Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Tourismusverband Sächsisches Elbland sucht die Nähe zu Dresden

Tourismusverband Sächsisches Elbland sucht die Nähe zu Dresden

Der Tourismusverband Sächsisches Elbland (TVSE) will mit Dresden zusammenarbeiten. Man wolle eine gemeinsame Marke prägen - Arbeitstitel "Dresden und sein Umland" -, um so gegenseitig voneinander zu profitieren, sagt Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos), der auch als Vorsitzender des TVSE-Präsidiums fungiert.

Radebeul.

Von Uwe Hofmann

Radebeul. Der Tourismusverband Sächsisches Elbland (TVSE) will mit Dresden zusammenarbeiten. Man wolle eine gemeinsame Marke prägen - Arbeitstitel "Dresden und sein Umland" -, um so gegenseitig voneinander zu profitieren, sagt Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos), der auch als Vorsitzender des TVSE-Präsidiums fungiert. Im nächsten Jahr will man Wege finden, wie das geht, erste Projekte sollen 2014 starten.

m Warum die Zusammenarbeit?

Dresden und das Elbland haben einen ganz ähnlichen Markenkern, meint Wendsche. Elbe, Kultur, Weinbau verbinden. Außerdem nehmen die Gäste die Stadtgrenzen kaum wahr. Viele halten etwa ein Bild der Meißner Albrechtsburg für eine Ansicht Dresdens, berichtet Bettina Bunge, Chefin von Dresdens Marketinggesellschaft DMG. Bei der Neuausrichtung des TVSE habe man daher beschlossen, sich aneinander anzunähern.

m Warum ist die Neuausrichtung nötig?

2010 gab der Tourismusverband, dessen Einzugsgebiet entlang der Elbe von den Toren Dresdens bis nach Torgau reicht, kein gutes Bild. Schulden von etwa 200 000 Euro drückten und auf einer von Sächsischen Wirtschaftsministerium entwickelten Skala, nach der ab kommenden Jahr die Fördersätze für touristische Projekte zugewiesen werden, erreichte der TVSE nur sieben Punkte. Zu wenig für den Höchstsatz von 50 Prozent. Hauptursache sei damals die marode Kassenlage gewesen, meint der als Sanierer angetretene Wendsche. Nach einem Sparprogramm erreicht der TVSE inzwischen neun Punkte, das genügt bis 2015 für den Höchstsatz, für den die Messlatte immer höher gehängt wird. Fortschritte, die die Tourismuswirtschaft durchaus anerkennt. Und die der Grund dafür sind, dass sie die verbleibenden 50 000 Euro Schulden per Sonderzahlung an den Verband tilgt. Die geringe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bleibt aber: Das Gesamtbudget liegt mit 500 000 Euro deutlich unter den vom Wirtschaftsministerium geforderten 750 000 Euro, der Anteil selbst erwirtschafteter Mittel liegt mit 30 Prozent zehn Prozentpunkte zu niedrig.

m Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Konkret lässt sich das erst im nächsten Jahr sagen. Denkbar ist aber, dass Reisen etwa zum Thema Porzellan als gemeinsames Paket aus Porzellanschau im Dresdner Zwinger und Porzellanmanufaktur in Meißen präsentiert werden. Außerdem sind Messeauftritte unter dem gemeinsamen Signet geplant, was allerdings je nach Zielmarkt entschieden werde, wie Bettina Bunge sagt. Sie sieht in der Zusammenarbeit ein Chance, Dresden als Reiseziel attraktiv zu halten. "Wir sind keine Metropole und müssen zusehen, dass wir kein Ziel für Tagesreisen zwischen Berlin und Prag werden", sagt sie. Ein attraktives Umfeld könne die Marke Dresden stärken.

m Wie soll das die wirtschaftlichen Probleme des TVSE beheben?

Wendsche hofft, dass der Verband attraktiver wird. "Wir müssen besser arbeiten, transparenter arbeiten", fordert er. Wenn Erfolge da sind, könne man auch die Tourismuswirtschaft auffordern, höhere Beiträge dafür zu zahlen. "Diese Diskussion, die jetzt schon in Dresden geführt wird, wird es bei uns zwangsläufig auch geben", sagt er.

Ohne geht es nicht

Ohne Dresden geht es nicht - so lautet die Maxime im neu justierten Tourismusverband Sächsisches Elbland. Der bewährte Touristenmagnet soll als Zugpferd für den Umlandtourismus dienen. Das leuchtet ein - in Radebeul, Moritzburg und Meißen. Ob man das in Torgau oder der Lommatzscher Pflege ähnlich sieht? Und wie soll der zwar nahe gelegene, thematisch aber abseits stehende Tharandter Wald davon profitieren? Schwierige Fragen, mit denen sich der Verband in den nächsten Monaten auseinandersetzen muss. Klar ist: Alles auf die Karte Dresden zu setzen geht ebenfalls nicht. Die Region muss aus sich heraus attraktiver werden. Mit Leuchttürmen will Wendsche regionale Schwerpunkte setzen: Meißen als Zugpferd für die Elbdörfer, Radebeul für Moritzburg und Coswig. Kein schlechter Plan, der aber nur aufgehen kann, wenn man bereit ist, sich über lokalpatriotische Befindlichkeiten hinwegzusetzen. Immerhin dafür ist die Kooperation mit Dresden das richtige Signal.

u.hofmann@dnn.de

Von Uwe Hofmann

dnn-analyse

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr