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Verbrechen an Silbermann-Brüdern und Fall aus dem Landkreis Meißen bleiben ungeklärt

Verbrechen an Silbermann-Brüdern und Fall aus dem Landkreis Meißen bleiben ungeklärt

Zwei bislang ungeklärte Mordfälle aus der Region Dresden bleiben weiterhin mysteriös. "Es haben sich keine Hinweise auf einen rechtsextremistischen Hintergrund und keine Bezüge zum ,Nationalsozialistischen Untergrund' (NSU) ergeben", erklärte Innenminister Markus Ulbig in einem Schreiben an den Landtag.

Die Überprüfung der beiden Todesfälle sei abgeschlossen.

Im Zusammenhang mit den Morden des NSU waren Anfang 2014 in Sachsen 190 "Altfälle" aus den Bereichen Mord oder Totschlag hinsichtlich einer politisch rechten Tatmotivation überprüft worden. Zwei bislang ungeklärte Taten waren als relevant erachtet und dem Bundeskriminalamt gemeldet worden.

Wie die DNN berichteten, betrafen die an das BKA gemeldeten Fälle Verbrechen in Dresden und im heutigen Landkreis Meißen. Warum gerade diese Fälle wieder ins Visier der Polizei gerückt waren, erklärte das Innenministerium nicht.

Bei dem Fall im Landkreis Meißen hatte in der Nacht zum 20. Oktober 2004 eine Streifenwagenbesatzung auf dem Weg zu einem Einsatz zwischen Grödel und Nünchritz einen umgekippten Handwagen und daneben die Leiche einer damals 66-jährigen Frau entdeckt. Ein Unfall konnte damals ausgeschlossen werden. Der Mord blieb bis heute ungeklärt.

Ein sächsischer Fall nachgemeldet

Der zweite Fall liegt noch länger zurück: Am 11. November 1995 wurde auf einem Sportplatz in Dresden ein damals 24-jähriger Dresdner tot aufgefunden. Vier Tage später fand man die Leiche seines zwei Jahre jüngeren Bruders am Mittelteich in Moritzburg. Beide Opfer wiesen Misshandlungsspuren auf. Auch dieser Fall konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.

Klar war schon damals, dass beide ermordet worden waren. Der 24 Jahre alte Sven Silbermann hatte Stichverletzungen, Tätowierungen deuteten auf seine Zugehörigkeit zur rechtsextremen Szene hin. Die Polizei vermutete damals, er und sein Bruder Michael seien aus ihrer Wohnung in der Leipziger Straße von einer Tätergruppe entführt und getötet worden. Spekulationen, einer der Männer sei V-Mann der Polizei gewesen, wiesen die Ermittler damals zurück. Trotz einer Belohnung von 10000 Mark für Hinweise auf die Täter blieb die Arbeit der Sonderkommission "Silbermann" ergebnislos. In Vergessenheit geriet der Fall nicht. Später wurden Querverbindungen zum Mord an Oberlandeskirchenrat Roland Adolph und seiner Frau (Februar 1997) gesehen und 2001 bedauerte der scheidende Chef der Dresdner Mordkommission, Manfred Müller, im DNN-Interview, dass er die Silbermann-Morde vor seinem Ruhestand nicht mehr hatte aufklären können. Dabei bleibt es nun auch weiterhin.

Inzwischen ist ein Mordfall aus Leipzig dem Bundeskriminalamt nachgemeldet worden. Erst aus dem Urteil gegen den Täter hat sich bei einer Überprüfung eine rechte Motivlage für das Tötungsverbrechen an Holger K. am 4. Oktober 2003 ergeben, die der Polizei bislang nicht bekannt gewesen sei, erklärte Ulbig jetzt in seiner Antwort auf die Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.01.2015

Ingolf Pleil

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