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Tharandt sichert sein Wahrzeichen - Burgruine wird restauriert

Tharandt sichert sein Wahrzeichen - Burgruine wird restauriert

Die Burgruine Tharandt haben bereits etliche namhafte Künstler auf Leinwand verewigt. Damit auch künftig die über der Stadt thronenden Reste des Palas als Motiv herhalten können, ist eine Frischekur dringend notwendig.

Tharandt.

"Für mich ist es ein ganz besonderer Tag, denn heute fällt der Startschuss für die Komplettsanierung einer ganz bedeutsamen kulturgeschichtlichen Burganlage", sagte gestern Bürgermeister Silvio Ziesemer (parteilos). Grund zur Freude ist ein Geldsegen der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Sie unterstützen die Sanierung der Nordwand mit einem sechsstelligen Betrag.

Dass Bauarbeiten an der Burg nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten, zeigte der 8. Juli 2010. "An jenem Tag kam es zu Mauerausbrüchen, die Burgruine musste partiell gesperrt werden", berichtete das Stadtoberhaupt. Es folgten Notreparaturen. Aber schnell war klar, eine grundhafte Sanierung ist unausweichlich. Die Stadt ließ ein Sanierungskonzept für die Burganlage erarbeiten. Für dessen Realisierung sind rund 850 000 Euro notwendig. Schrittweise soll das Konzept nun in die Tat umgesetzt werden.

Der erste Schritt ist die Restaurierung der in Richtung Markt liegenden Nordwand. "Die Arbeiten beginnen Anfang Oktober nach dem Stadtfest", kündigte Ziesemer an. Noch in diesem Jahr kommt es zur Sicherung der Stützpfeiler und Instandsetzungsarbeiten an den Streberpfeilern. Im kommenden Frühjahr geht es mit der Erneuerung des Mauerwerks und der Restaurierung der Ziegelbögen im Bereich der Fenster und der Mauerkrone weiter. An der "Hohen Wand" werden dazu instabile Bereiche abgetragen und denkmalgerecht wieder aufgebaut. Diese Instandsetzungsarbeiten seien von oberster Priorität, betonte Ziesemer. Rund 150 000 Euro kosten die beiden Sanierungsabschnitte. Die Sparkasse und die Sparkassenstiftung finanzieren sie fast komplett. Bis Ende 2014 sollen die Arbeiten an der Nordwand abgeschlossen sein.

Als markgräfliche Burg im 13. Jahrhundert von den Wettinern erbaut lebte zuletzt Sidonie von Böhmen hier. Als sie 1510 starb begann der Verfall. Tharandter nutzten die Burganlage als Steinbruch. In der Zeit der Burgenromantik wurde die Anlage wieder entdeckt und gesichert. Maler der Romantik machten die Burgruine zu einer der am meisten dargestellten Motive jener Kunstepoche in Europa. "Die Burgruine Tharandt ist ein Kulturdenkmal von europäischer Dimension", sagte Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, als einen Grund für das Engagement seines Hauses.

Ein weiterer ist ein Impuls zur europäischen Verständigung und Zusammenarbeit. Gestern unterzeichneten die Bürgermeister von Tharandt sowie der tschechischen Städte Podebrady und Cheb einen Kooperationsvertrag. Alle drei Kommunen sind durch das Leben von Sidonie von Böhmen miteinander verbunden. Als Tochter von König Georg von Podebrady geboren, wurde im Zuge des Vertrags von Eger - in ihm wurden die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen 1459 festgelegt - ihre Vermählung mit dem Wettiner Herzog Albrecht in Tharandt vollzogen, wo sie lange Zeit lebte und am Ende starb. "Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad der kulturhistorischen Denkmäler der drei Städte in Europa zu erhöhen", sagte Rathauschef Ziesemer. Dafür wird die Ruine Schritt für Schritt flott gemacht und künftig die Kulisse des Palas für kulturelle Veranstaltungen genutzt sowie eine deutsch-böhmische Reihe initiiert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2013

Silvio Kuhnert

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