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Unfallstatistik: Mehr Tote im Pirnaer Straßenverkehr

Unfallstatistik: Mehr Tote im Pirnaer Straßenverkehr

Die Unfallstatistik für 2012 liegt vor. Im Interview mit DNN-Mitarbeiter Silvio Kuhnert berichtet Revierleiter Thomas Thieme, wie oft, warum und wo es krachte.Thomas Thieme: Das ist eine schwierige Frage, weil Sicherheit relativ ist.

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Thomas Thieme

Quelle: Silvio Kuhnert

Die Unfallstatistik für 2012 liegt vor. Im Interview mit DNN-Mitarbeiter Silvio Kuhnert berichtet Revierleiter Thomas Thieme, wie oft, warum und wo es krachte.

Wie sicher ist man auf Pirnas Straßen unterwegs?

Thomas Thieme: Das ist eine schwierige Frage, weil Sicherheit relativ ist. Wenn man bedenkt, dass die B 172 eine der meist befahrenen Straßen in Deutschland ist, sagen die Unfallzahlen und Zahlen an Verletzten aus, dass man sicher in Pirna unterwegs sein kann.

Wie sieht die Statistik für 2012 aus?

Im vergangenen Jahr gab es wie im Bund und Freistaat so auch in unserem Revier einen leichten Anstieg der registrierten Verkehrsunfälle. 2135 Unfälle mussten wir verzeichnen. Die Zahl der Verletzten ist mit 293 im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Leider ist ein Anstieg bei der Anzahl der Verkehrstoten zu beklagen.

Wie viele Menschen haben ihr Leben auf den Straßen verloren?

Es gab acht Verkehrstote.

Was waren die Ursachen?

Die Hauptursache war überhöhte Geschwindigkeit. Unter den tödlich Verletzten waren auch zwei Radfahrer. Der eine Unfall war vom Radler völlig unverschuldet. Im anderen Fall wurde die Vorfahrt nicht beachtet. Da beide Radfahrer keinen Helm getragen haben, sind sie verstorben.

Mit einem Fahrradhelm hätten sie überleben können?

Nach Aussage der Gerichtsmedizin wäre die Chance wesentlich höher gewesen, am Leben zu bleiben. Jedoch ohne Schutzhelm waren die Kopfverletzungen so schwer, dass sie zum Tod geführt haben.

Also sollte man Helm tragen?

Ich kann nur eindringlich an Radfahrer appellieren, einen Helm aufzusetzen. Es ist das einzige Mittel, das auch den Kopfbereich schützen kann.

Ist zu hohes Tempo allgemein die Hauptursache für Crashs im Revier?

Geschwindigkeit war im Jahr 2010 noch die Hauptunfallursache. Momentan ist es der Fahrzeug-Abstand mit 19,25 Prozent. An zweiter Stelle stehen Wildunfälle. Mit 12,46 Prozent befindet sich Geschwindigkeit an dritter Stelle. Das ist immer noch sehr hoch. Wir werden daher weiter mit Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen gegen Raser vorgehen.

Sind Unterschiede in den Altersgruppen zu beobachten?

Wir betrachten bei den Unfallverursachern schwerpunktmäßig die Altersgruppen der Fahranfänger von 18 bis 25 Jahre sowie die Verkehrsteilnehmer der Generation 60plus, um Tendenzen zu erkennen. Autofahrer im Alter von 18 bis 25 Jahren haben 288 Unfälle verursacht. Hauptproblem ist hier immer wieder zu hohe Geschwindigkeit. Sie spielt bei den Unfallursachen von Kraftfahrern über 60 Jahren eine untergeordnete Rolle. Bei den von dieser Altersgruppe verursachten 451 Unfällen stehen zu geringer Abstand und Nichtbeachtung der Vorfahrt ganz oben.

Liegt es am schlechteren Sehvermögen oder zu langsamen Reaktionsvermögen im Alter, dass die Generation 60plus fast doppelt so viele Unfälle verursacht wie junge Verkehrsteilnehmer?

Man könnte spekulieren, dass das Nachlassen des Seh- und Reaktionsvermögens sich negativ auf Abstand halten und Vorfahrt beachten auswirkt. Wir führen im Revier allerdings keine wissenschaftlichen Untersuchungen durch. Diese sind aber für eine fundierte Antwort notwendig. Wir beobachten und registrieren lediglich, dass es wie 2011 eine Auffälligkeit gibt.

Wo sind die Unfallschwerpunkte?

Die Schwerpunkte im Revierbereich sind primär an der B 172 zu finden. In Pirna ist dies die Ausfahrt Königsteiner Straße 6. Hier geschehen viele Unfälle mit Radfahrern, weil sie auf dem Fußweg entgegengesetzt zur Fahrtrichtung unterwegs sind. Der Autofahrer schaut nach links und nicht nach rechts und dann kommt es zum Unfall. Schwerpunkte an der B 172 sind auch die Einmündung Geibeltstraße in Pirna und die Kreuzung August-Bebel-Straße in Heidenau. Eine Häufung von Unfällen ist auch auf der Brückenstraße in Pirna zu beobachten. Der Hauptunfallschwerpunkt war bis 2011 der Bonnewitzer Berg. Nachdem der Asphalt ausgetauscht worden war, stellten wir im vergangenen Jahr keinen Unfall mehr fest.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.06.2013

S. Kuhnert

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