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Trotz Insolvenz – Sarrasani zweifelt nicht an Übernahme der Goldnen Weintraube

Radebeul Trotz Insolvenz – Sarrasani zweifelt nicht an Übernahme der Goldnen Weintraube

Sarrasani und die Goldne Weintraube – das wird trotz Insolvenz etwas. Das meinen zumindest André Sarrasani, Chef der in vorläufiger Insolvenz stehenden Sarrasani GmbH, und Till Wanschura, kaufmännischer Geschäftsführer der Landesbühnen Sachsen. Wirklich sicher ist das noch nicht.

Das Sarrasani-Haus an der Gartenstraße erinnert daran, dass der Zirkusbetrieb in Radebeul seine Wiege hat

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Sarrasani und die Goldne Weintraube – das wird trotz Insolvenz etwas. Das meinen zumindest André Sarrasani, Chef der in vorläufiger Insolvenz stehenden Sarrasani GmbH, und Till Wanschura, kaufmännischer Geschäftsführer der Landesbühnen Sachsen. Beide zeigen sich optimistisch, dass die Firma mit dem traditionsreichen Namen aus der Zirkuswelt zum 1. September den Betrieb der 2014 zur Theaterkneipe umgebauten Gaststätte Goldne Weintraube übernehmen kann. Wirklich sicher ist das aber noch nicht.

„Wir sind alle optimistisch, aber entscheiden muss das der Insolvenzverwalter, nachdem er sich alle Zahlen angesehen hat“, sagt Sarrasani. Weder er noch Wanschura gehen derzeit davon aus, dass die mit spitzem Bleistift von Insolvenzanwalt Dirk Herzig erstellte Kalkulation am Ende eine unangenehme Überraschung bringen wird. Man kann das für Zweckoptimismus halten, zumal der Betrieb in der Goldnen Weintraube laut Vertrag zum 1. September, der Probelauf aber schon Mitte August beginnen soll, wenn das Musiktheater-Ensemble wieder den Probenbetrieb im Haus aufnimmt.

Andererseits gibt es trotz der branchenüblichen Zurückhaltung auch aus der Kanzlei Schultze und Braun, wo Herzig arbeitet, positive Signale. Die Übernahme der Traditionsgaststätte Goldne Weintraube sei „ein Teil der Überlegungen zum Sanierungs- und Fortführungskonzept“, teilt Pressesprecher Ingo Schorlemmer auf Nachfrage mit. Wie das gemeint ist, erläutert Zirkusdirektor Sarrasani: „Wir versprechen uns von unserem Engagement in Radebeul nicht nur eine Verbreiterung unserer kulturellen Basis, sondern wirtschaftliche Vorteile für den gesamten Betrieb“, sagt er. Es gehe dabei insbesondere um eine verbesserte Auslastung des Mitarbeiternetzwerks, das im Stamm elf Personen, während der Saison im Trocadero-Zelt aber um die 80 Mitarbeiter umfasst. Außerdem erhofft sich Sarrasani bessere Großmarktpreise, wenn er durch den Kantinen- und Eventbetrieb in der Goldnen Weintraube künftig üppigere Bestellzettel vorlegen kann. Er nennt das „wirtschaftliche Synergien“ – und trifft damit in Gesprächen mit dem Insolvenzfachmann Herzig offenbar den richtigen Ton.

Ist die Sarrasani GmbH also der seltene Fall eines Unternehmens, dass sich durch Wachstum saniert? „So weit darf man nun auch nicht gehen – uns wird der Betrieb der Goldnen Weintraube allein nicht retten“, sagt Sarrasani. Dann schon eher der Verleih von Festzelten, der im Moment der profitabelste Bereich der Sarrasani-GmbH sei. Sorgenkind ist die noch bis Ende Juli laufende Ausstellung „Real Bodies“ im Trocadero-Zelt, die Sarrasani gemeinsam mit einer saftigen Umsatzsteuernachzahlung über 380 000 Euro erst in die Schieflage gebracht hat. Mit 800 000 Euro soll Sarrasani insgesamt in der Kreide stehen.

„Natürlich haben wir auch mit anderen gesprochen, als Herr Sarrasani uns von der Insolvenz in Kenntnis gesetzt hat“, sagt Theatergeschäftsführer Wanschura zur Entwicklung. Dennoch hat man sich gegen einen kurzfristigen Wechsel entschieden. Es hilft dabei sicher, dass Sarrasanis Geschäftspartner, der Radebeuler Hotelier und Gastronom Stefan Schwind, seit Jahren ein Duzfreund von Wanschura ist. Man kennt sich, man versteht sich, man vertraut sich. Andererseits ist die Verbindung zu Sarrasani für die Landesbühnen sehr verlockend. Zum einen weil sich die Geschichte der Heimkehr der Zirkusfamilie an ihre Wiege – Stammvater Hans Stosch-Sarrasani hatte den Betrieb im Winter 1901/02 an der Radebeuler Gartenstraße gegründet – gut vermarkten lässt. Andererseits weil mit dem Varieté-Fachmann Sarrasani eine Kooperation zu Stande kommt, die für das Theater in mehrfacher Hinsicht lohnend sein könnte: Bei Premieren, Bällen und bei Publikumstagen.

Von Uwe Hofmann

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