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Triebischtal erhält Wurzelschutz vor Schlammlawine

Meißen Triebischtal erhält Wurzelschutz vor Schlammlawine

„Wir haben lange darum gekämpft, dass hier oben ein bisschen Grün hinkommt“, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Das „bisschen Grün“ sind 32 Linden, Stieleichen und Feldahorne, dazu 212 Sträucher und 254 Heister. Gemeinsam sollen sie dafür sorgen, dass sich eine solch gewaltige Schlammlawine wie im Mai 2014 nie wieder ins Triebischtal wälzen kann.

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Die Grafik zeigt das Einzugsgebiet einer möglichen Schlammlawine und einige der Maßnahmen, die sie künftig verhindern sollen.
 

Quelle: DNN

Meißen.  „Wir haben lange darum gekämpft, dass hier oben ein bisschen Grün hinkommt“, sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Das „bisschen Grün“ sind 32 Linden, Stieleichen und Feldahorne, dazu 212 Sträucher und 254 Heister, die so eine Art Mittelding zwischen Baum und Strauch darstellen. Gemeinsam sollen sie auf etwa 300 Metern entlang der Korbitzer Straße dafür sorgen, dass sich eine solch gewaltige Schlammlawine wie im Mai 2014 nie wieder ins Triebischtal wälzen kann. Damals wurden innerhalb von Minuten rund 4,2 Millionen Euro Schäden allein an Gebäuden, Wegen und Straßen angerichtet, wie eine Untersuchung der Stadt nach dem Starkregenereignis ergab. Kein Wunder also, dass kurz nach Beginn der Schadensbeseitigung bereits an Konzepten für einen besseren Hochwasserschutz am Kirchbach – der den Schlammmassen als Abfluss diente – nachgedacht wurde.

Die Baumpflanzung markiert dabei eine wichtige Etappe – mit den baulichen Dingen ist Meißen im Großen und Ganzen durch. Jetzt greift man zu gartenbaulichen Methoden. Vor etwa einem Jahr hatte man bereits den Kirchbach für rund 180 000 Euro saniert und nebenbei auch teilweise deutlich in die ihn begleitenden Wanderwege im Stadtwald eingegriffen. Die rund 200 000 Euro teuren Arbeiten an einem neuen Regenrückhaltebecken dauerten bis Anfang dieses Jahres. Das frisch angepflanzte Grün, das später einmal zu einer Art künstlichen Baumwand zusammenwachsen soll, steht etwas seitlich davon, hat aber eine ähnliche Aufgabe: Auch sie soll verhindern, das von starken Regenfällen gelöster Erdboden von den Feldern zwischen Korbitz und Dobritz einfach über die steile Kuppe hinweg ins Tal hinunter donnert.

Helfen soll dabei ein kleiner Wall, der über eine eigene Drainage und einen festen Überlauf verfügt, der sich sammelndes Wasser einigermaßen kontrolliert in die Entwässerungsanlagen der in diesem Bereich frisch sanierten Korbitzer Straße abgibt. Die Straße freilich muss nächstes Jahr in einem weiteren Abschnitt saniert werden, damit das System aufgeht. Die Kosten dafür werden mit rund 185 000 Euro angegeben. Diesen Wall, der etwa 40 unmittelbar betroffene Grundstücke und darüber hinaus auch etliche weitere im Tal liegende schützt, sollen die Bäume und Sträucher absichern und gleichzeitig so eine Art Wiederkehr der alten Feldraine signalisieren.

Sie haben über Jahrhunderte die Meißner im Tal vor lawinenartigen Erdrutschen bewahrt, sind aber in den letzten Jahrzehnten von den Bauern bei der Feldbearbeitung nach und nach in Ackerflächen umgewandelt worden. Jetzt dreht sich dieses Prinzip um: Allein an der Korbitzer Straße sind laut einer Stadtratsvorlage etwa ein Hektar Ackerfläche verschwunden, weitere werden folgen. Denn bereits im nächsten Jahr sollen zwei Flächen, die mitten auf den Feldern gelegen sind, aufgeforstet werden. Zwei weitere werden 2019 folgen, weil zuvor 2018 noch ein Holzpflegeweg angelegt werden muss, der zu diesen neuen kleinen Waldgebieten führt. Ausgewählt wurde ihr Standort nach einem Hydrologischen Gutachten, das die Beschaffenheit des rund 2,7 Quadratkilometer großen Einzugsgebiets des Kirchbachs untersucht, wie die zuständige Mitarbeiterin im Meißner Rathaus, Katrin Diersche, erläutert.

Ihr steht beim Abarbeiten des Hochwasserschutzkonzepts vor allem eines im Weg: der Mangel an Geldern. Bereits Ende 2014 hatte man den Bau des kleinen Schutzwalls an der Korbitzer Straße verschoben, weil man hoffte, später Fördermittel zu bekommen. Das hat sich nicht erfüllt, „weil das Förderbudget einfach schon ausgeschöpft war“, wie Diersche sagt. Sowohl die rund 100 000 Euro für den Wall als auch die rund 30 000 Euro für seine Begrünung hat allein die Stadtkasse getragen.

Von Uwe Hofmann

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