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"Vielleicht wird's nie wieder so schön?" - Gerhard Schöne in Meißen

50. Bühnenjubiläum "Vielleicht wird's nie wieder so schön?" - Gerhard Schöne in Meißen

50 Jahre steht er nun auf der Bühne und im Grunde ist Gerhard Schöne die berühmte Ausnahme von der Regel. Ein Pfarrersohn, der gesellschaftskritische Lieder singt? 

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Steht seit 50 Jahren auf der Bühne: Gerhard Schöne. Foto: Archiv

Quelle: pr

Nun also das 50. Im Grunde ist Gerhard Schöne die berühmte Ausnahme von der Regel. Was auch heißen kann, der im Januar 1952 in ein christlich-protestantisches Elternhaus hinein Geborene hätte einen ganz anderen Beruf als den eines Liedermachers und Poeten ergreifen können. Mit Sicherheit wäre Gerhard Schöne aber auch in dieser Hinsicht erfolgreich gewesen. Er aber erwählte sich für den künftigen Broterwerb die Gitarre und nutzte sie im Verbund mit seiner Stimme, um darauf seine eigenen Texte und Melodien unters Volk zu bringen. Das war in der letzten Dekade der Existenz der DDR nicht gerade ungefährlich. Ein Pfarrersohn, der gesellschaftskritische Lieder singt? Ob das zum Sozialismus passt?

Doch die DDR-Oberen hatten zu jener Zeit wahrscheinlich längst mit zahlreichen anderen Ärgernissen zu tun, da fielen die Botschaften eines Liedermachers wohl nicht so ins Gewicht. Im Gegenteil, man versuchte gar, ihn mit Preisen (1987 den Kunstpreis der DDR und 1989 den Nationalpreis der DDR) in staatskonforme Bahnen zu geleiten. Kein Wort der Kritik fiel beispielsweise zu Texten wie "Mit dem Gesicht zum Volke", dem Titelsong von Schönes 1987 erschienener LP. Längst aber hatte die Staatsmacht schon an anderen Fronten und mit sich selbst zu tun.

50 Jahre steht er nun auf der Bühne

Nun also das 50. Bühnenjubiläum des Coswigers, dessen erstes Album im Jahre 1981 bei AMIGA unter dem wunderbaren Titel "Spar Deinen Wein nicht auf für morgen" auf Anhieb zu einem Verkaufsschlager avancierte. Kurze Zeit später erschien Schönes Platte "Kinderland" und mobilisierte auf einen Schlag eine völlig neue Zielgruppe, nämlich die Kindergartenkinder und Erstklässler in der Schule. Das rührte wohl auch daher, dass Schönes Kindheitswunsch immer schon war, später mal ein Musikclown zu werden. Lieder wie "Die Jule wäscht sich nie" wurden zu Hits, die man nicht nur zu Hause, sondern auch auf der Straße, in den Kindergärten und in den Schulklassen der Unterstufe sang. Gekonnt spielte Schöne damals schon mit Metaphern - mit kindlichen Themen und Figuren, wie es zum Beispiel ein Zauberer war und ist. In dem dazugehörigen Lied heißt es: "Ein Zauberer darf nicht schusslig sein, damit er nichts verdreht."

Gerhard Schönes Texte widmen sich sehr oft den Menschen, die irgendwie aus der Menge herausragen oder besonders schützenswert sind. Er wendet sich oft auch den ganz besonderen Tieren zu, wie er es in dem Werk "Als mein gelber Wellensittich aus dem Fenster flog" tat. Den Vogel setzt er so als Synonym ein für Menschen, die etwas anders sind als ihre Mitmenschen. Das gilt bei ihm selbst auch, aber besonders für die Kinder dieser Welt. Und in der Feststellung "Vielleicht wird's nie wieder so schön?" in einem seiner Lieder bringt er gar ein Quäntchen Zukunftsangst unter.

Die Kinder hatte und hat Gerhard Schöne immer schon besonders im Fokus, wenn er neue Texte schrieb und Melodien komponierte. So das Lied von einem Jungen, der gerne ein Mädchen wäre. Oder jenes, das einen Tag im Leben eines Kindes in der DDR beschreibt.

In den letzten Jahren der DDR widmete sich auch Gerhard Schöne intensiver als je zuvor den möglichen Veränderungen im Lande. Doch auch da bleibt er immer der eher leise und zurückhaltende Mensch. Als der er aber gekonnt auch an die DDR-Pionierorganisation und deren Wimpel mittels eines Marschrhythmus erinnerte. Und in einer seiner sehr persönlichen Geschichten (er hat sie "Vaters Wunde" genannt) erzählte der Liedermacher davon, wie er zufällig im Nachtschrank seines Vaters ein Hakenkreuz fand.

Nun steuert Gerhard Schöne sachte auf jene Lebensphase zu, in der andere sich zurücklehnen und ausgiebig ihr Rentnerdasein genießen. Für den Liedermacher Gerhard Schöne aber wäre das keine Alternative. Dazu hat er noch viel zu viele Ideen - für neue Texte und für neue Melodien.

Wolfgang Zimmermann

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