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Weinböhla bekommt neue Seniorenwohnanlage mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen

Für zwölf Millionen Euro Weinböhla bekommt neue Seniorenwohnanlage mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen

Das hat es so in der Region noch nicht gegeben. In Weinböhla wollen ein Investor und die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen (VS) für etwa zwölf Millionen Euro eine Wohnanlage für betuchte Senioren einrichten.

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So könnte die neue Wohnanlage aussehen. Die drei Mehrfamilienhäuser sind im Vordergrund zu erkennen, die Doppelhäuser dahinter.

Quelle: Visualisierung: aT2 Architektur Tragwerk

Weinböhla. Das hat es so in der Region noch nicht gegeben. In Weinböhla wollen ein Investor und die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen (VS) für etwa zwölf Millionen Euro eine Wohnanlage für betuchte Senioren einrichten. Dort soll es besondere Dienstleistungen auf Wunsch geben, etwa die Lieferung von frischen Brötchen frei Haus, das Abholen von Schmutzwäsche oder das Erledigen von Postgängen, vor allem aber ein Sicherheitskonzept für das gesamte Areal. Das deswegen Vergleiche mit US-amerikanischen Wohnanlage gezogen werden, hält VS-Chef Frank Stritzke für überzogen. „Dort muss man Besuche anmelden, sind Kinder nicht erwünscht, gibt es Pförtner und Schranken – das wollen wir alles nicht“, sagt er. Es werde nichts aus den Vereinigten Staaten abgekupfert, sondern eigene Ideen umgesetzt, betont er.

Mit denen trägt sich Stritzke schon seit längerem, genauer seit dem Bau der Sidonienhöfe in Radebeul. Auch dort sind altersgerechte Wohnungen entstanden, für die wahlweise Betreuungsdienste angeboten werden. „Damals haben sich einzelne gemeldet, die meinten, dass sie gerne einen eigenen Bungalow bewohnen würden, in dem sie diese Angebote buchen können“, sagt Stritzke. Es gibt also eine Nachfrage, gerade auch weil mancher, der wegen einer Arbeitsstelle in Dresden aus den alten Bundesländern zugezogen ist, seine Eltern nachholen möchte.

Mit dieser Vorstellung kam Stritzke mit Oliver Reichelt ins Gespräch. Der ist Bauherrenvertreter für das etwa 14 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Dresdner Straße und Schwarzem Weg, für das er im Auftrag des Eigentümers Entwicklungsmöglichkeiten auslotete. Schnell wurden sich beide Seiten einig. Drei Mehrfamilienhäuser sind nun geplant, in denen es insgesamt etwa 30 altersgerechte Mietwohnungen und ein Begegnungszentrum der Volkssolidarität geben soll. Das ist vergleichbar mit bestehenden Einrichtungen, etwa den Sidonienhöfen. Den Unterschied machen neun Doppelhäuser mit einem ausbaufähigen Dachgeschoss, die jeweils über rund 90 Quadratmeter Wohnfläche verfügen sollen. Sie sind für Menschen um die 50 oder 60 gedacht, die schon über Wohneigentum verfügen, „sich aber nicht mehr mit Mietern oder Firmen herumärgern wollen, oder sich einfach nur fürs Alter verkleinern wollen“, wie Reichelt sagt.

Nach seinen Überlegungen sollen sie nach dem Verkauf ihres bisherigen Besitzes eine Doppelhaushälfte kaufen. Die würde nicht teurer als 300 000 Euro sein, eher billiger. Ob man dann relativ selbstständig leben will oder mehrere Dienstleistungen hinzubuchen, sei letztlich jedem selbst überlassen. Sollte einer der Bewohner pflegebedürftig werden, stünde ebenso die VS mit Fachmitarbeitern bereit.

Was die Anlage verbinden soll, ist ein Sicherheitskonzept. „Sicherheit ist gerade für Senioren mit Wohneigentum besonders wichtig, begründet VS-Chef Stritzke. Den eigentlich geplanten Zaun wird es nach Kritik aus dem Gemeinderat so nicht geben, stattdessen ist eine Hecke als Begrenzung geplant. In jedem Fall denkt Stritzke über technische Anlagen oder das Anheuern eines Sicherheitsmannes nach. „Es wird auf alle Fälle jemanden geben, der 24 Stunden vor Ort ist“, sagt er.

„Ich denke, dass nun alles seinen Gang gehen kann“, zeigt sich Reichelt optimistisch, dass nach Beilegen des Zaunstreits und Nachbesserungen beim Schallschutz alle Hürden aus dem Weg geräumt sind. Ende 2017 könnten die ersten Häuser bezugsfertig sein.

Von Uwe Hofmann

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