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Wehlener Hotelier nach dem Hochwasser: "Für mich ist es gelaufen"

Wehlener Hotelier nach dem Hochwasser: "Für mich ist es gelaufen"

Es gibt Dinge, die muss man nicht nochmal erleben. Einer, der weiß, was das bedeutet, heißt Thomas Rieß, der Besitzes des "Strandhotels" in Wehlen. Gestern stand der Hotelier unten an der Elbe und wartete auf Finanzminister Georg Unland (CDU) und dessen Tross.

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Gastwirt Mirko Täubrich (links) vom Bauernhäusl in Stadt Wehlen zeigt Finanzminister Georg Unland (2. v. r.) und Bürgermeister Klaus Tittel (Mitte) die Hochwasserschäden auf seinem Grundstück.

Quelle: Daniel Förster

Der Ressortchef hatte sich in Wehlen angemeldet, wollte sich persönlich in Bild machen von der Flutkatastrophe im Ort. Und wie sich die Bilder gleichen. Fast elf Jahre ist es her, da stand Rieß genauso vor seinem Hotel am Fluss - um ihn herum dasselbe Szenario: Matsch, Trümmer und abfließende Fluten.

Schon damals hatte das Elbehochwasser den Hotelier bitter erwischt. Doch Rieß hatte angepackt und aufgebaut - und jetzt ist wieder alles dahin. "Für mich ist es gelaufen", sagte der Mann. Erneut stand das Wasser in den Räumen, hat das Hotel unbewohnbar gemacht. Das erinnert an 2002, doch die Lage ist in diesem Jahr anders. Im Gegensatz zum August vor elf Jahren habe die Saison in Wehlen gerade erst begonnen, von den Touristen in den Sommermonaten lebt Rieß. Hinzu kommt das Thema Versicherung. Derzeit besteht der Schutz noch, doch das dürfte wohl das letzte Mal gewesen sein. "Die Versicherung läuft nicht weiter", meinte Rieß.

Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu erheblichen Schäden gekommen ist. Denn neben den beiden Flutkatastrophen 2002 und in diesem Jahr traf es Wehlen auch 2006 und 2010. 2006 war es ebenfalls die Elbe, die das Hotel unter Wasser setzte, vier Jahre später kam Starkregen die Hänge hinab geschossen.

Die Probleme der Betroffenen kennt auch Klaus Tittel (CDU), der Bürgermeister von Wehlen. Auf 10,65 Meter sei der Elbepegel in diesem Jahr gestiegen, 650 Leute seien betroffen. 2002 habe der Schaden bei 25 Millionen gelegen, diesmal geht Tittel von rund 15 Millionen aus. Grund: Der Pegelstand lag 1,30 Meter unter dem von damals, und vieles habe funktioniert.

Zu diesem Zeitpunkt war Minister Unland ebenfalls eingetroffen, begleitet vom CDU-Landtagsabgeordneten Jens Michel. Ruhig hörten sich beide den Schadensbericht des Bürgermeisters an, konkrete Zusagen zu möglichen Hilfeleistungen aber sind Unland nur bedingt zu entlocken. Lediglich das: 85 Millionen Soforthilfe gebe der Freistaat, hinzu kämen Hilfen vom Bund und der EU. Und während sich der Tross noch den verwüsteten Ort anschaute, gingen die Aufräumarbeiten im Strandhotel von Rieß weiter - in der Hoffnung, dass das Wasser irgendwann mal endgültig abgeflossen ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

Jürgen Kochinke

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