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Titus Reime will nach seinem Antritt als Amtsleiter im Rathaus Radebeul anpacken

Titus Reime will nach seinem Antritt als Amtsleiter im Rathaus Radebeul anpacken

Seit zwei Wochen ist Titus Reime neuer Amtsleiter im Radebeuler Rathaus. Der langjährige CDU-Stadtrat galt unter 56 Bewerbern auf die lukrative Stelle als Wunschkandidat des Oberbürgermeisters Bert Wendsche (parteilos) und wurde nach langer Debatte mit den Stimmen einer bürgerlichen Stadtrats-Mehrheit gewählt - gegen den erbitterten Widerstand aus den Fraktionen von SPD und Bürgerforum/Grüne.

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Titus Reime im neuen Amtszimmer im Radebeuler Rathaus. Nach harten Kämpfen um seine Besetzung will er nun nach vorn schauen.

Quelle: Uwe Hofmann

Im ersten Interview nach seinem Amtsantritt erklärt der 37-jährige Radebeuler, was ihn an der neuen Aufgabe reizt, warum er seine Bewerbung trotz des heftigen Gegenwinds nicht zurückzog und welche Ziele er nach seinem Wechsel ins Rathaus verfolgt.

Frage: Herr Reime, Sie sind nach langen Auseinandersetzungen zum OB-Stellvertreter und Amtsleiter gewählt worden. Mit welchem Gefühl haben Sie die ersten Wo- chen an Ihrem neuen Arbeitsplatz verbracht?

Titus Reime: Erst mal bin ich nicht der Stellvertreter des OB, sondern dies sind der 1. Bürgermeister Herr Dr. Müller und der 2. Bürgermeister Herr Dr. Werner. Ich bin in der Verwaltung sehr freundlich willkommen geheißen worden und da mischt sich das Gefühl der Erwartung, Neugier und Vorfreude.

Sie waren lange Jahre als Stadtrat in der CDU-Fraktion engagiert. Was hat Sie am Wechsel ins Rathaus gereizt?

Ich habe in der Politik gelernt, die Dinge von verschiedenen Seiten zu betrachten und damit Probleme und Aufgaben nicht einseitig zu sehen. Die Herausforderungen für unsere Stadt Radebeul noch intensiver und umfassender zu betrachten, macht einen großen Reiz aus und ist echte Motivation für meine Arbeit.

Teil ihrer Aufgabe ist es, OB Bert Wendsche zu entlasten, der neben seinem Amt viele weitere Verpflichtungen hat. Wie genau muss man sich die Zusammenarbeit mit dem OB eigentlich vorstellen?

Umfassend kann ich das noch nicht beantworten, dass muss die Zeit zeigen und wird sicherlich flexibel sein müssen, eben so flexibel wie die Herausforderungen die ein Oberbürgermeister bewältigen muss.

Werden Sie auch repräsentative Aufgaben übernehmen oder Radebeuls Interessen am Verhandlungstisch in Ministerien und bei anderen Gremien vertreten? Oder werden Sie eher mit konkreten Projekten oder Verantwortlichkeiten betraut?

Repräsentanten der Stadt sind in erster Linie der Oberbürgermeister und die Bürgermeister. Ich habe bereits konkrete Projekte übertragen bekommen, diese werde ich vornehmlich übernehmen.

Worum handelt es sich da?

Zuerst um die Einführung von Allris, einem softwaregestützten Ratsinformationssystem. Das werden in der Zukunft die Verwaltung und die Stadträte nutzen können, was uns jede Menge Papier sparen wird. In einer zweiten Stufe werden alle Bürger für ihre Recherchen darauf zugreifen können. Außerdem bin ich mit der Organisation des OB-Bereichs beschäftigt. Und mit der Haushaltsplanung, soweit diese meinen Verantwortungsbereich betrifft. Es wird noch mehr dazukommen, wenn ich mich eingearbeitet habe.

Sie haben in OB Bert Wendsche einen großen Fürsprecher. Was denken Sie hat letztlich den Ausschlag für Ihre Wahl durch den Stadtrat gegeben?

In Köpfe kann ich nicht hineinschauen oder zumindest nicht die Gedanken lesen. Einige Stadträte kennen meinen Arbeitsstil und meine Herangehensweise, dies besonders aus den Ausschüssen und im Aufsichtsrat SBF. Ich darf vermuten, dass meine bisherige geleistete Arbeit für eine Mehrzahl der Stadträte ausschlaggebend war.

Betrachten Sie Ihre langjährige Arbeit als Stadtrat eigentlich als Vorteil, weil Ihnen die gemachten Erfahrungen bei der Bewältigung aktueller Arbeitsaufgaben helfen können?

Ich glaube, meine politische Vorerfahrung ist hierbei sehr von Vorteil. Man muss die Strukturen, die Bedürfnisse und Grenzen der Beteiligten schon kennen, um Ansatzpunkte für eine gute Kommunikation zu finden. Jede Erfahrung trägt zu einem ganzheitlicheren Blick auf Dinge bei.

Ihr Name war der einzige, der während des Bewerbungsverfahrens an die Öffentlichkeit gedrungen war. Aus anderen Stadtratsfraktionen hat es teils heftige Angriffe gegen Sie und Ihre Wahl gegeben. Dachten Sie eigentlich irgendwann einmal daran, aufzugeben?

Das gehört wohl zu den bedeutendsten politischen Erfahrungen, die ich machen durfte. Wer sich einmal zu einer Bewerbung im politischen Bereich durchgerungen hat, der kann es eigentlich auch nicht mehr zurück ziehen. Aufgeben ist auch nicht meine Einstellung, vielmehr gehören Optimismus und Lebensfreude zu meiner Lebenseinstellung.

Zu Ihrem Verantwortungsbereich gehört auch die Geschäftsstelle des Stadtrats, den die Debatte um den Amtsleiterposten gehörig aufgewühlt hat. Wie wollen Sie künftig mit den Stadträten umgehen?

Ich mag die Dinge nicht schwarz oder weiß sehen, also auch nicht Menschen nach Ihrer Herkunft oder Parteizugehörigkeit beurteilen. Diese Einstellung möchte ich auch in meiner Arbeit zeigen und offen auf alle Teilnehmer des Stadtrates und der Bürgerschaft zugehen.

Inwieweit sind Sie eigentlich in der Verwaltung zu politischer Neutralität verpflichtet? Oder anders gefragt: Müssen Sie sich in irgendeiner Form von der CDU-Stadtratsfraktion und/oder der Radebeuler Parteiorganisation lösen?

Wer in der hauptamtlichen Verwaltung arbeitet, muss gewährleisten, dass Anfragen und Probleme in politischer Neutralität betrachtet und bearbeitet werden. Das kann ich gut leisten! Menschen sind vielschichtig und in verschiedenen Rollen unterwegs, dies sauber zu trennen, ist ein Zeichen von Professionalität. Eine politische Meinung zu haben ist wichtig, gehört aber fest in den Bereich des Privatlebens.

In ihrer neuen Position haben Sie auch gehörigen Einfluss auf strategische Überlegungen der Stadtverwaltung. Was denken Sie, worauf wird es in Radebeul in den nächsten Jahren ankommen?

Ich glaube, wir stehen als Stadt gut da und haben beste Voraussetzungen für ein angenehmes Leben in Radebeul. Grundsätzlich müssen jedoch jetzt die Weichen für die nächsten zehn Jahre gestellt werden. Wir haben als Sachsen von einer enormen Solidarität der alten Bundesländer profitiert, diese Finanzausstattung wird nun 2019 auf ein normales Maß zurückgefahren. Wir müssen jetzt schauen, welche Wünsche wir uns in Zukunft leisten wollen und können. Ein ausgewogenes Maß an Forderungen und Bescheidenheit könnte uns dauerhafte Stabilität gewährleisten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.09.2014

Uwe Hofmann

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