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Tempo-30 und Ampeln auf Dauerbetrieb in Radebeul geplant

Tempo-30 und Ampeln auf Dauerbetrieb in Radebeul geplant

Es wird ruhiger auf den Straßen Radebeuls. Zumindest auf einigen. Bis zum Frühjahr will Ingolf Zill, im Rathaus für Verkehrsangelegenheiten verantwortlich, fünf neue Tempo-30-Zonen einrichten (siehe Karte).

Radebeul.

Von Uwe Hofmann

Sie ergänzen das ohnehin schon dichte Netz, das sich vor allem oberhalb der Meißner Straße "wie ein Band von Ost nach West" zieht, wie Zill sagt.

Mit der Erweiterung setzt er einen Beschluss um, den der Stadtrat 2007 gefasst hatte. Entsprechend ging das Papier jetzt ohne Diskussion durch das Kommunalparlament, erhoffen sich die Stadträte dadurch doch eine Verbesserung des Wohnstandards in den betroffenen Quartieren. Denn für Autofahrer, die auf Schleichwegen unterwegs sind, wird es zunehmend unattraktiv, Nebenstraßen zu nutzen.

Die Ausweitung der 30er-Zonen betont die Bedeutung der Hauptverkehrsadern, allen voran Meißner Straße, Moritzburger Straße und Kötzschenbrodaer Straße. Auch mit ihnen hat sich Zill beschäftigt. Konkret geht es um die Ampelanlagen entlang der Meißner Straße. Die hat die Stadt auf Dauerbetrieb stellen lassen, um Unfälle zu vermeiden. Das sehen einige Stadträte kritisch. "An fast allen dieser Ampeln wohnen Menschen", sagt etwa Andreas Kruschel (Freie Wähler). Und die fühlten sich nachts durch die Geräusche abbremsender und anfahrender Autos gestört.

Zill hält dieser Argumentation die Unfallstatistik entgegen, die entstanden war, als man die Nachtabschaltung erprobt hatte. So habe sich der Dauerbetrieb an einem Unfallschwerpunkt - der Kreuzung der Meißner mit der Moritzburger Straße - als heilsam erwiesen. Zwölf Unfälle wurden noch 2006 registriert. In diesem Jahr waren es bisher sieben. An der Weintraubenstraße wurden dagegen trotz Dauerbetrieb bisher zwei Unfälle statt einem wie im Vorjahr registriert. Das habe mit den vielen Umleitungen zu tun, die der Bahnbau mit sich bringe. Die Weintraubenstraße fungierte dabei monatelang als Ausweichroute für gesperrte Strecken.

Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen Dauerbetrieb und Nachtabschaltung an der Kreuzung mit der August-Bebel-Straße. Von durchschnittlich 0,33 Unfällen pro Monat verdoppelte sich das Aufkommen auf 0,67. Fazit: An allen Ampelkreuzungen auf der Meißner Straße außer an der Wasastraße werde man künftig Dauerbetrieb einstellen. Ein Entschluss, der laut Zill durch die Landesdirektion womöglich noch verschärft wird. Dort arbeite man an einem Papier, dass Dauerbetrieb an allen Staatsstraßen - und die Meißner Straße gilt als solche - vorschreibt.

Und wieder ein Limit

In Radebeul steht das Wohl der Einwohner über dem der Autofahrer. So lässt sich der Entschluss positiv auffassen. Das werden die Anwohner stark befahrener Strecken womöglich anders sehen. Denn die Ausweitung der Tempo-30-Zonen auf einen Großteil der Stadt verschärfen die Gegensätze bei der Verkehrsbelastung einzelner Straßen - zu Ungunsten derer, die etwa an der Meißner Straße wohnen. Letztlich zeigt der Beschluss, dass alle Autofahrer für die Unvernunft einiger mit Beschränkungen bezahlen müssen. Einige hetzen mit Vorliebe durch enge Straßen, also gilt dort nun Tempo 30. Einige fühlen sich nachts zum Rasen eingeladen, nur weil das Ampellicht ihre Fahrt nicht bremst. Also bleiben die Ampeln an. Den heilsamen Effekt zeigt die Unfallstatistik. Und jeder Unfall weniger ist ein Erfolg. Mit ein wenig mehr Verantwortungsbewusstsein hinter dem Steuer wären beide Regelungen nicht notwendig.

u.hofmann@dnn.de

Von Uwe Hofmann

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.11.2011

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