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Tourismus-Flaute in den Flutgebieten - Sächsische Schweiz erholt sich langsam

Tourismus-Flaute in den Flutgebieten - Sächsische Schweiz erholt sich langsam

Sachsens Tourismusbranche hat im Juni durch die Flut Schiffbruch erlitten. Es kamen nur 1,6 Millionen Gäste. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Doch es gibt neue Zuversicht. Die Auslastung der Herbergen zieht wieder an.

"Ausländische Gäste haben dem Reiseland Sachsen unverändert die Treue gehalten", sagte Anja Renner vom Landestourismusverband den Dresdner Neuesten Nachrichten. "Allerdings hat das Hochwasser an Elbe und Mulde für heftige Reaktionen des Inlandsmarktes gesorgt." Tausende potenzielle Gäste hätten wegen der Flutbilder storniert oder umgebucht.

Den empfindlichsten Einbruch mussten Herbergen und Hotels in der Sächsischen Schweiz hinnehmen. So gab es mit 117 000 Übernachtungen im Juni rund ein Drittel weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Am heftigsten traf es Erholungsorte im Elbtal. "Das Hochwasser hat uns im Juni einen touristischen Totalausfall beschert", resümiert Rathens parteiloser Bürgermeister Thomas Richter. Das Aufräumen sei allerdings wesentlich schneller erfolgt als 2002. Weil etliche Hoteliers in Spundwände und andere wirksame Schutzeinrichtungen investiert hatten, fiel der materielle Schaden geringer aus als ursprünglich angenommen. "Der August ist beinah schon wieder so gut gelaufen wie vor der Flut", so Richter.

Diesen Trend bestätigt auch sein Amtskollege Andreas Eggert für Bad Schandau. "Fast 50 Prozent Stornierungen im Juni waren eine herbe Schlappe. Aber nach allem, was wir hier erlebt haben, hatte ich eine noch tiefere Delle befürchtet." Zwar seien einige Hotels wie die Elbresidenz noch immer geschlossen und die Tourist-Information improvisiere mit einem Mobil auf dem Markt. "Aber die Mehrzahl der Anbieter ist zurück. Unsere Marketing-Initiativen haben über die Hemmschwelle, das Elbsandsteingebirge zu besuchen, hinweggeholfen."

Auch in Sachsen-Anhalt brach die Zahl der Gästeübernachtungen im ersten Halbjahr mit 3,2 Millionen um 4,6 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres ein. Im Juni lag das Minus laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden bei 10,9 Prozent. Damit war der Rückgang doppelt so hoch wie in Thüringen (minus 5,4 Prozent). Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) verkündete: "Die Trendwende ist geschafft." Er sei optimistisch, dass man 2014 wieder an den positiven Trend anknüpfen könne.

Erneut zulegen konnten im ersten Halbjahr die sächsischen Großstädte. Den größten Zuwachs erzielte Chemnitz mit 243 000 Übernachtungen, fast zwölf Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2012. Rund fünfmal so viele Gäste wurden in Leipzig beherbergt, was für die höchste Bettenauslastung in Sachsen (47 Prozent) sorgte. In der Landeshauptstadt blieben fast 1,8 Millionen Touristen über Nacht, das entspricht trotz Elbe-Hochwassers noch einem Plus von 3,5 Prozent.

Sachsens Tourismus erzielt mit 217 000 Mitarbeitern jährlich 7,2 Milliarden Euro Umsatz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2013

wim

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