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Warnstreik bei der Fahrzeugelektrik in Pirna - IG Metall fordert Tarifverhandlungen

Warnstreik bei der Fahrzeugelektrik in Pirna - IG Metall fordert Tarifverhandlungen

Arbeitskampf bei der Fahrzeugelektrik Pirna (FEP): Die Gewerkschaft IG Metall hat für heute einen Warnstreik bei dem Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie angekündigt.

"Damit wollen wir der Forderung der Belegschaft nach Aufnahme von Tarifverhandlungen Nachdruck verleihen", sagt Gewerkschaftssekretär Jens Kiehle. Die Beschäftigten hätten die "Nase voll", dass es in dem Werk im Gewerbegebiet an der Bundesstraße keine Tarifbindung gebe, deshalb wollen sie am frühen Nachmittag vor dem Tor streiken.

Rund 350 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, das im Jahr über eine Milliarde Kunststoffteile beispielsweise für elektrische Steckverbindungen, Öldruckschalter oder Lampenfassungen für Scheinwerfer produziert. Die Mehrheit sei in der IG Metall organisiert, berichtet Kiehle. Und sie wollen einen Tarifvertrag, der von Arbeitszeiten über die Anzahl der Urlaubstage bis hin zu Weihnachtsgeld und Lohn und Gehaltssteigerungen sowie Altersvorsorge einheitlich regelt. 1993 sei die FEP aus dem Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) ausgetreten.

"Seit 20 Jahren gibt es keine Tarifbindung", beklagt Kiehle. Vereinbarungen, die seine Gewerkschaft mit dem Arbeitgeberverband aushandelt, muss die Geschäftsführung der FEP in ihrem Werk nicht übernehmen. Im Gegenteil: Sie wolle mit den Gewerkschaftern nicht einmal reden. "Nach wie vor verweigert sich die Geschäftsleitung, mit der IG Metall entsprechende Verhandlungen aufzunehmen", moniert Kiehle.

Die Chefetage sieht keine Notwendigkeit, mit der Gewerkschaft zu verhandeln. "Wir haben eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat und sie ist meines Erachtens ausreichend", sagt Geschäftsführer Wolfgang Thonig. In der Vergangenheit habe es immer wieder Lohnerhöhungen gegeben, die jüngste trat Anfang April in Kraft. "Löhne und Gehälter sind um vier Prozent gestiegen", informiert Thonig. Die Steigerung liege über dem Tarifabschluss zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaft, meint Thonig. In einem Pilotabschluss hatten sich die Tarifparteien in Bayern auf eine Lohnerhöhung um 3,4 Prozent in diesem und eine weitere um 2,2 Prozent im kommenden Jahr geeinigt. Die Einigung wird von den Tarifparteien im Freistaat übernommen.

Von der Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich die FEP wieder erholt. "Die Geschäfte laufen gut", so Thonig. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei rund 87 Millionen Euro. Das waren rund vier Millionen Euro mehr im Vergleich zu 2011. In diesem Jahr peilt das Unternehmen einen Umsatz von 90 Millionen Euro an. Wenn ein Mitarbeiter mit seiner Leistung am Erfolg teilhat, kann er auf eine Jahresprämie hoffen. Wer aus welchen Gründen wie viel bekommen kann, sei in der Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat festgelegt, so Thonig und betont: "Wir werden in keine Verhandlungen eintreten."

Der Gewerkschafter pocht dagegen auf Gespräche. "Die Beschäftigten sind fest entschlossen auch weitere Aktivitäten durchzuführen, um zu ihrem gesteckten Ziel, der Tarifbindung, zu kommen", kündigt Kiehle an.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.05.2013

Silvio Kuhnert

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