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Verheerende Schäden durch Unwetter im Landkreis - Schlammlawine in Reichstädt

Verheerende Schäden durch Unwetter im Landkreis - Schlammlawine in Reichstädt

Starkregen, Hagel, geflutete Keller: Während in der Landeshauptstadt bereits mit dem großen Reinemachen begonnen wurde, hat es den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Sonntag noch einmal richtig erwischt.

Dippoldiswalde.

Bis zu 80 Liter Wasser in einer Stunde entließ der Himmel, dazu kamen heftige Hagelschauer, in Schmiedeberg beispielsweise stand der Hagel einen Meter hoch auf den Straßen (DNN berichteten). Besonders verheerend wütete das Unwetter in Reichstädt, einem Ortsteil von Dippoldiswalde. Zum einen verwandelten die Wassermassen einen Bach in einen reißenden Strom, zum anderen konnte ein mehr als feuchtes Feld dem Regen nicht mehr standhalten. "Ein Schlammlawine löste sich und überspülte den Ort", erklärte Marcus Wünschmann, der als Gruppenführer des Technischen Hilfswerks (THW) Dippoldiswalde vor Ort im Einsatz war. Autos, Carports und Baumstämme hätten die Massen mitgerissen, Häuser und Grundstücke wurden überflutet.

Ein Mann wurde aufgrund des Wasserdrucks im Keller seines Hauses eingeschlossen. Zwei Retter der DRK-Wasserrettung, eingeflogen von der Bundespolizei, befreiten ihn aus seiner misslichen Lage. "Menschen sind nicht zu Schaden gekommen, aber sie wurden von dem Gewitter und dem Schlamm völlig überrascht. Viele Anwohner sagen, die Situation sei schlimmer als beim Hochwasser 2002", so Wünschmann.

Das THW Dippoldiswalde war mit 20 Mann von 14.30 bis 22 Uhr im Einsatz. Die Männer versuchten, das Flussbett schnellstmöglich von Geröll und Ästen zu befreien, damit nachrückendes Wasser durchlaufen konnte. Auch gestern gingen die Arbeiten weiter. "Das Wasser hat massive Schäden angerichtet. Einige Straßen sind stark unterspült, die müssen wir wieder für große Maschinen befahrbar machen. Außerdem sind einige Brücken weggerissen worden", so der THW-Gruppenleiter. So konnte beispielsweise die Brücke Buschmühle nicht mehr gerettet werden, sie musste abgerissen werden.

Acht Leute des THW Dresden waren am Sonntag außerdem in Sadisdorf bei Dippoldiswalde unterstützend im Einsatz. Dort drohte ein Rückhaltebecken zu brechen, wie THW-Dresden-Sprecher Ralf Mancke informierte. Damit Soldaten der Bundeswehr Sandsäcke zu den betreffenden Bereichen schleppen konnten, errichteten die THW-Leute einen Behelfssteg. So kam es zwar zu ein paar Ausspülungen, aber das Becken hielt.

Landrat Michael Geisler (CDU) machte sich am Sonntag selbst ein Bild von der Lage in Reichstädt und löste in den betroffenen Gemeinden des Landkreises Katastrophenalarm aus. Der galt gestern Nachmittag noch für Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna, Rathmannsdorf, Königstein, Kurort Rathen, Pirna, Stadt Wehlen, Struppen und Heidenau sowie Dippoldiswalde. "Dort laufen derzeit die Aufräumarbeiten auf Hochtouren", sagte Annette Hörichs, Pressesprecherin des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie informierte auch darüber, dass ab heute die Schulen im Landkreis wieder geöffnet sind. Nur die Schulen in den Elbtalkommunen bleiben bis einschließlich Mittwoch geschlossen.

Die Sächsische Staatskanzlei hat indes auch den von diesem Unwetter Betroffenen schnelle Hilfe zugesagt. Eine Soforthilfe als Handgeld gibt es für direkt betroffene Bürger, deren Wohnraum überflutet wurde und für in Not geratene Unternehmen sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Insgesamt stehen dafür rund 85 Millionen Euro bereit.

"Unwetter mit diesem Ausmaß wird es vorerst nicht mehr geben", kündigte Christian Schmidt vom Deutschen Wetterdienst an. Zwar könnten ab Freitag erneut Schauer und Gewitter auftreten, aber nach jetzigem Kenntnisstand würden diese nicht so heftig ausfallen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

Christin Grödel

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