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Volle Auftragsbücher zum Jubiläum - Planeta-Nachfolger KBA sieht erneut steigende Umsätze

Volle Auftragsbücher zum Jubiläum - Planeta-Nachfolger KBA sieht erneut steigende Umsätze

Drei bis vier Monate dauert es, bis der Auftrag erfüllt ist. In der rund 41 000 Quadratmeter großen Werkshalle des Druckmaschinenherstellers Koenig und Bauer (KBA) in Radebeul lässt man keine Zeit verstreichen.

Radebeul.

Von Stephan Klingbeil

Radebeul . Drei bis vier Monate dauert es, bis der Auftrag erfüllt ist. In der rund 41 000 Quadratmeter großen Werkshalle des Druckmaschinenherstellers Koenig und Bauer (KBA) in Radebeul lässt man keine Zeit verstreichen. Im Akkord werden Einzelteile gefertigt, Bauteile montiert, die großen Druckmaschinen verpackt, auf Lkws gehievt, um dann nach Südafrika oder China verschifft zu werden. Was übrig bleibt, sind verwaiste Standplätze.

Lange bleiben diese Flächen nicht frei. Die Auftragsbücher im Nachfolgewerk von Planeta Bogenoffset sind voll. Die Radebeuler Experten für Druckmaschinen mit dieser Technik sind weltweit die Nummer zwei hinter Heidelberg Druck. Radebeul ist zudem mit 500 Millionen Euro umsatzstärkster Standort des Würzburger Konzerns KBA - 2011 wurden im Gesamtkonzern zirka 1,2 Milliarden Euro umgesetzt. Für dieses Jahr werden in Radebeul sogar noch weitere Zuwächse erwartet. "Wir sind derzeit sehr gut ausgelastet", erklärt Prokurist Olaf Römer, in Radebeul Technischer Werkleiter. "Sehr hohe" Umsatzergebnisse würden eingefahren. Und das im Jubiläumsjahr.

Denn vor 200 Jahren hat Friedrich Koenig, Mitbegründer des Konzerns in London die erste dampfgetriebene Zylinderdruckmaschine gebaut. 1814 wurde die Londoner "Times" als erste Tageszeitung der Welt mit der Entwicklung des Eislebeners produziert. Von dem jetzigen Jubiläum nimmt man aber an der Friedrich-List-Straße im Gewerbegebiet Naundorf wenig wahr.

20 Jahre nach der Übernahme von Planeta durch den bayrischen Konzern und vier Jahre nach der Krise haben die rund 1600 Mitarbeiter reichlich zu tun. Die Düsseldorfer Messe drupa 2012 hat KBA etliche Aufträge beschert. Deshalb werden die Mitarbeiterzahlen auch auf konstantem Niveau bleiben, teilt Römer mit. Der angekündigte Abbau von rund 400 Stellen betreffe nicht das Radebeuler Werk. Bei weiteren Schüben in der Auftragslage würde man wohl auf Leiharbeiter zurückgreifen. "Wir haben eine hochqualifizierte Belegschaft, auf die wir weiter setzen", sagt Römer. Hinzu komme, dass erneut 100 Lehrlinge ausgebildet würden.

Laut Jochen Mann, Leiter der Berufsausbildung, ist sogar noch eine Stelle offen. Zum 1. September wird ein Zerspanungsmechaniker in spe gesucht. Die Azubis hätten eine große Chance weiterbeschäftigt zu werden. In dem Werk an der Elbe gibt es ein eigenes Ausbildungszentrum, in dem Lehrlinge vor allem lernen, wie man Teile für Maschinen fertigt und sie montiert. In neun von zehn Fällen seien in den technischen Berufen junge Männer beschäftigt.

Absolventen des Unternehmens werden ferner regelmäßig ausgezeichnet. 2011 wurden so die Industriekauffrau Anne Just und Drucker Steve Baldrian aus dem Bogenoffsetwerk von der Industrie- und Handelskammer Dresden als Beste ihres Jahrgangs gekürt. Baldrian wurde außerdem als bester Drucker in Sachsen geehrt, laut KBA studiert er nun in Leipzig.

In dortigen Einkaufsmärkten sind genauso wie in anderen Orten der Welt Produkte zu sehen, die mit Radebeuler Maschinen bedruckt worden sind. Ob Weinetikett, Zahnpastaverpackung oder Kalender: Branchenriese KBA bedient fast alles. Während in anderen Werken sogar Maschinen zur Produktion von Geldscheinen gebaut werden, liefern die Radebeuler Bogenoffsetmaschinen. Gut 80 Prozent werden exportiert - zuletzt verstärkt nach China. Dieser Hauptmarkt allein mache etwa 20 Prozent aus. Gefragt sind derzeit auch Radebeuler Entwicklungen, die schnellere Auftragswechsel ermöglichen sowie rascher und ökonomischer produzieren. Auch der Einstieg in den wachsenden Digitaldruckmarkt sei mit der Inkjet-Rollenmaschine "KBA Rotajet 76" vollzogen. Softwareteile des Geräts stammen aus der Radebeuler Schmiede.

Seit mehr als 100 Jahren werden auf Flur des heutigen Radebeuler Ortsteils Naundorf Druckmaschinen gebaut.

Die Schnellpressenfabrik trug von 1938 bis 1991 den Namen Planeta, seit 20 Jahren ist das Werk ein Zweigbetrieb von KBA.

Die Bogenoffset-Druckmaschinen des Konzerns werden in Radebeul gebaut. Im Vorjahr trug das dortige Werk fast die Hälfte des Konzernumsatz von über 1,16 Milliarden Euro bei.

Der Rekord-Umsatz des KBA-Konzerns lag in 2006 bei über 1,74 Milliarden Euro. Infolge der Krise schrumpften die Umsätze auf 1,05 Milliarden Euro.

Von den 6000 Mitarbeitern sind 1600 in Radebeul beschäftigt. Die Anzahl soll stabil bleiben.

Skl

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.08.2012

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