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Tausende ließen es sich beim Meißner Weinfest gutgehen

Tausende ließen es sich beim Meißner Weinfest gutgehen

Meißen. Weinfest klingt zunächst nach Kopfweh am nächsten Morgen. Aus Sicht der Winzer sind die Weinfeste allerdings eine ziemlich trockene Angelegenheit. Sie halten sich beim Anstoßen auffällig zurück und sorgen stattdessen dafür, dass der Weinausschank an den Ständen reibungslos läuft und der Nachschub nicht ausgeht.

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Tausende ließen es sich beim Meißner Weinfest gutgehen.

Quelle: Christian Juppe

"Vor allem darf niemand merken, wenn mal etwas klemmt", sagt Winzer Tim Strasser vom Rothen Gut in Meißen schmunzelnd. Ein schwerer Vorhang trennt den Servicebereich des Verkaufszeltes vom Tresen. Obwohl der Ansturm sich in der Mittagszeit noch in Grenzen hält, müssen alle Handgriffe sitzen. Hinter dem Vorhang ist wenig Platz, eine kleine Geschirrspülmaschine rumpelt. Federweißer wartet dort auf den Verkauf, die Weine liegen in Kühlschränken. Auf einem kleinen Tisch stehen bereits gespülte, aber tropfnasse Gläser. Strasser holt neue Kelche aus Kisten, damit die Weinfreunde nicht warten müssen. Der Winzer sagt, dass die Gläser mit dem Logo des Guts trotz zwei Euro Pfands bei den Besuchern beliebte Souvenirs seien.

Angestellte und Freunde helfen im Stand des Winzers. Strassers Freundin Annekatrin Rades, eine ausgebildete Sommelière, hält in dieser "Männerwirtschaft" nicht selten die Fäden straff in der Hand. Sie kennt stressige Situationen aus der Gastronomie. Zum ersten Mal durfte der Weinbauer, der seit dem Jahrgang 2010 Weine unter eigenem Namen anbietet, direkt auf dem Meißner Markt verkaufen. Dort haben traditionell vor allem die alteingesessenen Winzer ihre Stände.

Strasser versucht, sich Zeit für seine Gäste zu nehmen, Fragen zu beantworten und auch einmal mit ihnen anzustoßen. Viele interessieren sich für die Weine und das Weingut. "Wir sind ja eine alteingesessene Familie." Auf die Frage, wie viele Liter Federweißer auf dem Meißner Fest ausgeschenkt werden, gibt es aber keine klare Antwort. Tim Strasser geht von etwa 60 Liter pro Tag und Stand aus, manche Weinbauern sprechen von 100 Litern und einige Winzer sogar von 200 Litern an guten Tagen.

In Strömen floss auch der Federweißer am Stand des Weinguts Walter Schuh aus Sörnewitz, das zum 18. Mal in Meißen dabei war. "Trotz der kühlen Abende sind wir zufrieden", sagt Juniorchef Matthias Schuh lächelnd, während er parallel zwei Gläser des frischen Traubenmostes zapft, die dank eines Durchlaufkühlers auch in der Mittagssonne eine angenehme Trinktemperatur haben. Die meisten Winzer füllen Federweißer direkt aus den Plastekanistern in die Gläser, bei Schuhs darf es etwas gediegener sein. Durch die Terrasse der eigenen Vinothek auf dem Markt können Gäste, die sich nicht anstellen wollen, auch bedienen lassen und trotzdem hautnah Weinfestatmosphäre genießen. Am besten verkaufe sich auf den Festen immer der roséfarbene Schieler, ein echter Klassiker in Sachsen, hieß es. Auch Matthias Schuh steht seinen Gästen geduldig Rede und Antwort - dabei immer im Blick, ob er nicht doch beim Ausschenken im Stand gebraucht wird. Der 25-Jährige ist - spätestens seit er 2012 beim Wettbewerb der Weinbauschulen bester Jungwinzer Europas wurde - kein Unbekannter mehr bei den Weinliebhabern und den Weinmachern in der Region.

Die gesamte Meißner Altstadt hatte sich von Freitag- bis Sonntagabend in eine einzige Partymeile verwandelt. Einer der Höhepunkte war der traditionelle Festumzug am Sonntag mit rund 50 Motivwagen und Gruppen - mit dabei Weinkönigin Katja Riedel und Weinprinzessin Christin Lustik in einer geschmückten Kutsche. Mitten im Zug schenkte noch eine "echte" Prinzessin ganz unprätentiös den Zuschauern am Straßenrand edlen Wein aus, eine gut gelaunte Alexandra zur Lippe vom Weingut Schloss Proschwitz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.09.2013

Lars Müller

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