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Warnstreik an den Landesbühnen

Warnstreik an den Landesbühnen

Mit einem Warnstreik haben gestern etwa 50 Landesbühnen-Mitarbeiter am Rande des Radebeuler Winzerzugs (siehe nebenstehenden Bericht) auf sich aufmerksam gemacht.

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Etwa 50 Landesbühnen-Mitarbeiter haben sich gestern zu einem Warnstreik versammelt. Beim nächsten Streik könnten Vorstellungen ausfallen, kündigen sie an.

Quelle: Uwe Hofmann

Damit hat der seit fast einem Jahr am Radebeuler Theater schwelende Tarifstreit ein neues Eskalationsniveau erreicht. "Wir wollen ein deutliches Signal an die Geschäftsführung der Landesbühnen setzen, sich endlich in unsere Richtung zu bewegen", begründet Michael Kopp die Aktion. Er ist Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi und hatte den Warnstreik im Vorfeld nicht angekündigt.

Entsprechend überrascht zeigte sich Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel, der auf einer Bühne moderierte, während etwa 30 Meter von ihm entfernt seine Mitarbeiter streikten. "Wir befinden uns in Verhandlungen", betont er. Zwar sei der nächste Gesprächstermin noch nicht vereinbart, aber "wir kommen doch nur vorwärts, wenn wir miteinander reden". Dabei laufen die Verhandlungen seit November 2013, wie Verdi-Fachbereichsleiter Kopp moniert.

Im Streit geht es um Bühnentechniker, Beleuchter, Tonleute und viele mehr, die vor und hinter den Kulissen dafür sorgen, dass sich Schauspieler, Tänzer, Musiker und Sänger in Szene setzen können. Bei den Landesbühnen sind das etwa 60 Menschen. Für sie gibt es keine speziellen Tarifverträge wie für das Orchester oder das Schauspiel. Sie werden bisher nach dem TV-L bezahlt, einem Tarifvertrag für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Seit Gründung der Landesbühnen-GmbH haben sie allerdings an den Tarifsteigerungen nicht teilgenommen. Ein Defizit von 5,6 Prozent habe sich deswegen schon angehäuft, sagt Kopp. Doch es geht um mehr als nur Geld. In den Verhandlungen versuche die Theater-Geschäftsführung u.a., eine Sechs-Tage-Arbeitswoche einzuführen, kritisiert der Gewerkschaftsmann. "Sicher müssen die Mitarbeiter oft sechs Tage in der Woche arbeiten, aber bisher gibt es dafür den tariflichen Ausgleich", sagt Kopp. Mit dem neuen Haustarif drohten sich die Arbeitsverhältnisse deutlich zu verschlechtern. Verdi fordert deshalb die Rückkehr zum TV-L.

Das ist auch ein Grund, die Sache nun mit mehr Druck zu beschleunigen. Im Frühjahr stehen im öffentlichen Dienst Tarifgespräche an, bis dahin sollen die Landesbühnen-Mitarbeiter wieder dazu gehören. "Wir wollen, dass es noch in diesem Jahr Ergebnisse gibt", sagt Kopp. Zumindest darin ist er sich mit Intendant Schöbel einig. "Ich möchte jetzt auch zum Ergebnis kommen", sagt er. Klar ist, dass beide Seiten darunter allerdings etwas anderes verstehen.

Deshalb könnte es nun bald zu einem scharfen Streik kommen. Gestern verzichteten die Protestierenden noch darauf, mit Trillerpfeifen und Megafonen das Treiben zu stören. Auch haben sie Bühnen und Technik aufgebaut, ehe sie sich die Streikwesten überzogen. "Wir wollten das Programm nicht stören, das schließt sich für die Zukunft aber nicht aus", sagt Kopp. Betroffen könnten normale Vorführungen, aber auch Premierenfeiern sein. Wie sich das auf die Landesbühnen auswirkt, darüber wollte Intendant Schöbel gestern "nicht spekulieren", wie er sagt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.10.2014

Uwe Hofmann

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