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Waldpflege mit schwerem Gerät

Nationalpark Sächsische Schweiz Waldpflege mit schwerem Gerät

Bis 2030 sollen drei Viertel des Waldes im Nationalpark naturnah sein. Um dieses Ziel zu erreichen, kann die Nationalparkverwaltung auf den Einsatz von Holzerntemaschinen nicht verzichten.

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Im Fällkopf eines Harvesters sind Greifarm, Kettensäge, Messeinheit und Entastungsmesser vereint. Das erleichtert die Arbeit der Waldarbeiter.

Quelle: Fotos (3): Silvio Kuhnert

Sächsische Schweiz. Tiefe Furchen hinterlässt der Harvester im Boden, während er sich durch den Wald kämpft. Mit seinem Kranarm packt die Maschine einen Baum am Stamm und sägt ihn durch. Der umgeknickte Riese wird sogleich bis hinauf zu seiner Krone durch den Fällkopf gezogen und in gleichlange Stücke geteilt. Dies geschieht in gefühlt einer Minute. Die Waldpflegearbeiten sind im Nationalpark Sächsische Schweiz wieder im Gange. Im Forst rechts der Ziegenrückenstraße in Richtung Waltersdorf sind Holzerntemaschinen wie Harvester und Forwarder derzeit im Einsatz.

Wozu die Baumfällungen in der Schutzzone des Nationalparks dienen, zeigt dessen Leiter Dr. Dietrich Butter auf der anderen Straßenseite: „Hier ist ein strukturierter Mischwald mit Eichen, Kiefern, Buchen und Birken entstanden. Die Bäume sind unterschiedlich alt und hoch.“ Da die Baumkronen im Unterschied zur Monokultur kein sonnenlichtundurchlässiges Blätter- oder Nadeldach bilden, können am Boden Weißtannen und andere Setzlinge gedeihen.

Bevor es den Nationalpark gab, wurde die Fläche intensiv forstwirtschaftlich genutzt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten fanden immer wieder Durchforstungen statt, bei denen Baumbestände, die nicht zur ursprünglichen Vegetation der Sächsischen Schweiz gehören, gefällt wurden. „Die Roteiche stammt zum Beispiel aus Nordamerika. Sie haben wir vollständig entnommen“, berichtet Frank Wagner, Leiter des Forstreviers Hohnstein. Die Bestände an Lärchen und Fichten wurden reduziert und ausgelichtet, um zum einen die natürliche Entwicklung des Waldes sowie die hier ursprünglichen Arten wie Eiche, Rotbuche, Birke und Kiefer zu fördern. „Die Weißtanne haben wir neu eingebracht“, informiert Wagner.

Waldpflege im Nationalpark bedeutet Waldumbau. D.h., der Forstbestand wird in einen naturnahen Zustand versetzt, wo sich die Pflanzen künftig ohne weitere Eingriffe des Menschen eigenständig entwickeln können. Für 53 Prozent der rund 10000 Hektar großen Waldfläche im Nationalparkgebiet trifft dies bereits aktuell zu. Ab 2030 sollen drei Viertel der Wälder aus der forstwirtschaftlichen Nutzung entlassen sein und sich natürlich entwickeln können. Dann erfüllt der Nationalpark die offiziellen Kriterien der Internationalen Naturschutz Union.

Um dieses Ziel zu erreichen, kommt es pro Jahr auf knapp 300 Hektar Wald, also rund drei Prozent der Nationalparkfläche, zu Pflegearbeiten, bei denen der jetzige Baumbestand ausgelichtet wird und die Waldarbeiter gebietsfremde Arten fällen. Dafür setzen sie Harvester und Forwarder ein. „Mit den Maschinen kommen wir zügig über die Pflegeflächen“, begründet Toni Eßbach, Leiter der Maschinenstation des Sachsenforsts in Königstein, den Einsatz des schweren Geräts. Mit den Maschinen könnten auch die Schäden an Bäumen und Unterholz gering gehalten werden. Zudem erleichtern sie die Arbeit der Forstleute. Denn Baumfällen ist ein Knochenjob.

Ein Problem bleiben die Spuren. Ein Forwarder bringt voll beladen gut 35 Tonnen auf die Waage. Damit die Gerätschaften nicht allzutiefe Furchen in die Erde graben, kommen sie in der kalten Jahreszeit zum Einsatz. Außerdem wurde im Nationalpark ein größerer Abstand zwischen den Rückegassen gewählt. Dieser misst 40 Meter. „Damit bleiben 90 Prozent des Waldbodens unberührt“, so Eßbach. Die Bäume, zu denen der Kranarm des Harvesters nicht gelangen kann, werden mit der Kettensäge gefällt und mit der Seilwinde eines Radschleppers zur Rückegasse gezogen. Im Schnitt fallen pro Jahr 27000 Festmeter Holz im Nationalpark an, die über den Staatsbetrieb Sachsenforst verkauft werden.

Von Silvio Kuhnert

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