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Tourismusverband Sächsische Schweiz kämpft nach der Flut um Gäste

Tourismusverband Sächsische Schweiz kämpft nach der Flut um Gäste

Petrus meint es dieses Jahr nicht gut mit dem Tourismus in der Sächsischen Schweiz. Und auch wenn erst Halbzeit ist, steht eines sicher fest: 2013 ist ein annus horribilis - ein schreckliches Jahr. Zum Saisonbeginn zu Ostern lag Schnee, an den verlängerten Wochenenden im Mai wurde die Region ebensowenig mit Wanderwetter verwöhnt.

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Antje Zimmermann gibt nicht auf und befreit ihr Kaffeehaus an der Dresdner Straße in Königstein vom Elbeschlamm.

Quelle: Marko Förster

"Und jetzt, als die Bücher mit Buchungen gut gefüllt waren, kam das Hochwasser", sagt Tino Richter. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz rechnet mit einem Rückgang bei den Übernachtungszahlen im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr.

Wie viele Hotels, Pensionen und kleine Ferienquartiere von den Fluten genau betroffen sind, kann noch nicht beziffert werden. "Die Betreiber haben jetzt andere Sorgen", meint Richter. Mit Kärchern und Hochdruckreinigern bekämpfen sie den Elbeschlamm in ihren Häusern. Mit Pumpen leeren sie die Keller. Trockner helfen, das Mauerwerk von der Feuchtigkeit zu befreien. Auf über 200 Unternehmen schätzt Richter die Zahl der Flutopfer bei den Herbergen. Gaststätten, Restaurants und Cafés sind da noch nicht inbegriffen. Allein in Wehlen stand das Wasser in 55 Ferienbetrieben.

"Man muss und soll keinen Bogen um die Sächsische Schweiz machen", wirbt Richter. Die Zerstörungen konzentrieren sich auf das Elbtal. "Kaum einen Kilometer entfernt merkt man vom Hochwasser nichts", so Richter. Rund 85 Prozent der Hotels und Gasthöfe sind nicht betroffen. Das zirka 1100 Kilometer lange Wanderwegenetz ist zum überwiegenden Teil intakt.

Im Landratsamt auf dem Sonnenstein laufen die Telefone heiß. Im Elbflügel hat der Tourismusverband ein Interimsbüro eingerichtet. Denn auch die Geschäftsstelle auf der Bahnhofstraße ist vom Hochwasser betroffen. An der Tourismushotline kämpfen drei Mitarbeiter seit vergangenen Mittwoch an zwei Fronten. Zum einen waren sie ständig bemüht, mit den Unternehmen im Elbtal Kontakt aufzunehmen. Die sozialen Netzwerke im Internet waren dabei eine Hilfe. Andererseits wollen sie Stornierungen entgegenwirken und beraten Gäste. Mehrere Hundert Anrufe gehen täglich ein. "Dabei erfahren die Anrufer, dass abseits des Flusses fast alle Unterkünfte und Freizeiteinrichtungen geöffnet haben und sich auf Gäste freuen", informiert Richter. Falls möglich, wird umgebucht. "Wir finden eine Alternative", meint Richter. Wenn nicht in Bad Schandau, dann halt in Neustadt.

In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten denke bislang niemand ans Aufgeben. "Jetzt packen wir wieder an!" sei der Grundtenor, so Richter. Die Touristiker wollen schnell wieder zum Tagesgeschäft übergehen. Mitte Juli werde der Großteil der Infrastruktur wieder funktionieren, schätzt Richter. Er weiß, dass der Wiederaufbau viel Kraft kosten wird und eine enorme finanzielle Belastung für die Unternehmen bedeutet. Denn für viele im Elbtal ist diese Saison komplett verloren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.06.2013

Silvio Kuhnert

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