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Weinernte liegt 15 Prozent unter dem Durchschnitt Statistik: Pro Sachse gibt’s eine halbe Flasche

Weinernte liegt 15 Prozent unter dem Durchschnitt Statistik: Pro Sachse gibt’s eine halbe Flasche

Meißen/Großenhain. Der Sachsenwein bleibt knapp und vermutlich entsprechend teuer. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erwartet nach ersten Schätzungen beim Jahrgang 2013 eine Erntemenge von maximal 18 000 Hektolitern, gibt Frieder Tränkner vom Referat Obst-, Gemüse- und Weinbau Auskunft.

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Quelle: dpa

Vom Jahrgang 2013 können damit höchstens 2,4 Millionen Flaschen zu 0,75 Liter abgefüllt werden. Statistisch gesehen würde damit jeder der rund vier Millionen Sachsen gerade einmal eine halbe Flasche vom einheimischen 13er Wein bekommen. Die Lese ist zwar beendet, jedoch müssen die Winzer und Weinbauern erst bis 1. Dezember ihre Mengen an das Amt melden. Dies hätten bisher nur wenige getan, so dass wirklich belastbare Zahlen vermutlich erst zum Jahresbeginn 2014 vorlägen, heißt es.

Weinbaufachmann Tränkner geht jedoch davon aus, dass die Ernte mindestens 15 Prozent unter der eines Durchschnittsjahres liegen wird. Der Gesundheitszustand des Lesegutes sei bei den früh und mittelfrüh reifenden Rebsorten auf Grund der trockenen Witterung vor und während der Lese überwiegend gut gewesen. Spätreifende Sorten, insbesondere der Riesling, mussten Ende Oktober jedoch in kürzester Zeit gelesen werden, um Verluste durch Fäulnis zu verhindern.

Das ganze Jahr über hatten die Winzer  in Deutschlands kleinstem und nördlichstem Anbaugebiet mit schwierigen Witterungsbedingungen und daraus folgendem Schädlingsbefall zu kämpfen. „Im vergangenen Winter wurden im Weinanbaugebiet Sachsen die tiefsten Nachttemperaturen mit  21  Grad Celsius Ende Januar gemessen.Ungewöhnlich waren Mitte März mit –17 Grad nochmals mehrere sehr kalte Nächte“, so Tränkner. Die befürchteten Ausfälle durch Frostschäden seien jedoch nur vereinzelt in ungünstigen Lagen aufgetreten. Durch die Kälte im März und Anfang April begann der Austrieb etwa eine Woche später als sonst üblich. In den Monaten Mai und Juni brachten ergiebige Niederschläge viele Weinbauern in die Bredouille: Eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und diedamit verbundene ständige Nässe am Blatt begünstigten die Entwicklung von Pilzkrankheiten, erklärt Tränkner. Zeitweise seien die Rebanlagen durch den Dauerregen nicht befahrbar gewesen, so dass es nicht möglich war, zu  den optimalen Terminen den notwendigen Pflanzenschutz durchzuführen. „Folglich traten Ende Juni die ersten Ölflecken des Falschen  ehltaus auf.“

Die Blüte begann schließlich erst nach dem 20. Juni, zog sich bei feuchtkühler Witterung länger als sonst üblich hin. Eine so genannte Verrieselung, bei der die winzigen Beeren abgestoßen werden, trat besonders bei Burgundersorten auf. Witterungsbedingt war in ungünstigen Lagen Gescheinsbotrytis nachweisbar, wobei der Pilzerreger bereits teilweise noch nicht ausgebildete Trauben zerstörte. Laut Tränkner seien vereinzelt Heu- und Sauerwurm festgestellt worden sowie in einigen Rebanlagen Kräuselmilben. Lese-Start später als üblich Nach Regenmengen von zeitweise 210 Litern pro Quadratmeter brachen Weinbergsmauern ein. Deren Sicherung und Wiederaufbau belastete die Winzer zusätzlich. Die hochsommerlichen Temperaturen im Juli und August hätten den Vegetationsrückstand von 14 Tagen dann etwas verringert, so Tränkner weiter. Der September jedoch sei wieder ungewöhnlich kühl gewesen, so dass die Lese letztendlich rund ehn Tage später als üblich begann. 

„Witterungsbedingt verlief der Säureabbau  n den Trauben nur sehr zögerlich, so dass die meisten Trauben mit zweistelligen Säurewerten geerntet

werden mussten.“ Durch die kühlen Nächte der Herbstmonate seien Weine mit einer großen Aromenvielfalt zu erwarten, nennt Tränkner eine positive Seite. Allerdings verlange der Ausbau der Weine nun das ganze Können der Kellermeister, insbesondere hinsichtlich des  Säuremanagements. Beim Biologischen Säureabbau wird beispielsweise mit Milchsäurebakterien gezielt die Apfelsäure abgebaut. Kellermeister setzen aber auch Kalke, wie Kalzium und Kalium, zur Verringerung des Säuregehaltes ein oder bedienen sich bei besonders sauren Weinen der sogenannten Doppelsalzentsäuerung. Allerdings drohe bei mangelnder Erfahrung der Verlust von Geschmack und Aroma.

Lars Müller

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