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Unterstützer für Flüchtlinge gesucht

AG Asylsuchende Unterstützer für Flüchtlinge gesucht

Die AG Asylsuchende veranstaltet am 12. Dezember die bereits achte Schulung für Unterstützer und Unterstützerinnen von Flüchtlingen. Wie der Einzelne geflüchteten Menschen helfen kann, berichtet Petra Schickert im DNN-Interview.

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Petra Schickert

Quelle: Silvio Kuhnert

Königstein. Frage: Asylgegner verschaffen sich immer wieder mit Demonstrationen Gehör auf der Straße. Um Unterstützer von Flüchtlingen ist es dagegen eher ruhig. Gibt es ausreichend Helfer oder könnten es noch mehr sein?

Petra Schickert: Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gibt es bereits sehr viel Engagement von Menschen, die sich für Asylsuchende einsetzen wollen. Die Situation ist aber regional noch etwas unterschiedlich. In Städten wie Heidenau und Pirna haben wir sehr viele Helfer. Aber es gibt auch Kommunen, wo Unterstützungsstrukturen schwächer ausgeprägt sind. Ich bin mir sicher, dass es dort auch ausreichend Einwohner gibt. Sie haben aber noch nicht zusammengefunden. Dazu dienen unter anderem unsere Unterstützer-Schulungen, damit Hilfswillige spüren, dass sie nicht allein sind und sich gegenseitig stärken.

Die nächste Schulung findet am 12. Dezember in Königstein statt. Welche Hilfe kann der Einzelne leisten?

Unterstützer können beispielsweise eine Patenschaft für einen geflüchteten Menschen übernehmen. Es bestehen darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten sich einzubringen. Die einen haben beispielsweise Zeit und wollen ganz praktisch helfen, beispielsweise Deutschkurse geben, eine Fahrradwerkstatt aufbauen oder mit Asylsuchenden kochen, wandern oder andere Freizeitaktivitäten unternehmen. Andere Helfer leisten Unterstützung mit Geldspenden. Und zu unseren Schulungen kommen auch Menschen, die einfach mehr über das Thema Asyl wissen möchten und Vorurteile nicht unwidersprochen stehen lassen wollen, wenn sie darauf im Alltag stoßen. Nach einer Unterstützer-Schulung können die Teilnehmer entscheiden, ob sie eine Patenschaft übernehmen, ob sie in einem Willkommensbündnis mitwirken oder gegen Vorurteile vorgehen wollen.

Wenn man helfen möchte, muss man dann einfach nur zu einer Asylbewerberunterkunft gehen? Oder an wen kann man sich wenden?

Es ist etwas schwierig, wenn man unmittelbar zur Unterkunft geht. Man kann sich in einem Willkommensbündnis vor Ort selbst organisieren und dann über die Flüchtlingssozialarbeit gemeinsam Kontakt zu Asylbewerbern aufnehmen und gezielt schauen, was an Unterstützung benötigt wird. Man sollte nicht nach dem Motto: "Wir wissen, was sie brauchen" herangehen, sondern ihnen zu hören, welche Hilfe sie sich wünschen. Alle Unterstützer-Schulungen waren bisher der Startschuss von Willkommensbündnissen in der jeweiligen Region. Um mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen, sind auch Begegnungsnachmittage oder -abende sehr gut geeignet.

Wie viele Willkommensbündnisse gibt es bereits?

Inzwischen engagieren sich Ehrenamtliche in fast 20 Initiativen. In manchen Orten gibt es Willkommensbündnisse, in anderen Beiräte oder Arbeitsgruppen Integration.

In den Schulungen sprechen Sie auch Grenzen des ehrenamtlichen Engagements an. Wo liegen sie?

Grenzen sind immer dort, wo rechtliche Fragen eine Rolle spielen und berührt werden. So sollten Ehrenamtliche sich nicht in das Asylverfahren einmischen und beispielsweise bei Anwälten nach dem aktuellen Verfahrensstand nachfragen. Auch Beratungstätigkeiten sind nicht Aufgabe eines ehrenamtlichen Unterstützer. Sie können und sollten vielmehr Asylbewerber und Flüchtlinge im Alltag begleiten, mit ihnen Einkäufe tätigen, ihnen unsere Lebensgewohnheiten erklären und Freizeitangebote unterbreiten sowie beim Erlernen der deutschen Sprache helfen. Grenzen des Engagements sind auch, wenn man beginnt, Freunde, Familie, eigene Hobbys und ähnliches zu vernachlässigen. Wir wollen nicht, dass sich die Helfer zu sehr engagieren und am Ende selbst übernehmen. Wir brauchen sie über eine längere Zeit.

Unterstützungsschulung in Königstein am 12. Dezember von 10 bis 17 Uhr; Anmeldung bis 8. Dezember per Telefon unter 03501 / 58 22 89 oder 0174/991 94 32; per E-Mail: mbt.mitte-ost@kulturbuero-sachsen.de

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