Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Von Futter bis Fleisch - alles eigene Produktion bei der Agrarproduktion "Am Bärenstein" in Struppen

Von Futter bis Fleisch - alles eigene Produktion bei der Agrarproduktion "Am Bärenstein" in Struppen

Eingebettet zwischen Königstein und Pirna liegt die Agrarproduktion "Am Bärenstein" in Struppen. Die Felsenwelt bildet eine romantische Kulisse, in welcher die Mähdrescher derzeit das Korn einholen.

Struppen.

Selbst die Kühe im Milchhof können aufgrund der offenen Jalousien in den Ställen eine einmalige Aussicht auf die Tafelberge genießen. "Wir betreiben umweltgerechte Landwirtschaft", sagt Ines Senger. Die 49-Jährige bildet mit Uwe Scheumann den Vorstand der Genossenschaft, die insgesamt 55 Mitglieder hat.

Die landwirtschaftliche Produktion im Einklang mit der Natur bekam der 65 Mitarbeiter und neun Lehrlinge zählende Betrieb im Jahr 2012 mit einer Auszeichnung für art- und umweltgerechte Tierhaltung bestätigt. "Was uns von einem Bio-Betrieb unterscheidet, ist, dass wir auf den Einsatz von künstlichem Dünger nicht verzichten", informiert Senger. Ansonsten achten die Landwirte ebenfalls auf regionale Kreisläufe und kurze Wege.

Ihr Markenzeichen ist Direktvermarktung. "In unserer EU-zugelassenen Schlachtstätte werden nur unsere Tiere geschlachtet und verarbeitet", berichtet Ines Senger. In den Wurst- und Fleischtheken der vier Filialen - im Landschlachthof Struppen, in der Obstscheune Krietzschwitz, im Geschäft an der Gartenstraße in Pirna sowie im Sächsisch-Böhmischen Bauernmarkt Röhrsdorf - landen nur Erzeugnisse aus eigener Produktion.

Der Slogan der Agrargenossenschaft lautet "Vom Korn bis zum Canapé". Was in den Fleischtöpfen der Kunden köchelt und brutzelt, wuchs nicht nur in Struppen auf, sondern wurde auch mit den hiesigen Feldfrüchten gefüttert. Rund 1550 Hektar bewirtschaftet die Genossenschaft zwischen Königstein und Sonnenstein. "Auf unseren Feldern produzieren wir die Futtermittel für unsere Rinder und Schweine, z.B. Gras und Mais für die Silagen, Gerste für unsere Mastschweine sowie Erbsen zur Verbesserung der Eiweißbilanz in den Rationen", so Senger. Selbst der Raps kehrt als Schrot in den Futterkreislauf zurück. Alle Futtermittel wachsen und gedeihen im Umkreis von gerade mal vier Kilometern vom Firmensitz entfernt. "Als Marktfrüchte werden Weizen und Rüben angebaut", sagt Senger.

Das selbst angebaute Futter bekommen 1500 Rinder, davon 500 Milchkühe und 450 Weidemastochsen, sowie 600 Mastschweine. "Die Tierproduktion ist neben der Milchproduktion ausschließlich zur Bereitstellung von Schlachtvieh ausgerichtet", erläutert Senger. Zwischen Stall und Schlachthof liegen nur rund 300 Meter. Im Jahr verarbeiten die Fleischer dort rund 2000 selbst aufgezogene Schweine und 230 Rinder.

Die Agrarproduktion ging nach der Wende aus der 1956 gegründeten ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Struppen hervor. Auf der Suche nach einem neuen, ökonomisch funktionierenden Modell erwuchs die Idee von der Direktvermarktung. 1995 nahm der eigene Landschlachthof den Betrieb auf. In den vergangenen Jahren wurden alle Ställe neu gebaut, zudem jüngst die Obstscheune komplett saniert und eine Biogasanlage auf Güllebasis errichtet. Mehrere Millionen Euro flossen an Investitionen seit 1990 in den Landwirtschaftsbetrieb. Der Jahresumsatz liegt im Schnitt bei rund fünf Millionen Euro. 2013 war mit zirka 5,5 Millionen Euro ein relativ gutes Jahr für die Struppener. "Wer am schnellen Geld interessiert ist, ist in der Landwirtschaft an der verkehrten Stelle", meint Senger aber. In der Landwirtschaft sei der nachhaltige Erfolg wichtig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2014

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr