den aktuellen Weinskandal verwickelt, hieß es vom LfULG.

Von Lars Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

20.10.2017 - 21:21 Uhr

Nach drei Spielen ohne Niederlage mussten die Himmelblauen mal wieder eine Pleite einstecken.

mehr