Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Überfall auf Hamburger Jugendliche in Ostrau - Polizei sucht Zeugen

Überfall auf Hamburger Jugendliche in Ostrau - Polizei sucht Zeugen

Mit einem Überfall auf eine Hamburger Schülergruppe ziehen Chaoten den Ruf der Sächsischen Schweiz wieder in den Dreck. Erst grölten sie fremdenfeindliche Parolen vor der Jugendherberge in Ostrau, dann schlugen sie auf einen 15-Jährigen ein.

Der Jugendliche musste zur Behandlung ins Krankenhaus.

Die Tat ereignete sich bereits in der Nacht von Freitag auf Sonnabend. Wie die Polizei mitteilte, war eine Schulklasse zwischen 3 und 3.45 Uhr von Bad Schandau auf dem Weg zur Jugendherberge im Ortsteil Ostrau. Auf dem Marktplatz begegneten die 15- bis 17-Jährigen einer Gruppe von zwölf Personen, von denen einige nicht mehr nüchtern waren. Nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei sollen aus dieser Gruppierung mehrere Personen den Schülern auf dem Weg zur Jugendherberge und in das Haus gefolgt sein. Vor der Herberge riefen die Verfolger fremdenfeindliche Parolen. Weiterhin schlugen mehrere der Verfolger einem 15-Jährigen mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Der Schüler erlitt leichte Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt wurden.

Die Tat ist einmal mehr ein Schaden für den Ruf der Region. Der Sächsischen Schweiz eilt immer noch das Image voraus, Heimat vieler Rechtsextremisten zu sein. Unabhängig von dem Überfall hat der Tourismusverband Sächsische Schweiz (TVSSW) die Wähler in der Urlaubsregion zur Verteidigung der Demokratie aufgefordert. "Wir stehen ja in dem Ruf, dass die NPD hier stark ist und die Wählerschaft auch nichtdemokratische Parteien wählt", sagte Verbandsgeschäftsführer Tino Richter. "Und wir wissen, dass der Tourismus dadurch Schaden nimmt." Deshalb sei es wichtig, dass die Menschen in der Region wählen gehen und sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einsetzen. Bei den vergangenen Bundestags- und Landtagswahlen hatte die NPD in der Sächsischen Schweiz immer über fünf Prozent und zum Teil zweistellige Ergebnisse erzielt.

Der Schaden, der dem Tourismus durch die Rechtsextremen entstehe, lasse sich zwar nicht beziffern. "Wir merken es aber an den Reaktionen", sagte Richter. Gerade nach Wahlen häuften sich die Anfragen, beispielsweise von Deutschen, die mit ausländischen Partnern in der Sächsischen Schweiz Urlaub machen wollten. "Das geht schon in die Dutzende." Auch für die Suche nach Arbeitskräften sei das rechte Image von negativer Bedeutung. "Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen und klare Kante zu zeigen", sagte Richter. Deshalb unterstütze der Verband auch die von der "Aktion Zivilcourage" initiierte Kampagne "Die Sächsische Schweiz ist bunt".

Zur Aufklärung des Überfalls auf die Schülergruppe nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer 0351/48 22 33 Hinweise entgegen. Tatzeugen werden gebeten, sich zu melden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2013

Silvio Kuhnert, mit dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr