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Weingut Matyas aus Coswig holt sich sechs Medaillen bei Weinprämierung

Weingut Matyas aus Coswig holt sich sechs Medaillen bei Weinprämierung

Meißen/Coswig. Auf seinen Bacchus ist das Weingut Matyas besonders stolz. Es sei ein leichter Wein, aber voller fruchtiger Aromatik, schwärmt Kellermeister Hendrik Weber.

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Seniorchefin Ingeborg Probocskai und Kellermeister Hendrik Weber vom Weingut Matyas im Goldriesling, der in diesen Tagen gelesen wird.

Quelle: Lars Müller

2002 gepflanzt, stehen von dieser Rebsorte in dem Coswiger Familienweingut aktuell 6000 Quadratmeter im Ertrag. "Ich war von Anfang an von dieser Rebsorte überzeugt", sagt Seniorchefin Ingeborg Probocskai zufrieden. Und bei den Kunden kommt der legere Wein ebenfalls bestens an. Deshalb wurden in diesem Jahr noch 2000 Quadratmeter mit Bacchus aufgerebt. Auch bei der Gebietsweinprämierung konnte der 2013er Bacchus von Matyas überzeugen - er hat Gold erhalten. Bereits der vorherige Jahrgang bekam Gold bei der Landesweinprämierung im vergangenen Jahr. Für den kleinen Betrieb ist die Wiederholung ein Beweis dafür, dass er auf richtigem Kurs ist. Ein Geheimnis stecke nicht im Bacchus, sagt der Kellermeister schmunzelnd. Bei Matyas wird er in zwei Partien mit unterschiedlichen Hefen ausgebaut und dann verschnitten. "Wir machen also nichts besonderes", betont Weber.

Insgesamt sechs Medaillen heimste das Weingut Matyas ein, darunter eine weitere goldene für seinen 2013er Grauburgunder sowie drei silberne und eine bronzene Medaille. Wer den preisgekrönten Bacchus allerdings probieren will, hat Pech. "Er ist leider bereits ausverkauft", sagt Geschäftsführerin Andrea Leder, die Tochter der Betriebsgründer. Qualität spreche sich eben auch ohne Medaillen herum. Die Chefin bedauert, dass die Ergebnisse der Gebietsweinprämierung eigentlich viel zu spät verkündet werden. Das Sommergeschäft ist im September durch.

Das bestätigt auch Matthias Schuh, Juniorchef im Weinhaus Schuh in Sörnewitz. Der 26-Jährige sagt, er habe drei Weine zur Landesprämierung angestellt, von denen er persönlich überzeugt war. Für die ins Holz gelegte Grauburgunder Spätlese trocken des Jahrgangs 2012 gab es von den Prüfern schließlich auch Gold. Für den frischen Weißburgunder aus dem vergangenen Jahr sowie wie für den 12er Regent im Holzfass jeweils Silber. "Drei Weine, drei Medaillen - wir sind damit zufrieden, gehen aber mit den Prämierungen nicht hausieren", sagt Matthias Schuh.

Viele Weingüter der Region verzichten komplett auf die Teilnahme an der Landesweinprämierung, so etwa das Weingut "Drei Herren" aus Radebeul. Marketingleiterin Antje Wiedemann erklärte, das Unternehmen orientiere sich überregional, nehme beispielsweise an Prämierungen in Berlin oder Wien teil. Sie gibt zu bedenken, dass zu den Prüfern auf Landesebene fast immer auch die Kellermeister der großen Betriebe im Anbaugebiet gehören. "Die kennen natürlich ihre eigenen Weine und bewerten sie entsprechend", sagt die Weinfachfrau. Sie habe Zweifel, ob die Ergebnisse wirklich immer objektiv seien oder ob es den großen Betrieben nicht auch darum gehe, sich mit Medaillen als Verkaufsargument für unentschlossene Kunden zu schmücken.

Zudem kritisieren mehrere Winzer, dass Weine, die zunächst schlechter bewertet wurden oder beim ersten Durchgang gar durchgefallen waren, bei der zweiten Prüfungsrunde wieder angestellt werden dürften. Wenn diese dann plötzlich Gold erreichen, ist das nach Expertenansicht "merkwürdig", da - teilweise schon abgefüllte - Weine in wenigen Wochen kaum einen derartigen Qualitätssprung hinlegen könnten.

Der Weinbauverband Sachsen verweist jedoch darauf, dass die Gebietsweinprämierung strikt nach dem unabhängigen Verfahren der Deutschen Landwirtschaft-Gesellschaft erfolge. Es seien stets auch Prüfer von auswärts dabei, welche die Weine in einer Blindverkostung bewerteten. Zweifel an der Fairness seien unbegründet. Von 82 angestellten Weinen und Sekten erhielten in diesem Jahr 80 eine Prämierung. Insgesamt wurden 19 Gold-, 41 Silber- und 20 Bronze-Medaillen verliehen. Mit Gold bewertet wurden auch vier Sekte: ein Cuvée-Sekt (Sächsisches Staatsweingut Schloss Wackerbarth), ein Traminer-Sekt (Sächsische Winzergenossenschaft Meissen), ein Spätburgunder-Rosé-Sekt und ein Riesling-Sekt (beide Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe). Die 15 für Weine vergebenen Goldmedaillen gingen an zehn Weiß- und vier Rotweine sowie einen Blanc de Noirs, einen aus roten Trauben weißgekelterten Wein. Die großen Betriebe bekamen naturgemäß auch die meisten Medaillen: Schloss Wackerbarth 19, die Winzergenossenschaft 20 und Schloss Proschwitz 16. Insgesamt beteiligten sich zwölf Betriebe an der Prämierung, die pro angestellten Wein 50 Euro Gebühr zahlen mussten.

Zugelassen sind nur Weine, welche die Weinprüfung bestanden haben und über eine amtliche Prüfnummer verfügen. Von Qualitätsweinen müssen zum Zeitpunkt der Anstellung zur Prämierung noch mindestens 600 Liter, von Prädikatsweinen, Auslesen und Sekten zwischen 100 und 400 Liter verfügbar sein. Zudem sollen die Winzer dem Weinbauverband sechs Flaschen der prämierten Weine gratis zu dem Termin zur Verfügung stellen, an dem die Ergebnisse veröffentlicht werden. Das kann allerdings schwierig werden, wenn der betreffende Wein bis dahin ausverkauft ist, da zwischen Prüfung und Bekanntgabe mehrere Monate liegen. Zuvor dürfen die Winzer übrigens nicht mit der Prämierung werben. Der Weinbauverband kündigte angesichts der kritischen Stimmen an, über Terminverschiebungen nachdenken zu wollen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.09.2014

Lars Müller

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