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Viel Personal zur Aufklärung des Nazi-Überfalls auf Hamburger Schüler in Bad Schandau

Viel Personal zur Aufklärung des Nazi-Überfalls auf Hamburger Schüler in Bad Schandau

Die Ermittlungsbehörden setzen überdurchschnittlich viel Personal ein, um den Überfall auf die Hamburger Schülergruppe durch Rechtsextremisten so schnell wie möglich aufklären zu können.

"Die Ermittlungen laufen sowohl in Hamburg als auch in der Sächsischen Schweiz mit hohem personellen Einsatz", erklärte Alexander Keller von der Dresdner Staatsanwaltschaft. Zur gründlichen Aufklärung des fremdenfeindlichen Überfalls, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte, werden eine Vielzahl von Zeugen befragt. "Erst wenn die Zeugenvernehmungen abgeschlossen seien, kann es erste Ermittlungsergebnisse geben", sagte Keller.

Vor über zwei Wochen war eine Schülergruppe aus Hamburg von Rechtsextremisten überfallen, beschimpft und geschlagen worden. Dabei wurde ein Schüler chinesischer Herkunft so stark verletzt, dass ihm im Hamburger Universitätsklinikum Titanplatten zur Stabilisierung des Kiefers implantiert werden musste. Bei der Behandlung im Klinikum in Pirna hatten die Ärzte zunächst keine schweren Verletzungen festgestellt. Erst als klar wurde, welche gravierenden Verletzungen der Jugendliche wirklich davon getragen hatte, sorgte der Fall bundesweit für Schlagzeilen.

Unter anderem entstand auch eine Debatte über die Stigmatisierung der Sächsischen Schweiz als Nazi-Hochburg . Der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig (CDU) hatte noch vor der Bundestagswahl in der vergangenen Woche davor gemahnt, die Region unreflektiert in eine rechtsextreme Schublade zu stecken. Gleichzeitig warnte er davor, sich rechtsextremen Gruppierungen und Parteien zuzuwenden. "Die NPD löst keine Probleme, sie ist das Problem", erklärte der Abgeordnete gegenüber den DNN.

Andere wiederum warfen der Politik vor, sie würde wegsehen und das Problem Rechtsextremismus nicht als solches anerkennen. "Das Kleinreden des Problems mit Neonazis muss endlich ein Ende haben", erklärten zum Beispiel die jungen Sozialdemokraten. (Jusos). "Das Wegschauen muss aufhören. Dazu gehört zum Beispiel die Förderung von Ausstiegsinitiativen."

Seit Jahren versuchen Menschen um den Pirnaer Aktionskreis Zivilcourage demokratische Einstellungen in der Gesellschaft zu fördern sowie rechtsextremen Einstellungen entgegenzuwirken. Das gelingt zum Teil, mit viel Potenzial nach oben. Insgesamt 9624 Menschen haben trotz des rassistischen Überfalls dem NPD-Kandidaten ihre Erststimme gegeben. Das entspricht einem Anteil von 6,6 Prozent. Damit hat die rechte Partei ihren Anteil gegenüber dem Jahr 2009 sogar noch ausbauen können. Bei der Zweitstimme - dem eigentlichen Bekenntnis zur Partei - ist der Anteil der Wähler mit 5,1 Prozent jedoch um einen halben Prozentpunkt niedriger. "Es bedarf eines klaren Bekenntnisses gegen die NPD", forderten die Jusos. "Sie ist keine demokratische Partei und bietet gewaltbereiten Menschen noch immer eine Anlaufstelle für ihre fremdenfeindliche Ideologie." Allein beim Anblick der Wahlplakate sei es Demokraten nicht möglich an die lauteren Ziele dieser Partei zu glauben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.09.2013

Tominski, Katrin

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