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Verliert Radebeul sein Berufsschulzentrum? Zu wenige Schüler: Kreistag soll über eine Zusammenlegung mit dem BSZ Meißen entscheiden

Verliert Radebeul sein Berufsschulzentrum? Zu wenige Schüler: Kreistag soll über eine Zusammenlegung mit dem BSZ Meißen entscheiden

Die Beschluss-vorlage ist angeblich nur noch Formsache. Inhalt: Der Kreistag möge bei seiner nächsten Sitzung am 27. März die Auflösung des Beruflichen Schulzentrums Radebeul beschließen und dieses mit dem großen Bruder in Meißen zusammenlegen.

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Quelle: dpa

In diesem Falle hätte Radebeul als eines der Zugpferde in der Region kein eigenes Berufsschulzentrum mehr. Zwar würde dann die an sich neuwertige und moderne Einrichtung an der Straße des Friedens/Steinbachstraße nicht geschlossen, wohl aber nur noch als Außenstelle des BSZ Meißen weitergeführt werden.

Die etablierten Bildungsgänge sollen dabei weit- gehend erhalten bleiben. Von verschiedener Seite hatte man es munkeln hören, CDU-Mann Ulrich Reusch entfuhr es zur letzten Stadtratssitzung in einem furiosen Plädoyer für mehr Berücksichtigung der Radebeuler Interessen auf Kreisebene, wo sich die Stadt doch in vielen Punkten so duldsam zeige. Ein Punkt ist wohl die nicht nur seitens der CDU-Fraktion getragene Auflösung des Radebeuler BSZ. Dort lernen heute fast nur noch halb so viele Auszubildende wie noch vor sechs Jahren. In den Augen der Kreisschulverwaltung lohnt sich der Betrieb als eigenständige Einrichtung mit eigen- ständiger Verwaltung damit nicht mehr. Schulleiter Michael Salomon zeigte sich auf die Thematik angesprochen sichtlich erregt, wollte sich aber „vor dem Kreistagsbeschluss am 27. März“ nicht äußern.

Kein Wunder, denn sollte das BSZ tatsächlich aufgelöst werden, würde seine Stelle wohl eingespart. Noch zur Kreisfusion 2008 hatte weit- gehend Konsens bestanden, alle vier Berufsschulzentren des neu entstehenden Kreises in Riesa, Großenhain, Meißen und Radebeul zu erhalten. Doch offenbar hatte man den demografischen Faktor damals unterschätzt. Seit Jahren verzeichnen alle vier BSZ drastisch sinkende Schülerzahlen. In der Radebeuler Schule, die auf naturwissenschaftliche Berufe spezialisiert ist und in diesem Bereich zu den besten Einrichtungen des Landes zählt, brachen sie seit 2008 von 1300 auf nunmehr noch 693 ein. Ein ähnlich gravierendes Bild bietet sich in den drei anderen BSZ: In Riesa lernen heute noch 1050 Azubis vor allem aus der Metallbranche (2008: 2500), in Meißen, das auf Dienstleistungen und Handwerk spezialisiert ist, noch 1044 (2008: 1800). Nur Radebeul hängt derzeit allerdings zwischen Baum und Borke. Grund ist der vom Freistaat vorgegebene Richtwert von mindestens 1000 Schülern an Berufsschulen, den Radebeul als einzige der vier Schulen weit unterschreitet.

Ursächlich für die Entwicklung sei vor allem der Geburtenknick, aber auch die zunehmende Konzentration von Fachklassen in Dresden, die vielen Einrichtungen im Umland die Schüler abspenstig machte, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Bereits seit längerem be- rieten daher Kultusministerium und Landkreis über eine Umstrukturierung der Berufsschulen. Ab 2008 hatten auch die BSZ im Landkreis zunehmend auf Spezialisierung gesetzt. So wurden unter anderem die Lehrlinge im Bäcker- handwerk aus Riesa und Großenhain abgezogen und in Meißen konzentriert. Die Sorge am BSZ Radebeul sei berechtigt, äußerte sich auch Landratssprecherin Kerstin Thöns zurückhaltend. „Es wird allerdings keinesfalls komplett geschlossen werden.“ Vielmehr plane man gerade die Erneuerung der 10 Jahre alten Laborausstattung für 500 000 Euro.

Jane Jannke

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