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„Till Eulenspiegel lernt das Fliegen“ – in Batzdorf

Zwischen Höhenflug und Sinnkrise „Till Eulenspiegel lernt das Fliegen“ – in Batzdorf

„Der Wahnsinn! Mann war ich gut!“. Wenn Mann so etwas von sich gibt, dann weiß Frau, dass da der Blick auf die Realität mal wieder deutlich getrübt ist. Und so verhält es sich auch im Fall von Eulenspiegel, mit dem eine Begegnung im Rahmen der 19. Batzdorfer Pfingstfestspiele nicht nur möglich, sondern ausgesprochen empfehlenswert ist.

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Tom Quaas in „Till Eulenspiegel lernt das Fliegen“ in Batzdorf, wegen der Schiene kann er das Originalkostüm nicht tragen.

Quelle: Batzdorf

Dresden. „Der Wahnsinn! Mann war ich gut!“. Wenn Mann so etwas von sich gibt, dann weiß Frau, dass da der Blick auf die Realität mal wieder deutlich getrübt ist. Und so verhält es sich auch im Fall von Eulenspiegel, mit dem eine Begegnung im Rahmen der 19. Batzdorfer Pfingstfestspiele nicht nur möglich, sondern ausgesprochen empfehlenswert ist. „Till Eulenspiegel lernt das Fliegen“ heißt das Stück, das Tom Quaas nach einer Idee von Alonso Alegria erarbeitete. Die von Regisseur Renat Safiullin in Szene gesetzte Geschichte konfrontiert den Zuschauer mit einem gealterten, zynisch gewordenen Till (Tom Quaas), der sich als Seiltänzer durchschlägt. Eigentlich hätte das Werk schon vor einer Woche Premiere haben sollen, aber ein Bühnenunfall kam dazwischen. So trägt Quaas eine blaue Gipsmanschette am rechten Arm, ist aber ansonsten locker in der Lage, alle Register der Schauspielkunst zu ziehen. Er kann die Rampensau geben, ist aber auch in der Lage, melancholische, ja regelrecht tieftraurige Akzente zu setzen, etwa wenn er seine Figur Till mit dem Alter und der Einsamkeit hadern und in der Sinnkrise stecken lässt.

Dass Tills Berauschtheit an der eigenen Person Ernüchterung weicht, ist dem Besuch eines Jünglings namens Carlo (Cordula Hanns vom Ensemble der Landesbühnen Sachsen) zu verdanken, der massiv Kritik übt an der von ihm genau beobachteten Darbietung auf dem Hochseil. Nix Wahnsinn. Mag ja sein, dass jeder mal anfängt, sich selbst zu belügen, aber mittlerweile zitiere Eulenspiegel, der doch früher mal dafür bekannt gewesen sei, den Menschen den Spiegel vorzuhalten, nur noch sich selbst. „Und das ist schlecht“, stellt Carlo klar. Till fühlt sich in seiner Ehre angegriffen und schwingt sich auf, noch einmal völlig neue Wege zu gehen, auch wenn es erst geradezu seelische wie körperliche Qualen bereitet, dass er vom Alkohol Finger und Kehle lassen soll. Da weiß es jemand wie eine Frau besser – und Carlo entpuppt sich sogar als solche, was Eulenspiegel erst gar nicht schmeckt, obwohl er holder Weiblichkeit nicht grundsätzlich abgeneigt ist. Aber er kann es nun mal partout nicht ertragen, dass jemand besser lügt als er. Aber letztlich schafft Carla es: Der anarchische Possenreißer fängt an zu trainieren und überlegt sogar ernsthaft, ob und wie er ihren Vorschlag umsetzen soll: nämlich das Seil sogar gänzlich zu verlassen und zu fliegen.

Immer wieder werden Lieder eingestreut, gespielt von Paul Hoorn, der zu verschiedenen Instrumente greift – und auf jedem ein Virtuose ist, ob nun Trompete, Klavier oder Akkordeon. Zudem kommen einige von Tilo Schiemenz gestaltete Puppen zum Einsatz, auch das eine bezaubernde Facette, die ruhig ein paar Momente mehr hätten haben können. Nach der Pause ist erst mal Clownerie angesagt. Gestik und Mimik beider Akteure sind nun maßlos übertrieben, das erinnert schon fast an „Overacting“ aus Stummfilmtagen. Aber das geht in Ordnung. Dem Gespann gelingt es, allen Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und das Herz zu berühren.

Vorstellungen: 21., 24. & 25. Mai, jeweils 20 Uhr, 22. Mai., 17 Uhr

Von Christian Ruf

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