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Traubenernte für den Abiball in Sörnewitz

Traubenernte für den Abiball in Sörnewitz

Tautropfen machten die Spinnweben zwischen den Rebstöcken sichtbar. Dichter Nebel lag am frühen Morgen über dem Elbtal. Auf den Rebflächen des Kapitelbergs bei Sörnewitz wurde am 3. Oktober trotz des Feiertags gearbeitet.

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Acht Gymnasiasten des Dresdner Romain-Rolland-Gymnasiums halfen bei der Weinlese in Sörnewitz.

Quelle: Lars Müller

Sörnewitz/Dresden. Das Radebeuler Weingut "Drei Herren" las auf einer dortigen Pachtfläche Riesling.

Zu den Erntehelfern gehörten auch acht Gymnasiasten des Dresdner Romain-Rolland-Gymnasiums. Einige der jungen Leute waren schon zum zweiten Mal bei einer Weinlese dabei. Freiwillig. Denn sie wollen Geld verdienen, um Abiball, Abizeitung und allerlei mehr rund um ihre Abschlussfete im kommenden Jahr zu finanzieren.

"Immer nur Kuchenbasar war uns zu langweilig", erzählt Finnian Emson. Irgendwann sei den Schülern die Idee gekommen, bei der Weinlese zu helfen. Schließlich sei Dresden auch eine Weinstadt. Allerdings gestaltete sich die Jobsuche zunächst schwieriger als gedacht. Winzer in Dresden sagten den Gymnasiasten ab.

Also dehnte Finnian Emson die Suche ins Umland aus. Über einen regionalen Weinblog knüpfte er schließlich Kontakt zum Weingut "Drei Herren" in Radebeul. Deren Marketingchefin Antje Wiedemann war vom eher ungewöhnlichen Vorhaben der jungen Dresdner angetan und stimmte zu. "Motivierte Lesehelfer sind sowieso bei uns willkommen", erklärt Antje Wiedemann. Sie ist zufrieden mit der Arbeit der Schüler. Für die meisten von ihnen war die Weinlese eine Premiere.

Dass dabei wenig Raum für Winzerromantik blieb, steckten die Jugendlichen unbeeindruckt weg. Lina Höck findet die Arbeit in der Steillage "super" und einen "guten Ausgleich zur Schule". Anstrengend? "Nein", sagt sie. Dafür sei die Stimmung viel zu gut in der Lesetruppe. Zuvor wildfremde Menschen landen im Weinberg schnell beim "Du", Altersunterschiede spielen scheinbar keine Rolle.

Adrian Höhnel findet es zudem gut, dass er gemeinsam mit Klassenkame- raden etwas außerhalb des Unterrichts machen kann - und das auch noch für ein gemeinsames Ziel. Beim ersten Einsatz Mitte September hatten einige der Schüler zehn Stunden lang Trau- ben gelesen - damals roten Regent bei ausgiebigen Nieselregen. "Wir dachten anfangs gar nicht, dass eine Schicht so lange dauert", erinnert sich Finnian Emson. Mit sechs Euro Stundenlohn können die Jugendlichen leben, auch wenn der Erlös allein noch keinen Abiball rettet. "Wir haben schon einiges eingenommen, suchen aber immer wieder Jobs an Wochen- enden und in den Ferien", so Finnian Emson.

Die Riesling-Lese am Einheitstag war durchaus eine Herausforderung für die Neulinge im Weinberg. Denn das Lesegut war alles andere als optimal, räumt Winzer und Kellermeister Benjamin Dorn ein. Fast alle Trauben waren durch das feuchte Wetter der vergangenen Wochen von Botrytis befallen. Dabei handelt es sich um eine Edelfäule, die dem späteren Wein nicht schadet. Allerdings waren einige Früchte auch von der Essigfäule befallen - und diese Beeren dürfen keinesfalls in den Keller.

Also bekamen die Helfer zunächst eine genaue Einweisung, was wie geerntet wird, welche Beeren herausgeschnitten werden müssen und wie die Essigfäule genau zu erkennen ist. Zur Sicherheit kontrollierte Benjamin Dorn die Ernte immer dann, wenn die vollen Eimer in die Transportkisten gekippt wurden, schaute den Aushilfen gelegentlich über die Schulter und gab Tipps. Zum Schluss ging er selbst noch einmal durch die Rebzeilen und schnitt einzelne Trauben ab, die von den ungeübten Lesehelfern übersehen worden waren. Die Schüler hätten einen guten Job gemacht, so das Resümee des Profis.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.10.2014

Müller, Lars

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