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Verein plant Turmbau an Schloss Lauterbach

Sanierung Verein plant Turmbau an Schloss Lauterbach

Das Schloss Lauterbach in Ebersbach soll seinen Turm zurückerhalten. Das hat der Förderverein Schloss und Park Lauterbach bei seiner Festveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen bekannt gegeben.

Der Turm auf Schloss Lauterbach ist derzeit nur ein Stummel.

Quelle: Uwe Hofmann

Ebersbach. „Auf eine schöne Frau gehört ein schöner Hut, so ist es auch bei diesem Haus“, sagt Anuschah Behzadi über Schloss Lauterbach. Mit einer passenden Kopfbedeckung für das frühere Herrenhaus meint der Leipziger Architekt den Wiederaufbau des Turms, der 1931 wegen seiner Baufälligkeit bis auf einen Stumpf abgerissen wurde. Damit hat Behzadi das neue Vorhaben des Fördervereins Schloss und Park Lauterbach umrissen, dass dieser bei seiner Festveranstaltung am Sonnatg zum zehnjährigen Vereinsbestehen bekannt gab. Das Büro Behzadis hat aus persönlicher Verbundenheit mit Vereinsmitgliedern kostenlos sämtliche Planungsleistungen übernommen, weshalb der Architekt, der in der Region schon der Winzergenossenschaft Meißen zu ihrer Weinerlebniswelt verholfen hat, bereits mit ein paar Hausnummern aufwarten konnte. Es sei gut gewesen, dass bei der Dachsanierung 2007 die im Dach verborgene Unterkonstruktion aus Holz bewahrt wurde, urteilte Behzadi. Auch wenn von dem mit Blech verkleideten Stumpf selbst nicht viel mehr zu verwenden sein sollte, kämen dadurch allenfalls 70 000 Euro Baukosten zusammen. Plus noch einmal 3200 bis 10 100 Euro – je nachdem, ob die zum Turm gehörende Uhr ein Schlagwerk bekommen solle oder nicht, wie Vereinssprecherin Randi Friese ergänzt.

Das ist für den knapp 50-köpfigen Verein eine sportliche Aufgabe, zumal anders als in den Vorjahren mit einer Unterstützung aus der Gemeindekasse nicht zu rechnen sei, wie Ebersbachs Bürgermeisterin Margot Fehrmann (CDU) sagte. Andererseits hat der Verein in den letzten zehn Jahren bewiesen, dass er wie kaum ein anderer seiner Art effizient arbeiten kann, wie Fehrmann selbst resümierte. Schließlich sei das nach wechselvoller Geschichte seit 1982 mehr oder minder ungenutzte Schloss im Jahre 1999, als es infolge von Eingemeindungen in die Zuständigkeit des Ebersbacher Rathauses fiel, ein „Lagerplatz für alles Mögliche“ gewesen, wie sie sagte. Weniger vornehm hätte sie auch von einer maroden Rumpelkammer sprechen können.

Jahrelang habe man gehofft, dass sich ein Käufer melde, der ein schlüssiges Konzept vorweisen könne. Stattdessen seien „viele Spinner“ vorstellig geworden, wie Fehrmann sagte. Als Anfang 2006 die Übernahme durch eine Dresdner Interessengemeinschaft platzte, habe sich die deswegen in der Kritik stehende Fehrmann gedacht: „Was andere für uns machen sollen, können wir doch selbst tun.“ Die Idee zum Förderverein war geboren, zwei Monate später wurde er gegründet.

Heidrun Tennert alias Wilhelmine von Palm und Schlossmaler Roland Schwenke enthüllen dessen neustes Werk, ein nach historischer Vorlage gefertig

Heidrun Tennert alias Wilhelmine von Palm und Schlossmaler Roland Schwenke enthüllen dessen neustes Werk, ein nach historischer Vorlage gefertigtes Portrait des Schlossbesitzers Leopold Carl von Palm. Schwenke hat, nachdem er am Sonntag weitere drei Gemälde übergeben hat, insgesamt 15 Werke für die ehemals kargen Wände von Schloss Lauterbach übergeben.

Quelle: Uwe Hofmann

Viele „kleine Schritte“ sei man seither gegangen, und doch scheint man einen langen Weg von den Anfängen zurückgelegt zu haben, als der Coswiger Veranstalter René Schmidt beim ersten Konzert im entrümpelten Schloss im September 2006 abschätzig von einem „schönen Pionierpalast“ sprach. Knapp 100 öffentliche Veranstaltungen habe man seither organisiert und etwa 21 000 Gäste begrüßt, rechnete Vereinssprecher Gerd Werner nun vor. Geld bringen auch Vermietungen in den warmen Monaten. Seit 2009 geben sich auch Hochzeitspaare im schmuck herausgeputzten Musikzimmer, in dem originales Schlossmobiliar aus der Zeit vor 1945 steht, das Jawort.

Roland Schwenke mit Gattin Angelika mit zwei von insgesamt vier neuen Werken, die der Lauterbacher Schlossmaler am Sonntag übergeben konnte

Roland Schwenke mit Gattin Angelika mit zwei von insgesamt vier neuen Werken, die der Lauterbacher Schlossmaler am Sonntag übergeben konnte. Die insgesamt 15 in Lauterbach hängenden Gemälde sind allesamt in Schwenkes Neubauwohnung in Dresden-Gorbitz entstanden.

Quelle: Uwe Hofmann

Etwa 33 300 Arbeitsstunden haben Vereinsmitglieder in das Schloss gesteckt, vieles gerade an Decken und Fußböden, dazu die meisten Reinigungsarbeiten selbst gemacht. Inzwischen hat das Schloss ein neues Dach, ist der verwilderte Park im englischen Stil gepflegt, sind die Räume im Erdgeschoss fast gänzlich saniert. Zuletzt wurde 2014 die Fassade für 260 000 Euro erneuert, wovon der Freistaat die Hälfte gab. Auch für den Turmbau wolle man Fördermittel etwa von der Stiftung Denkmalschutz beantragen, ohne einen hohen Eigenmittelanteil werde es aber nicht gehen, sagte Vereinssprecherin Randi Friese. Deswegen werden seit kleine und große „Turmherrenschaften“ ausgegeben, die für 100 und 500 Euro zu haben sind.

Spendenkonto: Sparkasse Meißen, IBAN DE17850550000500136432, Kennwort: „Turmprojekt“

Von Uwe Hofmann

Hopfenbachstraße 16, 01561 Ebersbach 51.236113617614 13.607586622238
Hopfenbachstraße 16, 01561 Ebersbach
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