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Waldpädagogen unterrichten im Klassenzimmer unter freiem Himmel

Waldpädagogen unterrichten im Klassenzimmer unter freiem Himmel

Es pikst, es fühlt sich weich und feucht an, oder es ist rau und kratzig. Bei jedem Schritt durch den Tastpfad stehen die Hortkinder aus Rosenthal-Bielatal mit ihren nackten Füßen auf einem anderen Gegenstand.

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Den Tannenzapfen hält die zweijährige Lotta Jäger fest in der Hand. Was es mit ihm auf sich hat, können ihr die beiden Waldpädagoginnen Stefanie Blaß (l.) und Ulrike Drescher erzählen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Königstein. Was es mit Tannenzapfen, Eicheln und Kastanien sowie Moos und Baumrinden auf sich hat, kann den Grundschülern Stefanie Blaß erklären. Die 32-Jährige aus der Nähe von Radeberg ist nicht nur studierte Forstingenieurin, sondern auch zertifizierte Waldpädagogin. Gestern erhielt sie im Walderlebniszentrum Leupoldishain bei Königstein ihre Urkunde nach rund anderthalb Jahren Fortbildung.

Das Zertifikat bekam sie gleich von zwei Ministern überreicht. Sowohl Bildungsministerin Brunhild Kurth als auch Umweltminister Frank Kupfer (beide CDU) kamen in die Sächsische Schweiz - nicht nur um Abschlussurkunden an Teilnehmer des zweiten Fortbildungslehrgangs in Waldpädagogik zu überreichen, sie unterzeichneten auch eine Absichtserklärung. Quasi unter dem Motto "Ab in den Wald" wollen beide Ministerien künftig das Wissen von Schulkindern über den Wald und ihrer Heimat verbessern. Dazu zählt Unterricht in der freien Natur. "Kinder und Jugendliche brauchen konkrete und handlungsorientierte Erfahrungen. Um Wissen über Wald und Natur zu erwerben. Der Wald ist ein idealer außerschulischer Lernort", sagte Kultusministerin Kurth.

Bei der Wissensvermittlung helfen Waldpädagogen. 2011 startete der erste Lehrgang. Mit der Übergabe der Abschlussurkunden an die Teilnehmer des zweiten Lehrgangs gibt es nun rund 40 zertifizierte Waldpädagogen im Freistaat. Die Absolventen sind beim Sachsenforst beschäftigt, arbeiten freiberuflich oder als Erzieher. Künftig soll es weitere staatlich geprüfte Waldpädagogen geben. Bei der Ausbildung und Fortbildung wollen Kultus- und Umweltministerium enger zusammenarbeiten, "um die Qualität der Angebote zu erhöhen", so Umweltminister Kupfer.

Die Teilnehmer der Fortbildung lernen zunächst forstliche Grundkenntnisse. "Was ist ein Forst? Warum und wie wird er bewirtschaftet? Welche Pflanzen und Tiere leben im Wald?", nannte Forstwissenschaftlerin Blaß einige Fragen, auf die sie ihren Zuhörern bei Exkursionen die passenden Antworten liefern möchte. Was sie bei der Fortbildung im pädagogischen Modul dazulernte, sind die erzieherischen Tricks und Kniffe, wie man eine Führung für die jeweilige Altersgruppe interessant und lehrreich gestalten kann. Die waldpädagogischen Angebote des Sachsenforsts richten sich nicht nur an Schüler, sondern an alle - "vom Kleinkind bis zum 100-Jährigen", so Blaß. Neben den beiden Modulen gehört zu der 1000 Euro teuren Weiterbildung ein fünftägiges Praktikum bei einer anerkannten Umwelteinrichtung. Nach der bestandenen Abschlussprüfung gibt es das Zertifikat.

Hintergrund der Bemühungen sind Wissenslücken bei den Kindern. "Viele wissen nicht mehr, dass man Äpfel pflücken kann. Für sie kommen Äpfel nur aus dem Supermarkt", schilderte Blaß ihre Erfahrungen. Der Unterricht in der Waldschule ist ein freiwilliges Angebot und nicht an den Schulbetrieb gekoppelt. Vielmehr können sich Erzieherinnen mit ihren Kita-Kindern oder Lehrer mit ihren Schulklassen bei den Waldpädagogen anmelden. Gleiches gilt für Vereine oder Institutionen.

www.sachsenforst.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.08.2014

Silvio Kuhnert/Jörg Schurig

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