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Über 40 Puppentheater aus ganz Deutschland zu Gast in Hohnstein

Kasper, Witwen und Leute mit Mützen Über 40 Puppentheater aus ganz Deutschland zu Gast in Hohnstein

"Ja, wir Wilmersdorfer Witwen verteidigen Berlin, / sonst wär'n wir längst schon russisch, chaotisch und grün. / Was nach uns kommt, ist Schiete, denn wir sind die Elite" trällern in der musikalische Revue "Linie 1" von Volker Ludwig die berühmt-berüchtigten "Wilmersdorfer Witwen".

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Das Kobalt Figurentheater aus Lübeck zeigt eine Adaption des Stückes "Linie 1".Foto: PR

Quelle: PR

Hohnstein. "Ja, wir Wilmersdorfer Witwen verteidigen Berlin, / sonst wär'n wir längst schon russisch, chaotisch und grün. / Was nach uns kommt, ist Schiete, denn wir sind die Elite" trällern in der musikalische Revue "Linie 1" von Volker Ludwig die berühmt-berüchtigten "Wilmersdorfer Witwen". Im Zentrum des 1986 uraufgeführten Musicals steht eine junge Ausreißerin aus der Provinz, die am Bahnhof Zoo landet und auf der Suche nach ihrem "Märchenprinzen", einem Rockmusiker, ist. Das Mädel bleibt auf der U-Bahn-Linie 1 hängen, dem "Orientexpress" nach Kreuzberg. Ihr begegnet ein Kaleidoskop städtischer Typen und Schicksale. Eine Figurentheater-Version von "Linie 1" hat das Kobalt Figurentheater aus Lübeck erstellt - und zeigt diese am Freitag, 20 Uhr, im Max Jacob Theater in Hohnstein.

Das Gastspiel erfolgt im Rahmen der größten Zusammenkunft von Puppenspielern, die Hohnstein je gesehen hat. Denn vom 7. bis 10. Januar ist die Burgstadt Ausrichter der Jahrestagung 2016 vom Verband Deutscher Puppentheater (VDP). Deshalb ist auch ein interessanter Vortrag angesetzt: Am Sonntag, 10 Uhr, referiert der Dresdner Olaf Bernstengel Dresden in der Amtsstube von Burg Hohnstein zum Thema "Puppentheater in Sachsen". Veranstaltet wird die Tagung vom Traditionsverein Hohnsteiner Kasper e.V. in Kooperation mit der Burg und der Stadt Hohnstein. Im Max Jacob Theater und auf der Burg finden dabei zahlreiche öffentliche Puppentheatervorstellungen statt.

Gäste aus ganz Deutschland

Im Jahre 2013 vergab der VDP seinen Ehrenpreis "Die Spielende Hand" für Verdienste um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Figurentheaters zu gleichen Teilen an die Stadt Hohnstein und die beiden Vereine Hohnsteiner Puppenspielfest und Traditionsverein Hohnsteiner Kasper. Schon damals wurde die Idee geboren, den VDP zu seiner Jahrestagung einzuladen.

Angemeldet haben sich bislang rund 55 Personen von mehr als 40 Puppen- und Figurentheatern. Sie kommen aus Lübeck, Köln, Hamburg und Berlin, aus Hannover, Braunschweig, Bonn, Darmstadt, Kassel und vielen weiteren Orten im gesamten Land.

Der Verband Deutscher Puppentheater e.V. wurde 1968 als Vertretung der professionellen Puppen- und Figurentheater gegründet. Zu seinen Aufgaben gehört der Austausch von Informationen, die Vermittlung von Kontakten, Diskussionen über künstlerische Entwicklungen sowie die berufliche Interessenvertretung seiner über 140 Mitglieder in kulturpolitischen Gremien. Mitglied sind nur professionelle Puppentheater.

Der Kasper im Mittelpunkt

Das Programm wird von dem jeweiligen Ausrichter der Tagung zusammengestellt, in diesem Jahr von Detlef Heinichen, Betreiber des "Theatrium Dresden" und der "Hohnsteiner Puppenspiele" sowie Mitglied im Traditionsverein. Bei der Programmauswahl hat Heinichen nicht nur auf neue Produktionen, sondern im Sinne der Hohnsteiner Tradition auch auf Kasperstücke Wert gelegt. Man darf gespannt sein: Die meisten kennen den Kasper heute bloß als ulkigen, ständig "Tri-Tra-Trallala" singenden Kerl, der den Kindern das Zähneputzen beibringt. Oder die Verkehrsregeln. Aber dieser Pädagogen-Kasper ist nur der fade Abglanz seines wahren, aufmüpfigen Selbst. An sich ist der Kasper die anarchistischste Figur, die es im Puppentheater gibt. In der Produktion "Kasper und der Zauberstein", die am Freitag, 15 Uhr, von Violettas Puppenbühne aus Wegberg im Saal Burg Hohnstein dargeboten wird, steht ihm Gretel zur Seite - nur die kann klären, was es mit einer geheimnisvollen Schrift auf sich hat. Gretel: die kluge Frau an Kaspers Seite. Das deckt sich mit vielen Märchen-Produktion von heute, auch und gerade im Fernsehen. Der Wandel des Prinzessinnenbildes in Märchen, die oft Wunder an Effizienz sind, in denen oft souverän über Raum und Zeit geboten wird, ist offensichtlich. Die holden Damen wollen sich selbst einen Prinzen suchen und nicht den heiraten, den andere für sie auserkoren haben. Aussehen ist nicht mehr so wichtig, wenn sie gesteigerten Wert auf ihr Äußeres legt, dann hat sie schon verloren.

Zudem zeigen die beiden Schulen, in denen Puppenspieler ausgebildet werden, je eine Produktion - die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Das Programm am Eröffnungstag bestreiten drei sächsische Puppentheater. Zum Auftakt am Donnerstag präsentiert Therese Thomaschke vom Puppentheater Bautzen um 18.30 Uhr im Max Jacob Theater die Inszenierung "Der Hundertwisser". In dieser "Bildergeschichte eines Malers" wird vom kleinen Fritz erzählt, der in einer Stadt wohnt, in der laut Ankündigung viele Leute braune Mützen tragen. Die meisten Menschen, auch Fritz und seine Mutter, hatten in dieser schlimmen Zeit kein Haus mehr. Weil überall alles kaputt und traurig war, malte sich der Fritz aus bunten Farben eine Welt, wie er sie sich wünschte-.

Reservierungen unter Tel. 035975 84 22 43 oder per Mail an max-jacob-theater@t-online.de

www.max-jacob-theater.de

Christian Ruf

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