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Uhrenhersteller in Glashütte muss aufgeben

Insolvenz Uhrenhersteller in Glashütte muss aufgeben

Der Glashütter Uhrenhersteller C. H. Wolf GmbH stellt den Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung ein. Eine Sanierung ist nicht möglich. Das Unternehmen verfüge über keinerlei finanzielle Mittel mehr, neue Kapitalgeber sind nicht in Sicht. 17 Mitarbeiter erhielten die Kündigung.

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Edle Uhren aus edlen Materialien: C. H. Wolf baute exklusive Armbanduhren (Bild oben). Darunter war auch ein Zeitmesser, der an den Melkus-Rennwagen erinnert und von Peter Melkus (rechts) präsentiert wurde. Aber die Nische war zu knapp bemessen, das Unternehmen kam aus den roten Zahlen nicht heraus.

Quelle: Foto: PR

Dresden/Glashütte. Der Glashütter Uhrenhersteller C. H. Wolf GmbH stellt den Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung ein. „Eine Sanierung ist nicht möglich“, erklärte jetzt der vorläufige Sachwalter Helgi Heumann. Das Unternehmen verfüge über keinerlei finanzielle Mittel mehr, neue Kapitalgeber seien nicht in Sicht. 17 Mitarbeiter erhielten zum 29. Februar die Kündigung.

Am 8. Dezember 2015 hatte die C. H. Wolf GmbH beim Amtsgericht Dresden einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Am 9. Dezember beauftragte das Gericht den Dresdner Insolvenzrechtsexperten Heumann, ein Gutachten über die Fortführungs- und Sanierungsmöglichkeiten des Unternehmens zu erstellen. „Mein Gutachten zeigt, dass ohne neues Kapital und ohne Änderung des Geschäftsmodells eine Sanierung nicht möglich ist“, erklärte Heumann.

In den vergangenen zwei Jahren habe der Uhrenhersteller ein Minus von fast 2,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Verbindlichkeiten würden sich insgesamt sogar auf rund fünf Millionen Euro belaufen. Angesichts dieser fatalen Lage hat das Amtsgericht jetzt das Insolvenzverfahren eröffnet.

Der Todesstoß für das Unternehmen war laut Heumann Ende vergangenen Jahres der Rückzug eines Kapitalgebers, der eine Investition in Millionenhöhe zugesagt haben soll. „Auf diese Mittel war das Unternehmen angewiesen, um den Geschäftsbetrieb fortzuführen und weiter aufzubauen.“

In den vergangenen Monaten hätten Geschäftsführer Jürgen Werner und der Dresdner Rechtsanwalt und Insolvenzrechtsexperte Christoph Munz mit mehreren Investoren, Anlegern und auch Konkurrenten gesprochen. „Leider sind alle Gespräche erfolglos geblieben“, fasste Heumann zusammen. „Viele Investoren haben in dem Geschäftsmodell des Unternehmens nur geringe Chancen gesehen.“

C. H. Wolf fertigte kleine Serien von hochwertigen Armbanduhren aus außergewöhnlichen Materialien wie den Langlaufski, mit denen der Nordische Kombinierer Eric Frenzel Olympiagold in Sotschi gewann. „Die Verwendung solcher seltener Materialien führt aber dazu, dass die Uhren nur in kleinsten Auflagen produziert werden können. Die Entwicklungs- und Marketingkosten müssen auf die wenigen Unikate einer Serie umgelegt werden, was zu Preisen von 4000 Euro und höher führte“, so Heumann. Diese Preise seien für derartige Unikate zwar angemessen, aber: „Die Käuferschicht für solche Uhren ist besonders stark umworben.“

C. H. Wolf verfüge noch über einen Bestand von 470 exklusiven Uhren verschiedenster Modelle. „Wir werden eine Aktion im Internet starten und diesen Bestand zu Sonderpreisen verkaufen“, kündigte Heumann an. Auf der Internetpräsenz des Glashütter Uhrenbetriebes wird der Verkaufsstart für den 14. März angekündigt.

Helgi Heumann kann durchaus als Experte für die Probleme der Glashütter Uhrenindustrie bezeichnet werden. 2007 sanierte er die Mühle Glashütte GmbH – Nautische Instrumente.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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