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Unternehmen im Kreis Meißen fordern schnelles Internet: Geldeinbußen wegen zu langsamer Verbindungen

Unternehmen im Kreis Meißen fordern schnelles Internet: Geldeinbußen wegen zu langsamer Verbindungen

Radebeul/Meißen. Der Kreis Meißen sei in Sachen Internet "Notstandsgebiet", sagt Unternehmer Stephan Schneider. Der Chef der Umformtechnik Radebeul GmbH klagt über das viel zu langsame leitungsgebundene Internet am Standort der Aluminium-Schmiede.

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Sascha Dienel, Geschäftsführer der WRM: Weiße Flecken auf der Landkarte sind immer noch vorhanden, es gibt aber Kommunikationsunternehmen, die von sich aus in den Internetausbau investieren.

Quelle: WRM

Bandbreiten von zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) seien normal. "Es dauert oft über zwei Minuten, bis sich bei uns Internetseiten aufbauen", so Schneider. "Ich verbringe jeden Tag fast eine Stunde mit Warten."

Die miesen Verbindungsraten würden aber nicht nur Zeit und Nerven kosten, sondern auch Geld. Da die Firma in Produktion und Rechnungswesen mit Programmen arbeite, die über Internet gestützt seien, müssten Mitarbeiter oft warten. Zeitweise stünden sogar die Maschinen still. "Es muss sich dringend etwas daran ändern, so geht das nicht weiter", betont der Geschäftsführer.

Mit seinen Sorgen ist Schneider nicht allein. Erst vor Kurzem bemängelten mehrere Unternehmer beim "1. Meißner Wirtschaftsdialog" der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT), dass sie noch immer keine aus-reichende Breitbandversorgung hätten. Dabei gehe es nicht nur um schnelles Surfen im Internet, sondern auch um den Transfer großer Datenmengen.

"Es gibt noch immer weiße Flecken", sagt Sascha Dienel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Meißen GmbH (WRM). Ein Blick in den Breitbandatlas des Bundes bestätigt, dass es im Kreis Meißen kaum Bandbreiten von 50 Mbit/s gibt. Dies sei demnach nur in Teilen von Radebeul, Meißen und Riesa der Fall. Es gebe gar Bereiche, in denen keine zwei Mbit/s möglich sind, so etwa an der Grenze Coswigs zu Moritzburg.

Der Landkreis hatte bereits 2010 das Thema Breitbandversorgung an die Kommunen übertragen. Außerdem hatte der Landkreis 2011 eine Bedarfs- und Verfügbarkeitsstudie angefertigt. Damit bekamen Kommunen einen Leitfaden, die den Breitband-Ausbau selbst anschieben wollten. Weinböhla sei hier laut Landratsamt ein Vorbild. Dort gab die Gemeinde rund 30 000 Euro aus, damit Haushalte und Gewerbetreibende schneller surfen können, und bekam fast 89 000 Euro an Zuschüssen. Seit einem Jahr wird Weinböhla komplett versorgt.

Dienel zufolge stand für andere Projekte im Kreis kein Fördergeld bereit, weil die Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse keine Unterversorgung festgestellt habe - laut Vorgaben wären dies Gebiete mit Bandbreiten unter zwei Mbit/s. Im Landkreis gebe es aber Unternehmen, die von sich aus in den Internetausbau investieren. Laut Dienel sei das derzeit etwa bei der NU Informationssysteme GmbH Riesa der Fall. Vodafone baue ebenso im Kreis aus. Wo genau könne die WRM nicht sagen. Zum einen gebe es "aus Wettbewerbsgründen" keine Aussage der Firmen, teils hätte sich die WRM verpflichtet, dazu zu schweigen.

Die Unternehmer, die beim MIT-Treffen ihren Frust freien Lauf ließen, forderten indes den Freistaat auf, zu handeln. Dort ist die Kritik schon angekommen. So werde derzeit die Förderrichtlinie "Digitale Offensive Sachsen" (Dios) auf den Weg gebracht. Damit sollen Orte mit Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s ausgestattet werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.06.2013

Stephan Klingbeil

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