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Theaterprojekt gegen Missbrauch: Radebeulerin warnt vor dem "Blauen Mann"

Theaterprojekt gegen Missbrauch: Radebeulerin warnt vor dem "Blauen Mann"

Krümel hat ein sonniges Gemüt. Zusammen mit ihrem Freund Wurzel hat sie viel Spaß. Sie erzählen sich alles. Eines Tages ist alles anders. Krümel ist traurig.

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Bianka Heuser tourt mit dem Stück "Geheimsache Igel" durch Sachsen.

Quelle: Stephan Klingbeil

Ihr sonnengelbes Antlitz färbt sich schrittweise blau. Sie verändert sich - immer dann, wenn sie mal wieder aus der blauen Kiste steigt. Darüber sprechen will Krümel nicht mit Wurzel. Nur gegenüber dem Igel, einem gemeinsamen Freund, bricht sie ihr Schweigen. Erzählt von den Dingen, die ihr der "Blaue Mann" angetan hat.

Wie Krümel geholfen wird und was sie hätte anders machen können, als der "Blaue Mann" sie angesprochen hat, wird im weiteren Verlauf des Stücks "Geheimsache Igel" erzählt. Die Radebeulerin Bianka Heuser und ihr Schauspielkollege Philipp Richter von der Theatermanufaktur touren mit der Inszenierung seit dem Frühjahr 2012 durch Kitas und Schulen in Sachsen.

Das von dem Dortmunder Olaf Krätke geschriebene Stück wird bundesweit sowie in Frankreich, Südafrika und Nordamerika gespielt. Für Sachsen und Thüringen bekamen Bianka Heuser und Richter das Angebot, das Stück zu zeigen. Sie werden häufig von Kitas und Grundschulen gebucht. Fast 100 Mal hat das Duo das Stück aufgeführt, sagt die Schauspielerin. Die Inszenierung sei die gefragteste aus dem Repertoire der Theatermanufaktur.

Richtig freuen kann sich Bianka Heuser darüber nicht. Denn was Kinder und Erzieher bei den Gesprächen nach dem Theaterstück erzählen, erschüttert die 40-Jährige. "Es ist erschreckend, wie viele der Kinder Erfahrungen gemacht haben mit sexuellem Missbrauch", sagt sie. Ihr ist bewusst, dass einige Kinder phantasieren. "Aber es gibt viele, die von Erlebnissen sehr konkret erzählten, dass man sich sicher sein kann, dass sie das nicht erfunden haben können", sagt die Radebeulerin. Nach zwei von drei Vorstellungen höre sie von Missbrauch.

So etwa erst Mitte Juli in einer Kita im Dresdner Norden. Wie sich herausgestellt hätte, wurde eine Vierjährige von einem Nachbarn missbraucht. "Die Eltern waren aber zunächst nicht beim Arzt und ob eine Anzeige gemacht worden ist, weiß ich auch nicht", sagt Bianka Heuser. Der Fall beschäftigt sie. Der Kita-Träger war gestern ebenso wenig zu dem Thema zu erreichen wie Erzieherinnen. "Bei unseren Auftritten merkt man, das viele Erzieherinnen hilflos wirken, nicht wissen, wie sie bei Verdacht handeln sollen", sagt die Schauspielerin.

Von anderen Kita-Trägern heißt es dazu, dass bei einer möglichen Gefährdung des Kindeswohls zunächst die Eltern gefragt und erst danach Fachberater und Jugendamt um Hilfe gebeten würden. Bestätige sich der Anfangsverdacht, würden juristische Schritte eingeleitet. Die Polizei werde fast nie eingeschaltet.

Die Polizei, die im Revierbereich Meißen, zu dem auch Radebeul gehört, 2012 acht Anzeigen wegen sexuellen Kindesmissbrauch zählte, nimmt das Thema jedoch sehr ernst, hat laut dem zuständigen Landeskriminalamt 70 geschulte Experten und unterbreitet Präventionsangebote für Eltern in Form von Elternabenden, für Pädagogen in Form von Pädagogischen Tagen und geht in die Grundschulen. Inhalte dieser Veranstaltungen sind laut Kathlen Zink vom LKA Familienregeln, Gefühle, Geheimnisse, die Themen Nein-Sagen, klare Grenzen setzen und Hilfe holen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.08.2013

Stephan Klingbeil

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